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Schlag gegen LGBTI-Rechte
Sogar vielen Konservativen geht Trumps Trans-Verbot zu weit
Das Verbot Transsexueller im US-Militär hat hohe Wellen geschlagen: Außer von der religiösen Rechten gibt es fast ausschließlich Kritik an Präsident Trump.

Transsexuelle verboten: Soldaten der US Army bei einem Einsatz im Irak (Bild: The U.S. Army / flickr)
- 27. Juli 2017, 10:54h 4 Min.
Das vom US-Präsidenten am Mittwochmorgen verkündete Verbot Transsexueller in den Streitkräften hat seither die amerikanischen Nachrichtensender dominiert und zu viel Kritik geführt. Donald Trump hatte via Twitter angekündigt, die von der Obama-Regierung vor einem Jahr bekannt gegebene Aufhebung des Trans-Verbotes in Army, Navy, Air Force und den Marines wieder rückgängig zu machen. Damit könnten viele transsexuelle Soldaten, die sich nach der Aufhebung des Verbots geoutet hatten, ihren Job verlieren.
Scharfe Kritik übten insbesondere Bürgerrechtler und Oppositionspolitiker. Die "Human Rights Campaign", die größte LGBTI-Organisation der USA, nannte den Schritt "gefährlich und unpatriotisch". "Trump hat eine Zielscheibe an den Rücken von 15.000 Trans-Soldaten gehängt, die bislang stolz im Militär dienen", sagte HRC-Chef Chad Griffin. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU hat bereits angekündigt, gegen das geplante Verbot zu klagen.
"Herr Trump, Sie stehen auf der falschen Seite der Geschichte"
Der ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders kritisierte Trump ebenfalls scharf: "Herr Trump, Sie stehen auf der falsche Seite der Geschichte", schrieb der Senator auf Twitter. "Diskriminierung hat keinen Platz in unserem Militär oder unserer Gesellschaft. Wir müssen auf der Seite von Transmenschen stehen." Sanders postete dazu einen Zeitungsausschnitt aus den Vierzigerjahren, in dem das Ende der Rassentrennung im Militär angekündigt wird – und stellte diesen 70 Jahre alten Fortschritt der Ankündigung Trumps gegenüber.
/ SenSandersMr. Trump, you are on the wrong side of history. Discrimination has no place in our military or society. We must stand with trans people. pic.twitter.com/pG0i5BxtT3
— Bernie Sanders (@SenSanders) July 26, 2017
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Selbst in den Reihen der Republikaner fühlen sich viele unwohl mit dem Trans-Verbot: So sagte etwa der 83-jährige Senator Orrin Hatch gegenüber der Zeitung "USA Today": "Ich denke nicht, dass wir irgendjemanden diskriminieren sollten. Trans-Menschen sind Menschen."
Die Worte von Hatch waren besonders überraschend, da sich der aus dem Mormonenstaat Utah stammende erzkonservative Politiker bislang nicht als Kämpfer für LGBTI-Rechte hervorgetan hat. Ganz im Gegenteil hatte er sich in den Siebzigern für ein Berufsverbot für lesbische und schwule Lehrer eingesetzt und erklärt, er wolle seine Kinder weder von Homosexuellen noch von Nazis unterrichten lassen. Unter der Regierung von George W. Bush kämpfte er dafür, das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Bundesverfassung zu verankern.

