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Umstrittene Missbrauchs-Aussage
Kassel: Evolutionsbiologe hält an homophoben Thesen fest
Während Professor Kutschera weiterhin gegen Homo-Paare wettert, planen die Studenten seiner Uni eine Protestaktion mit Regenbogenwaffeln.

Professor Ulrich Kutschera, hier als Experte zu Charles Darwin in einer ARD-Sendung, macht seit Jahren mit Aussagen gegen die vermeintliche "Gender-Ideologie" von sich reden (Bild: Screenshot ARD)
- 18. Juli 2017, 11:11h 3 Min.
Der Kasseler Universitätsprofessor Ulrich Kutschera hat am Montag seine umstrittene Aussage bekräftigt, dass gleichgeschlechtliche Eltern ihre Kinder eher missbrauchten als heterosexuelle Paare. Gegenüber der HR-"Hessenschau" erklärte der Evolutionsbiologe, dass Kinder in Regenbogenfamilien eher sexuell missbraucht werden würden als wenn sie mit heterosexuellen Eltern aufwachsen würden. An dieser These, die Kutschera anlässlich der vom Bundestag beschlossenen Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im katholischen Portal kath.net aufgestellt hatte, gab es zuletzt heftige Kritik (queer.de berichtete).
Kutschera begründet seine Theorie gegenüber dem HR mit der Aussage, dass es bei Eltern eine "Inzucht-Hemmung" gebe, wenn ein Kind bei mindestens einem leiblichen Elternteil aufwachse – bei den meisten homosexuellen Paaren, die durch Adoption oder künstlicher Befruchtung zu Kindern kämen, sei das aber nicht der Fall und die Eltern daher eher eine Gefahr für die Kinder.
Als Beleg für seine These nannte Kutschera laut HR eine vermeintliche Studie, die 2009 unter der Überschrift "Gefährdung der Jungs" auf aerzteblatt.de erschienen war und in den letzten Wochen in einigen Artikeln und unter Homo-Hassern die Runde machte. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die Zusammenfassung einer Studie, sondern um einen Leserbrief; dieser bezieht sich auf eine Studie aus dem Jahr 2009, die zu einem völlig anderen Ergebnis kommt, nämlich dass es Kinder in Regenbogenfamilien gut gehe. Autor des Leserbriefs ist ein berüchtigter Heidelberger Psychiater, der die gleichgeschlechtliche Liebe für eine "sexuelle Störung" hält.
Kutschera-Thesen "wissenschaftlich hanebüchen"
Auch bei Kollegen erntet Kutschera Kopfschütteln für seine Thesen. So erklärte der Kasseler Erziehungswissenschaftler Harald Doenst im Interview mit der der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen", die Behauptungen des Biologie-Professors seien "wissenschaftlich hanebüchen".
Die These, homosexuelle Eltern stellten generell für Kinder eine Gefahr dar, sei einfach "Blödsinn", so Doenst. "Wir haben es leider mit der erschütternden Tatsache zu tun, dass Gewalt gegen Kinder, auch sexuelle Gewalt, in Familien zunimmt. Die Täter sind häufig Stiefväter aber auch die leiblichen Väter oder Verwandte, in der Regel heterosexuelle Männer. Das darf man doch nicht ausblenden."
SPD-Politiker kritisiert Kutschera
Kritik gibt es auch aus der Politik: So hat der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels auf Twitter erklärt, dass die Aussagen des Biologie-Professors nicht von der Wissenschaftsfreiheit gedeckt seien und es sich um einen Verstoß gegen die Achtung der Menschenwürde handeln würde. Zuvor hatte die Uni-Leitung erklärt, man könne nichts gegen den Professor unternehmen, da er "die Freiheit der Wissenschaft in Anspruch nehmen" könne.
/ Timon_GremmelsUnglaublich. Das ist nicht von #Wissenschaftsfreiheit gedeckt. Das verstößt gegen #Menschenwürde (Art. 1 GG). https://t.co/BuWStiY4Ac
— Timon Gremmels, MdL (@Timon_Gremmels) July 17, 2017
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AStA veranstaltet Regenbogenpicknick
Für Mittwoch plant der Allgemeinde Studierendenausschuss der Uni Kassel gemeinsam mit dem Kulturzentrum K19 ab 14 Uhr ein Regenbogenpicknick in der Nora-Platiel-Straße. Das Motto der Veranstaltung lautet: "Professor K. in die Queere kommen."

Auf Facebook lädt der AStA mit dem Worten ein: "Wir vom AStA backen euch nice Regenbogenwaffeln, das Kulturzentrum K19 bringt ein paar Getränke an den Start, wir sprechen miteinander und zeigen der Uni, dass an dieser Hochschule kein Platz für Homo- und Trans*Feindlichkeit und menschenverachtendes Verhalten ist." Bereits rund 70 Personen haben ihre Teilnahme zugesagt. (dk)















Ich hab mich unter anderem in Kassel für Psychologie beworben und dort ist die Wahrscheinlichkeit zugelassen zu werden auch noch am größten für mich glaub ich!
Na der soll mir bloß mal über den Weg laufen!