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Homo- und Transphobie aus Neukölln
Heinz Buschkowsky: Keine "Arbeitergroschen" für Queer-Politik
In seiner neuen "Bild"-Kolumne pöbelt der SPD-Politiker und ehemalige Berliner Bezirksbürgermeister gegen Unisex-Toiletten und "Bi-Straßen".

Durch markige und rechte Sprüche bundesweit bekannt: Heinz Buschkowsky war von 1991 bis 1992 und erneut vom 2001 bis 2015 Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln (Bild: Christliches Medienmagazin pro / flickr)
- 19. Juli 2017, 09:32h 2 Min.
Der ehemalige Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln Heinz Buschkowsky hält weder etwas von Straßenbenennungen nach LGBTI-Persönlichkeiten noch von Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden. "Ätzend, dass wir diesen Unsinn finanzieren", titelt der SPD-Politiker seine neue wöchentliche Kolumne in der "Bild"-Zeitung – wobei ein Johanna-Elberskichen-Weg sicher genauso viel kosten würde wie der im April eingeweihte Günter-Pfitzmann-Platz.
Der 67-Jährige diffamiert Homosexualität in seinem Text als "Sexualpraxis", für die man sich quasi schämen müsste. Denn lesbische oder bisexuelle Persönlichkeiten der Geschichte, die sich etwa für Emanzipation und gleiche Rechte engagierten, mit "sexualisierten Straßennamen" zu outen, sei pietätlos, so Buschkowsky. Wörtlich schreibt er:
"Ich frage mich allerdings, wie ich denn einen Straßennamen 'Elke Mustermann' einer bestimmten Sexualpraxis zuordnen kann. Wenn man diese Neigungen von Menschen öffentlich sichtbar machen will, dann muss man sie konsequenterweise dem Straßennamen durch eine beschreibende Unterzeile hinzufügen. Also etwa: 'Elke Mustermann, bisexuell'. Ob das im Sinne der betroffenen verstorbenen Frauen ist, wage ich schwer zu bezweifeln. Aber was gilt schon Pietät."
Auch für die von Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) geplante Umwidmung einiger Behörden-Klos zu Unisex-Toiletten (zum Preis von jeweils 500 Euro) hat Buschkowsky nur Spott übrig – und hetzt dabei "Arbeiter" gegen Trans- und Intersexuelle auf, deren Diskriminierung durch die Maßnahme abgebaut werden soll:
"Tja, die Berliner Politik lässt nichts aus, was die Entwicklung der Menschheitsgeschichte voranbringt. Da sperrt sie sich auch nicht gegen äußerst drängende Probleme. Dass wir diesen Unsinn aber mit Arbeitergroschen finanzieren, ist echt ätzend."
Dass LGBTI auch Steuern zahlen (und dabei selbst Arbeiter sein können), hat Heinz Buschkowsky sicher übersehen…
Der SPD-Politiker, der von 1991 bis 1992 und erneut vom 2001 bis 2015 Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln war, torpediert mit seiner Kolumne gezielt die Queer-Politik des rot-rot-grünen Senats, der Berlin zur "Regenbogenhauptstadt" machen will (queer.de berichtete). Mit umstrittenen Äußerungen zu Islam und Integration stellte der Sprücheklopfer die Geduld seiner Partei schon häufig auf die Probe. Mit seiner "Bild"-Kolumne hat er nun eine neue Grenze überschritten, auf die die Sozialdemokraten reagieren müssen! (mize)














