https://queer.de/?29386
"Moses jenseits des Regenbogens"
Doku zeigt Schicksal eines schwulen Flüchtlings in München
Wer knapp 24 Minuten Zeit hat, kann auf Youtube vom Leben des schwulen Flüchtlings Moses aus Uganda erfahren, der in seinem Heimatland wegen seiner Homosexualität als Verbrecher gilt – und dem trotzdem die Abschiebung aus Deutschland droht.

Moses Makumbi droht die Abschiebung aus Deutschland (Bild: queerelations 2017 / Sabine Jakobs)
- 1. August 2017, 11:19h 2 Min.
"Wenn du schwul bist, wirst du in Uganda bestraft und eingesperrt", erzählt Moses Makumbi in einer neuen Dokumentation, die jetzt auf Youtube veröffentlicht wurde. Der junge Mann konnte erfolgreich vor der Verfolgung in seinem Heimatland nach Deutschland fliehen.
In Uganda ist auf Homosexualität eine lebenslange Haftstrafe möglich. Letztes Jahr wurde sogar ein achtjähriges Mädchen wegen Verdachts auf lesbische Aktivitäten festgenommen (queer.de berichtete).
Sicher, so zeigt die neue Doku, ist Moses aber auch hierzulande nicht: In der Dokumentation kommt sein psychologischer Berater Christopher Knoll zu Wort, der weiß, dass Moses noch immer in Lebensgefahr ist, weil sich deutsche Beamte oft nicht um die prekäre Lage dieser Flüchtlinge scheren: "Wir erleben dauernd Entscheidungen, wo sie die Leute doch dahin zurückschicken wollen, wo Gefahr für Leib und Leben ist."
Moses ist kein Einzelfall
Die 24-minütige Dokumentation wurde vom Mediennetzwerk queerelations unter dem Titel "Moses jenseits des Regenbogens" veröffentlicht; Moses stehe dabei nicht nur als Einzelschicksal da, sondern exemplarisch für den Kampf von vielen LGBTI-Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen. In dem Film wird die unmenschliche Situation für LGBT in Uganda ebenso thematisiert wie die Hilfsangebote für Geflüchtete in München als auch die unmenschliche Situation in ländlichen Asylbewerberunterkünften und in der Behandlung durch die Behörden.
|
|
Bereits im Juni berichtete Mentor Stephan Pflaum, der Moses begleitete, auf queer.de vom Schicksal seines Schützlings. Pflaum erklärte, er wünsche sich nichts mehr, als dass Moses in Deutschland bleiben kann: "Nichts hat sich mehr in meinen Kopf eingebrannt wie sein Satz: 'If I have to go back I am going to die.'" (cw)















Nur weil für andere ein Land ein "sicheres Herkunftsland" ist, ist es das noch lange nicht für Homo-, Bi- und Transsexuelle.