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"Zahlreiche Klischees"

Drei Millionen Euro Strafe für homophoben "Scherz"

In einer Livesendung des französischen TV-Senders C8 hatte Moderator Cyril Hanouna ahnungslose schwule Singles angerufen und durch den Kakao gezogen – jetzt reagierte die Rundfunkaufsicht.


Moderator Cyril Hanouna gilt als Star des französischen Privatsenders C8 (Bild: Europe 1)

  • 27. Juli 2017, 04:37h 12 2 Min.

Die französische Rundfunkaufsicht Conseil supérieur de l'audiovisuel (CSA, deutsch: Hoher Rat für audiovisuelle Medien) hat den Fernsehsender C8 am Mittwoch zu einer Geldstrafe von drei Millionen Euro verurteilt. Grund ist ein homophober "Scherz" in der Sendung "Touche Pas A Mon Poste" (TPMP) vom 18. Mai.

Moderator Cyril Hanouna hatte in der Live-Sendung mit schätzungsweise 750.000 Zuschauern schwule Männer angerufen, die auf eine gefälschte Anzeige in einer Online-Partnerbörse reagiert hatten, und diese dann veralbert. Bei der Rundfunkaufsicht gingen seitdem fast 47.000 Programmbeschwerden ein – so viele wie nie zuvor.

Verletzung der Privatsphäre

Der CSA begründete die hohe Strafe damit, dass durch den Ausschnitt in "Touche Pas A Mon Poste" "zahlreiche Klischees" und Stereotype über Homosexuelle verbreitet worden seien. Auch sei der Sender lax mit Persönlichkeitsrechten umgegangen: "Diese Menschen, zumeist homosexuelle Männer, wurden nicht über die Identität des Gesprächspartners informiert und haben, im Glauben, sich in einem privaten Gespräch zu befinden, teilweise öffentlich Informationen über ihr Intim- und Sexuallleben preisgegeben."

Der private TV-Sender C8 habe daher gegen den Respekt vor dem Privatleben und die Verpflichtung verstoßen, Diskriminierungen zu bekämpfen. Dem Vorschlag der Ermittler, Hanounas Show für eine Woche abzusetzen, folgte der Rat jedoch nicht.

Die Sendung "Touche Pas A Mon Poste" war bereits mehrfach wegen Sexismus verwarnt worden. C8 kündigte an, rechtlich gegen die Geldstrafe vorzugehen. 3 Millionen Euro sind für das Unternehmen kein Betrag aus der Portokasse; der Umsatz 2015 betrug 135 Millionen Euro. (cw)

-w-

#1 Dont_talk_about
  • 27.07.2017, 10:20hFrankfurt
  • So ein Bloßstellen von Partnersuchenden geht ja wohl gar nicht, ganz unabhängig von der sexuellen Orientierung. Ich hoffe, der Sender geht davon pleite. 3 Mio wäre bei 750.000 Zuschauern zur Prime Time, falls man sich nur aus Werbung finanziert, ja erstmal zu stemmen
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#2 AlexAnonym
  • 27.07.2017, 10:29h
  • Wenn das hier bloß auch so wäre. RTL2 wär längst Pleite.
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#3 TimonAnonym
  • 27.07.2017, 11:18h
  • Richtig so.

    Homophobie als angeblichen Humor verkaufen zu wollen, macht sie auch nicht besser.

    Und unbedarfte Menschen am Telefon zu verarschen, das ohne ihr Wissen mitzuschneiden und ohne ihr Einverständnis zu veröffentlichten, geht gar nicht.
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