Sein Leben lang kämpfte Senator Orrin Hatch gegen LGBTI-Rechte, allerdings geht selbst ihm das Trans-Verbot zu weit (Bild: Gage Skidmore / flickr)
Mehrere weitere hochrangige Republikaner kritisierten Trumps Verbot, etwa Senatorin Joni Ernst, die selbst gedient hat und es bis zur Oberstleutnantin geschafft hat. Auch die republikanische Kongressabgeordnete Ileana Ros-Lehtinen, die einen transsexuellen Sohn hat, forderte den Präsidenten auf, Transsexuelle in den Streitkräften zuzulassen. Ihr Fraktionskollege Charlie Dent schrieb auf Twitter: "Amerikaner, die willens und fähig sind, sollten dienen dürfen, egal welche Rasse, Religion, welches Geschlecht, welche sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität sie haben."
/ RepCharlieDentAmericans who are willing & able should be allowed to serve U.S. regardless of race, religion, gender, sexual orientation or gender identity
— Rep. Charlie Dent (@RepCharlieDent) July 26, 2017
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Trump will mit Trans-Verbot offenbar von Skandalen ablenken
Viele Journalisten gingen in Kommentaren davon aus, dass Trump das Trans-Verbot taktisch einsetzt, weil er unter anderem wegen der Russland-Affäre unter Druck steht. Im Intellektuellenmagazin "New Yorker" hieß es etwa, das Trump-Verbot zeige "eine weitere Ebene seines politischen Zynismus und seine Bereitschaft, jegliche Taktik zu nutzen, um sich aus seiner Zwangslage zu befreien".
Kritik gab es auch von transsexuellen Soldaten, die sich nach der Ankündigung der Obama-Regierung, das Trans-Verbot aufzuheben, geoutet hatten. So erklärte Luftwaffen-Oberfeldwebel Logan Ireland im Magazin "Air Force Times": "Ich möchte sehen, wie sie versuchen, mich aus dem Miltiär zu schmeißen. Man kann mir doch nicht das Recht verweigern, meinem Land zu dienen, wenn ich sehr qualifiziert und bereit bin, mein Leben zu geben." Der frühere Armee-Feldwebel Shane Ortega, der sich als erster Soldat als transsexuell geoutet hatte, kritisierte Trump gegenüber "Mic" als "Drückeberger", der keine Ahnung vom Militär habe. Er deutete damit an, dass sich Trump während des Vietnam-Kriegs, als er eigentlich im wehrfähigen Alter war, dienstuntauglich schreiben ließ und so nie in den Streitkräften dienen musste.
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Die religiöse Rechte ist hingegen von Trumps Schritt begeistert. Die einflussreiche Lobbygruppe "Family Research Council" erklärte etwa, dass Transsexuelle zu hohe Kosten verursachten: "Das letzte, was wir tun sollten, ist Milliarden von Dollar, die für die Ausbildung unseres Militärs bestimmt ist, in Geschlechtsumwandlungen zu investieren." Allerdings wies die "Washington Post" darauf hin, dass das Militär schon heute fünf Mal mehr für Viagra ausgebe, als es für Trans-Soldaten aufbringen würde.
Andere LGBTI-feindliche Aktivisten hoffen, dass der Ausschluss Transsexueller erst der erste Schritt der Trump-Regierung ist. Der christlich-fundamentalistische Verleger Matt Barber forderte, dass der Präsident als nächsten Schritt "alle sexuelle Abweichungen" aus dem Militär entfernen müsse – also auch Schwule und Lesben. (dk)















Ja, und dann kommen noch die Kosten für psychologische Betreuung von Einsatz-Trauma und Kriegs-Syndrombei den anderen Soldat*innen und Forces-Mitarbeiter*innen dazu, die Versorgung der Versehrten und während der Ausbildung oder im Dienst Verletzten. Wenn das alles zu teuer ist, muss der Militär-Etat von über 600 Milliarden §US schon lange auf Pump laufen. Bei welcher chinesischen Bank leihen die USA noch gleich? Rand an der Schürze, äh, Scherz am Rande.
Oh ja, Trump hat den Militärdienst verweigert? Ganz toller Hecht. Voll der Patriot. Dann würde es ihm gut zu Gesicht stehen, sich kritisch wortkarg zu setzen.
Mit seiner "Make America devided again"-Strategy kommt der noch ganz weit in die Miesen, wenn er so weiter reGIERt.