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- 09. Juni 2005 2 Min.
Hamburg Der Hamburger Justizsenator Roger Kusch (CDU) hat den CSD als unnötig beschrieben. Der 50-Jährige, der "nach eigenen Angaben selbst homosexuell" (AP) ist, sagte der "Hamburger Morgenpost" zur Parade am Samstag: "Politisch ist sie mit Sicherheit nicht mehr nötig. Aber sie ist ein gesellschaftlich belebendes Element und verdient Unterstützung. Aber ungefähr so wie auch das Alstervergnügen." Schwule und Lesben hätten es nicht mehr nötig, "sich zu inszenieren noch sich zu verstecken", und Hamburg sei "nicht nur die schönste Stadt Deutschlands, sondern auch die schwulen- und lesbenfreundlichste", so Kusch weiter, trotz gegenteiliger Kritik der GAL. Rechtlich sei nichts zu tun: "Das Einzige, was man noch fordern kann, ist die rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und der Ehe. Aber Forderungen, die Geld kosten, sind im Augenblick nur dann denkbar, wenn sie gesellschaftlich unter den Nägeln brennen." Das gelte auch für das geplante, bundesweite Antidiskriminierungsgesetz: "Ein Gesetz, das Arbeitsplätze vernichtet, ist für Deutschland Gift. Ich bin sicher, dass mich die Mehrheit der Schwulen und Lesben in meinem Kampf gegen dieses Gesetz unterstützen", sagte Kusch der Zeitung. Der Politiker rechtfertigte auch Kürzungen bei Coming-out-Projekten und Aids-Hilfen. "Die Comingout-Hilfe war ein unterstützungswertes Unternehmen. Aber in einer Großstadt wie Hamburg im Jahr 2005 kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass eine solche Hilfe noch nötig ist", so Kusch, der sich erst nach dem drohenden Outing durch Ronald Schill der Öffentlichkeit gegenüber als schwul erklärte. "Und HIV-infizierte Menschen haben in Deutschland volle medizinische Hilfe. Heute ist HIV nicht mehr anders wahrzunehmen als andere Krankheiten", so Kusch. (nb)










Auf welchem Stern lebt der Mann eigentlich?