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Missbrauchsskandal bei Regensburger Domspatzen

Bericht: Homophober Kardinal verschleppte Aufklärung von Kindesmissbrauch

Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der Homosexualität gerne als "nicht akzeptabel" bezeichnet, behinderte offenbar die Aufklärung des massenhaften Missbrauch von Chorknaben.


Gerhard Ludwig Kardinal Müller trägt laut dem Bericht "eine klare Verantwortung" (Bild: wikipedia)

  • 18. Juli 2017, 13:03h 26 2 Min.

In einem der größten Missbrauchsskandale der katholischen Kirche in Deutschland werden in einem am Dienstag veröffentlichten Sonderbericht auch Würdenträger aus der katholischen Kirche belastet. Unter ihnen befindet sich Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der zwischen 2002 und 2012 Erzbischof von Regensburg war. Laut dem von Rechtsanwalt Ulrich Weber vorgestellten Bericht seien in den letzten Jahrzehnten mindestens 547 Chorknaben Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt gewesen.

Müller habe "eine klare Verantwortung" für die "strategischen, organisatorischen und kommunikativen Schwächen" des von ihm 2010 initiierten Aufarbeitungsprozesses, heißt es in dem Bericht. Dem heute 69-Jährigen war bereits zuvor wiederholt vorgeworfen worden, die Aufklärung des Skandals behindert zu haben.

Medienschelte statt Aufklärung

Müller hatte in der Vergangenheit auch immer wieder durch Attacken auf die Presse versucht, den Missbrauch herunterzuspielen: Im Jahr 2010 sagte Müller nach "Spiegel"-Angaben, Journalisten würden "kriminelle Energie" bei ihren Berichten über den Missbrauchsskandal bei den Domspatzen aufbringen. Er soll sogar bei einer Predigt erklärt haben, die Medien betrieben eine "Kampagne gegen die Kirche" wie in Zeiten des Nationalsozialmus.

Nach seiner Zeit als Erzbischof von Regensburg war Müller von 2012 bis vor wenigen Wochen Chef der mächtigen Glaubenskongregation im Vatikan. Er wurde erst Ende Juni von Papst Franziskus gefeuert – da es keine Begründung für die Entlassung gab, wird spekuliert, ob der Abgang mit dem Bericht zusammenhängt. Allerdings erklärte Autor Ulrich Weber, er habe den Vatikan nicht vorab über seinen Bericht informiert.

"Sündige Verhältnisse" bei Lesben und Schwulen

Müller attackierte in den letzten Jahren wiederholt Schwule und Lesben: So bezeichnete er 2014 ausgelebte Homosexualität als "nicht akzeptabel" (queer.de berichtete). In einem Buch bezeichnete er die "sündigen Verhältnisse" von Lesben und Schwulen als "pervers" (queer.de berichtete). Die Ehe für alle ist für ihn zudem eine "Diskriminierung des Ehebundes von Mann und Frau" (queer.de berichtete).

In dem Bericht wurde auch der ehemalige Chorleiter Georg Ratzinger, der Bruder des Ex-Papstes, belastet. Dieser habe zwar "kein Wissen über sexuelle Gewalt" gehabt, aber bei den Fällen körperlicher Gewalt weggeschaut. (dk)

-w-

#1 Claudius 90Anonym
  • 18.07.2017, 17:12h
  • Die größten Hetzer wollen nur von ihren eigenen Verbrechen ablenken.

    Ich verstehe nicht, wie überhaupt noch jemand Mitglied bei dieser Kinderschänder-Sekte sein kann. Dieser unmenschliche, unchristliche Hass-Verein ist an Verdorbenheit und Perversität nicht mehr zu überbieten.
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#2 Taemin
  • 18.07.2017, 17:23h
  • Das sind die Leute, die uns über Moral belehren wollen. Gewalttäter und Kinderschänder. Dass die Hasspredigten und Hetztiraden dieser Typen gegen Schwule und Lesben, ihr Gegeifer gegen Menschenwürde und Grundrechte, ihre Verunglimpfung rechtlicher Gleichstellung und gesellschaftlicher Akzeptanz nach wie vor in der Presse veröffentlicht werden, dass ihnen Raum in Radio und Fernsehen zur Verbreitung ihrer dreckigen Gesinnung eingeräumt wird, ohne dass ihnen Journalisten unausgesetzt die mafiösen Strukturen und kriminellen Taten ihrer Organisation sowie die menschenverachtenden Verbrechen ihrer "Würden"träger um die Ohren hauen, ist ein Skandal. Die Kirche ist nicht moralische Instanz, die zu allen gesellschaftlichen Fragen als Sachverständiger zu hören ist, sondern sie hat als kriminelles Syndikat Gegenstand journalistischer Recherche, strafrechtlicher Ermittlung und vor allem allgemeiner gesellschaftlicher Ächtung zu sein. Wann endlich wird das in diesem Lande begriffen? Der Finanzchef des Vatikans im Mittelpunkt von Untersuchungen der australischen Polizei und Staatsanwaltschaft wegen sexueller Übergriffe auf Schutzbefohlene; der bisherige Boss der Glaubenskongregation als Beschützer von Kindesmisshandlern und Päderasten entlarvt - die oberste Spitze der Kirche! Der Bruder des vorigen Papstes Mitwisser zumindest von nicht sexuellen Misshandlungen! Müssen wir wirklich darauf warten, bis auch dem jetzigen Papst selbst die Biedermannsmaske vom Gesicht gerissen wird? Bildet sich jemand etwa ein, der habe nie gewusst, was in seiner Kirche vorgeht?
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#3 ursusEhemaliges Profil
  • 18.07.2017, 17:40h
  • ein kardinal hetzt gegen menschen. stört das eigentlich noch irgendwen außer uns?

    es gibt massenhaft sexuellen missbrauch in der katholischen kirche. ist noch irgendjemand davon wirklich entsetzt?

    ein kardinal vereitelt die strafverfolgung. wundert uns das eigentlich noch?

    das alles ist nicht wirklich ein großer skandal und hat keinerlei ernste folgen für irgendwen. erwartet das eigentlich noch jemand?

    was sagt das alles nicht nur über diese kirche aus, sondern über die verfassung unserer gesellschaft, unserer medien, unserer politik? und über uns selbst?

    www.kirchenaustritt.de
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