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"Ich und R"
ARD dreht Gesellschaftssatire über Rudolph Moshammer
Das verrückte Leben des 2005 ermordeten Modemachers wird Thema eines Fernsehfilmes, der im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll.

Der Film- und Theaterschauspieler Thomas Schmauser wird Rudolph Moshammer darstellen (Bild: BR / Dominik Elstner)
- 25. Juli 2017, 13:01h 2 Min.
Am Montag haben in der Nähe von Prag die Dreharbeiten zu einer Gesellschaftssatire über Rudolph Moshammer begonnen. Der Arbeitstitel des Fernsehfilms lautet "Ich und R". Autor und Regisseur Alexander Adolph ("Tatort: Der tiefe Schlaf") erzählt darin eine fiktive Geschichte, angelehnt an das Leben des Modemachers, einer der schillerndsten Figuren der Münchner Schickeria. Die Gesellschaftssatire handelt laut ARD "von einer ungewöhnlichen Freundschaft und davon, was Geld aus Leuten macht".
In der Rolle des Rudolph Moshammer ist Thomas Schmauser ("Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi") zu sehen, seine Mutter Else wird von Schauspielveteranin Hannelore Elsner ("Alles inklusive") gespielt. In weiteren Rollen tritt neben Lena Urzendowsky als Evi auch Robert Stadlober ("Sommersturm") in einer Doppelrolle auf. Die Ausstrahlung der Produktion ist für 2018 im Rahmen des Film-Mittwoch im Ersten geplant.
Moshammer zwischen Mutter Else und Fußpflegerin Evi
Die Story: Im München der Achtzigerjahre Jahre ist Rudolph Moshammer der prominenteste Modemacher. Das reicht aber seinen stillen Teilhabern und Finanziers nicht mehr aus. Sie wollen, dass der Laden in der Maximiliansstraße auch den Hoch- und Geldadel, die Reichsten der Reichen als Kunden gewinnt. Deshalb sucht Moshammer – zum Entsetzen seiner Mutter Else – für den Verkauf eine junge, verführerische Frau. Er findet die auf den ersten Blick nicht besonders auffallende und ungeschickte Evi, eine junge Fußpflegerin aus Augsburg. Aus ihr, so erklärt der Modemacher, werde er eine aufregende Frau machen. Und tatsächlich: Mit Evis Hilfe gewinnt Moshammer Herzen und Geldbörsen der wahrhaft Reichen – wäre da nicht seine Mutter, die im Hintergrund Intrigen schmiedet.
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Im wirklichen Leben war Rudolph Moshammer in der Nacht zum 14. Januar 2005 in seinem Doppelhaus im Münchner Vorort Grünwald im Alter von 64 Jahren vom damals 25-jährigen Iraker Herisch A. mit einem Kabel erdrosselt worden (queer.de berichtete). Nach Aussagen des hoch verschuldeten Täters hatte ihn Moshammer nahe dem Münchner Hauptbahnhof angesprochen und ihm 2000 Euro Lohn für sexuelle Dienstleistungen in Aussicht gestellt. Im Haus Moshammers sei es zwischen den beiden zum Streit um die Bezahlung gekommen und die Situation sei eskaliert. Der Verdächtige wurde zehn Monate nach der Tat wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Der Bund lesbischer und schwuler JournalistInnen (BLSJ) kritisierte damals die Medienberichterstattung um den Moshammer-Mord, weil andauernd über Ermittlungen im "Homosexuellen-Milieu" berichtet worden war (queer.de berichtete). (cw)
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Dass er (heimlich) schwul war und von einem Münchener Bahnhofs-Stricher mit östlichem Migrationshintergrund ermordet wurde, macht ihn nicht zu einer Ikone der Schwulenbewegung.
Peinlich war sein Auftritt als Bewerber beim ESC. Überaus peinlich, nämlich zum Fremdschämen.
Die in seinem Laden veräusserten Klamotten waren von der Bussi-Bussi-Society hochgeschwätztzer Billig-Ramsch und keineswegs selbstgeschneidert.
Trotzdem war Moshammer in all seiner Lächerlichkeit eine liebenswerte Person.