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Bottomüberschuss
Umfrage: Nur jeder zehnte Schwule will einen passiven Partner
Warum haben es Bottoms schwerer, einen Partner zu finden? Die Umfrage eines schwulen Datingportals gibt Antworten.

Laut der Umfrage gibt es weit mehr Töpfe (re.) als Deckel (Bild: Man's Art)
- 20. Juli 2017, 13:04h 2 Min.
Eine am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des deutschen Datingportals gay.de unter 1.121 Nutzern kommt zu dem Ergebnis, dass es ein deutliches Ungleichgewicht in der sexuellen Rollenverteilung von schwulen und bisexuellen Männern gibt. Während 43 Prozent der Befragten angeben, am liebsten bottom zu sein und die passive Rolle zu bevorzugen, präferieren lediglich 24 Prozent die aktive Rolle beim Sex.
Als ausschließlich aktiv identifizieren sich sogar nur sechs Prozent. Ein Drittel bezeichnet sich dagegen als versatil und nimmt also sowohl die aktive als auch die passive Rolle ein.
Die Autoren der Studie warnen jedoch, dass die Ergebnisse mit "einer gewissen Vorsicht" zur Kenntnis genommen werden müssten. Der Einfluss queer-soziologischer Phänomene wie das sogenannte "Bottom Shaming" sollte nicht unterschätzt werden: Wer beim Sex passiv ist, bekommt nicht selten abwertende, schwache und nicht-männliche Attribute zugeschrieben.
Entsprechend zurückhaltend dürften manche Männer sein, sich selbst öffentlich in Dating-Portalen als Bottom zu outen. Möglicherweise muss daher von einer noch viel größeren Dunkelziffer der Bottoms ausgegangen werden.
Um die tatsächliche Verteilung der sexuellen Rollen etwas besser einschätzen zu können, fragte gay.de deshalb auch, welche sexuelle Rolle sich die Nutzer des Portals bei ihren Partnern wünschten. Das Ergebnis zeigt: Die Mehrheit möchte zwar einen Partner, der versatil ist, jedoch wünscht sich jeder Dritte am liebsten einen aktiven Partner. Einen passiven Partner möchte dagegen bloß jeder Zehnte.

Fast 40 Prozent haben noch nie einen HIV-Test gemacht
Zu besorgniserregenden Ergebnissen kommt die Frage nach der Testbereitschaft für sexuell übertragbare Krankheiten: So gaben 39 Prozent der Befragten an, noch nie einen Test auf HIV oder andere Geschlechtskrankheiten durchgeführt zu haben. 32 Prozent lassen sich ein Mal im Jahr testen, neun Prozent alle sechs Monate und 20 Prozent alle drei Monate oder öfter.

Der hehre Wunsch nach Treue
Das Konzept der Treue steht bei vielen Schwulen hoch im Kurs: Mehr als drei Viertel der Befragten ist sexuelle Treue in der Beziehung wichtig oder sehr wichtig. Allerdings offenbart die Frage nach dem eigenen Verhalten einen Widerspruch: Demnach sind 52 Prozent schon mindestens einmal fremdgegangen. (cw)















