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Homo-"Propaganda"

Empörung über homophoben Tweet von James Woods

Der konservative US-Schauspieler sorgt mit einem Twitter-Kommentar über ein Kind bei einem CSD für Aufregung.


James Woods (hier als Secret-Service-Boss in Roland Emmerichs Actionfilm "White House Down") ist ein großer Fan von Präsident Trump (Bild: Columbia Pictures)
  • 13. Juli 2017, 10:28h 10 3 Min.

Der 70-jährige Charakterdarsteller James Woods ("Videodrome", "Casino", "White House Down") hat sich in einem Tweet über ein geschminktes Kind bei einem CSD lustig gemacht und erklärt, es würde seine Eltern später umbringen. Der Eintrag vom Montag führte zu scharfer Kritik, die der zweifach oscarnominierte Schauspieler aber empört zurückwies.

Der Woods-Tweet zeigt das Bild eines heterosexuelles Paares mit Sohn beim "Orange County LGBT Pride" im kalifornischen Santa Ana, der am 24. Juni veranstaltet wurde. Die Mutter hält dabei ein Plakat mit der Aufschrift "Ich liebe meinen geschlechterkreativen Sohn". Auf dem Plakat des Vaters steht: "Mein Sohn trägt Kleider und Schminke… Findet euch damit ab." Zudem trägt er ein T-Shirt der LGBTI-Organisation "Human Rights Campaign" mit der Aufschrift: "Ich stehe auf der richtigen Seite der Geschichte".

Woods kritisierte dieses Bild polemisch mit den Worten: "Das ist ja süß. Wartet, bis das arme Kind aufwächst und mitkriegt, was ihr getan habt, und euch dann beide zerstückelt in eine Gefriertruhe in der Garage steckt."

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Neil Patrick Harris: "Sie sollten sich schämen"

Woods wurde vorgeworfen, mit dem Kommentar homophobe Klischees zu bedienen. Auch der schwule Schauspieler Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother") übte scharfe Kritik an seinem Kollegen. Via Twitter bezeichnete der 44-Jährige die Aussagen Woods als "völlig ignorant und stillos" und erklärte: "Herr Woods, ich bin mit dieser Familie befreundet. Sie wissen nicht, von was Sie reden, und sollten sich schämen."

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Woods: Kind beim CSD ist "Propaganda"

Der auf Twitter sehr aktive Woods beharrte dagegen auf seiner Position und verschärfte die Kritik an den Eltern des Kindes. So schrieb er am Mittwoch: "Sein Kind als Propaganda-Werbepuppe für soziale Gerechtigkeit zu verwenden, ist gleichbedeutend mit Kindesmissbrauch. Es geht nicht um Homophobie."

Außerdem schlug der Schauspieler mit dem typischen "Ich habe doch viele schwule Freunde"-Argument zurück, das von Gegnern von LGBTI-Rechten oft verwendet wird. So schrieb er in einem Tweet: "Ich habe mein ganzes Leben als Erwachsener in der New Yorker Theaterszene verbracht, Leute. Ich habe mehr schwule Freunde als Liberace. Lasst uns also den Homophobie-Zug aufhalten." In einem weiteren Tweet erklärte er schlicht, es sei ihm "scheißegal", was andere Leute über ihn denken würden.

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James Woods hatte in den vergangenen Jahren immer wieder sehr konservative Ansichten verbreitet – so gilt er etwa als erbitterter Gegner von Abtreibung. Der Schauspieler hatte im Präsidentschaftswahlkampf den homophoben Kandidaten Ted Cruz unterstützt und ist heute ein großer Bewunderer von Donald Trump. Kritiker des Präsidenten attackiert er mit polemischen Repliken, teilweise mit einem homophoben Unterton. So gab es bereits im Mai Kritik an Woods, als er den schwulen CNN-Journalisten Anderson Cooper nach einem Interview mit Trump-Sprecherin Kellyanne Conway attackierte. Cooper hatte während des Gesprächs mit den Augen gerollt, was Woods auf Twitter zu dem "Witz" veranlasste, dass Coopers Butt-Plug in diesem Moment aus dessen Hintern gerutscht sei.

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#1 TimonAnonym
  • 13.07.2017, 15:06h
  • Hätte dieser James Woods nur ein Fünkchen Ahnung von Wissenschaft, dann wüsste er, dass die Eltern es genau richtig machen und dass das Kind froh sein kann, solche Eltern zu haben.

    Aber jemand, der so ignorant ist, will die Fakten gar nicht kennen, sondern lieber in seinem Hass baden.
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#2 danstgtAnonym
  • 13.07.2017, 16:01h
  • Also jetzt packen wir mal die Empörungskeule wieder ein und betrachten den Original-Tweet erneut. So wie er da steht, ohne Smiley zur "emotionalen Einordnung", steht hier einfach ein Tweet über ein Kind, dass sich sicherlich in 10, 15 Jahren total darüber freuen wird, dass so ein Bild von ihm im Internet kursiert. Und ich denke, darauf bezieht sich James Woods. So mal ganz neutral und ohne ständiger Homophobie-Paranoia.

    Auf der einen Seite kacken sich hier alle in die Hose, wenn jemand Bilder seiner Kinder veröffentlicht, und wähnen diese schon als Wichsvorlagen für Perverse missbraucht, auf der anderen Seite wird hier ein Kind gezeigt, dem sicherlich Spaß macht was er sich da ausgedacht hat. Ich bezweifle aber sehr, dass das Kind versteht was "gender-creative" meinen soll. Und wer weiß, vielleicht hat es nach der Pubertät auch andere Interessen als Kleider und Schminke.

    Und nein, ihr müsst jetzt nicht gleich umschalten, wenn ein Film mit ihm kommt oder die DVDs wegwerfen oder alles mit Weihwasser besprühen.

    Es wird immer schlimmer.
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#3 olfwobAnonym
  • 13.07.2017, 20:26h
  • und immer wenn gar nichts mehr hilft, kommt das "Ich habe schwule Freunde, darum kann ich - egal was für LGBT feindliches Zeug ich auch immer sage - gar nicht homophob sein."
    Mag ein, dass er schwule Freunde hat, aber mit denen scheint er in letzter Zeit nicht gesprochen zu haben.
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