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Missbrauchsskandal bei Regensburger Domspatzen
Bericht: Homophober Kardinal verschleppte Aufklärung von Kindesmissbrauch
Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der Homosexualität gerne als "nicht akzeptabel" bezeichnet, behinderte offenbar die Aufklärung des massenhaften Missbrauch von Chorknaben.
- 18. Juli 2017, 13:03h 2 Min.
In einem der größten Missbrauchsskandale der katholischen Kirche in Deutschland werden in einem am Dienstag veröffentlichten Sonderbericht auch Würdenträger aus der katholischen Kirche belastet. Unter ihnen befindet sich Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der zwischen 2002 und 2012 Erzbischof von Regensburg war. Laut dem von Rechtsanwalt Ulrich Weber vorgestellten Bericht seien in den letzten Jahrzehnten mindestens 547 Chorknaben Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt gewesen.
Müller habe "eine klare Verantwortung" für die "strategischen, organisatorischen und kommunikativen Schwächen" des von ihm 2010 initiierten Aufarbeitungsprozesses, heißt es in dem Bericht. Dem heute 69-Jährigen war bereits zuvor wiederholt vorgeworfen worden, die Aufklärung des Skandals behindert zu haben.
Medienschelte statt Aufklärung
Müller hatte in der Vergangenheit auch immer wieder durch Attacken auf die Presse versucht, den Missbrauch herunterzuspielen: Im Jahr 2010 sagte Müller nach "Spiegel"-Angaben, Journalisten würden "kriminelle Energie" bei ihren Berichten über den Missbrauchsskandal bei den Domspatzen aufbringen. Er soll sogar bei einer Predigt erklärt haben, die Medien betrieben eine "Kampagne gegen die Kirche" wie in Zeiten des Nationalsozialmus.
Nach seiner Zeit als Erzbischof von Regensburg war Müller von 2012 bis vor wenigen Wochen Chef der mächtigen Glaubenskongregation im Vatikan. Er wurde erst Ende Juni von Papst Franziskus gefeuert – da es keine Begründung für die Entlassung gab, wird spekuliert, ob der Abgang mit dem Bericht zusammenhängt. Allerdings erklärte Autor Ulrich Weber, er habe den Vatikan nicht vorab über seinen Bericht informiert.
"Sündige Verhältnisse" bei Lesben und Schwulen
Müller attackierte in den letzten Jahren wiederholt Schwule und Lesben: So bezeichnete er 2014 ausgelebte Homosexualität als "nicht akzeptabel" (queer.de berichtete). In einem Buch bezeichnete er die "sündigen Verhältnisse" von Lesben und Schwulen als "pervers" (queer.de berichtete). Die Ehe für alle ist für ihn zudem eine "Diskriminierung des Ehebundes von Mann und Frau" (queer.de berichtete).
In dem Bericht wurde auch der ehemalige Chorleiter Georg Ratzinger, der Bruder des Ex-Papstes, belastet. Dieser habe zwar "kein Wissen über sexuelle Gewalt" gehabt, aber bei den Fällen körperlicher Gewalt weggeschaut. (dk)
















Ich verstehe nicht, wie überhaupt noch jemand Mitglied bei dieser Kinderschänder-Sekte sein kann. Dieser unmenschliche, unchristliche Hass-Verein ist an Verdorbenheit und Perversität nicht mehr zu überbieten.