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Happy Birthday!
BZgA wird 50 Jahre alt
Genau vor 50 Jahren wurde die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegründet, die in den Achtzigerjahren den Slogan "Gib Aids keine Chance" prägte.

Die Aids-Aufklärung der BZgA gilt heute als Grund, warum Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn sehr niedrige HIV-Neuinfektionszahlen aufweist. 2016 startete die Behörde ihre upgedatete Aids-Kampagne unter dem Titel "Liebesleben", in der auch gruppenspezifische Plakate für Schwule erstellt wurden (Bild: BZgA)
- 20. Juli 2017, 10:38h 2 Min.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) feiert einen runden Geburtstag: Gegründet am 20. Juli 1967, trägt die Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums mit ihrem Sitz in Köln seit einem halben Jahrhundert mit bundesweiten Präventionsmaßnahmen zur gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung bei.
Aufgabe der BZgA ist es, der Bevölkerung fachlich fundierte und zielgruppengerecht aufbereitete Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen. Damit unterstützt sie die Bevölkerung, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln, um in gesunden Verhältnissen aufwachsen, leben, arbeiten und gesund älter werden zu können. Beispielsweise informiert die Behörde Jugendliche über die Gefahren von Alkohol und Tabak oder gibt Tipps für eine ausgewogene Ernährung.
Die BZgA spielte insbesondere bei der Aids-Krise eine entscheidende Rolle – ihr ist es, auch in der gemeinsamen Arbeitsteilung mit der Deutschen Aids-Hilfe, zu verdanken, dass Deutschland eine der niedrigsten Infektionsraten in Europa hat, u.a. dank der bisher erfolgreichsten BZgA-Kampagne "Gib Aids keine Chance", die im Jahre 1987 an den Start ging und freilich immer wieder in der Kritik stand. In den Achtzigerjahren wurde die Aufklärungsarbeit insbesondere von der katholischen Kirche angegriffen, die statt den plakatierten Kondomen lieber Werbung für Enthaltsamkeit gesehen hätte.
Noch immer Widerstand gegen Aids-Aufklärung
Die Aids-Aufklärung ist auch noch heute umstritten: So stellte die AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" im vergangenen Jahr Strafanzeige gegen die BZgA, weil die Behörde im Rahmen ihrer neuen Aids-Kampagne "Liebesleben" jugendgefährdende "Sex-Plakate" aufhängen lasse (queer.de berichtete). Die homophobe Organisation "Demo für alle" startete zudem eine Onlinepetition gegen die "schamverletzenden Bilder" (queer.de berichtete). Die Kritik an Aids-Aufklärung schaffte es auch in den Mainstream: So machten auch die Boulevardblätter "Bild" und B.Z. Stimmung gegen die upgedatete BZgA-Kampagne (queer.de berichtete).
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will von der Kritik nichts wissen: "Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Gesundheitswesens geworden. Seit 50 Jahren informiert sie Bürgerinnen und Bürger mit großem Einsatz – und oft auch mit Humor – zu wichtigen Gesundheitsfragen." Familienministerin Katarina Barley (SPD) nannte es einen Erfolg der BZgA, dass "sich Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland gut aufgeklärt fühlen". (dk)
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Links zum Thema:
» BZgA-Homepage
» Homepage der Kampagne "Liebesleben"















www.reclam.de/detail/978-3-15-009933-9/
Zum Geburtstag alles Gute der Bundeszentrale!
Es ist gut und wichtig, dass den AIDS-Hilfen noch eine weitere Instanz gegenübersteht. Zu einer Vertiefung des Niveaus hat das allerdings nicht geführt, zumindest nicht in den Darstellungen für's gemeine Publikum.
»Schamverletzende Bilder« und »Sex-Plakate« sind gut und richtig!
Nur: Darin erschöpft sich die Tätigkeit der BZgA nicht.
Ausserdem werden wir alle etwas älter und ruhiger (das gilt sogar für den HI-Virus) und da wäre es nett, wenn einem bisweilen auch etwas anspruchsvollerer Kost serviert werden könnte.