Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?29394

Linkspartei Mönchengladbach

Bundestagswahl: Direktkandidat will ErzieherIn statt Erzieher sein

Sebastian Merkens kämpft für eine geschlechtergerechte Sprache. Daher will der schwule Linken-Politiker aus Möchengladbach in offiziellen Papieren zur Bundestagswahl als ErzieherIn bezeichnet werden.


Sebastian Merkens (li.) und sein Parteifreund Erik Jansen wollen die Entscheidung des Wahlkreisausschusses nicht akzeptieren. (Bild: Die Linke Mönchengladbach)

  • 2. August 2017, 14:06h 124 2 Min.

Der schwule Direktkandidat der Linkspartei in Mönchengladbach möchte geschlechtergerecht als ErzieherIn, nicht als Erzieher bezeichnet werden. Daher legte der 37-jährige Sebastian Merkens Einspruch gegen die Entscheidung des Kreiswahlausschusses ein, der seine Berufsbezeichnung in der Veröffentlichung im Rahmen der Bundestagswahl in "Erzieher" geändert hat. Eine Entscheidung über den Einspruch wird im Düsseldorfer Landtag frühestens am Donnerstag gefällt.

Merkens argumentiert, dass es kein Gesetz gebe, das die Bezeichnung "ErzieherIn" verbiete: Über die Verwendung einer geschlechterneutralen oder einer geschlechterspezifischen Angabe bei der Veröffentlichung der Berufsbezeichnung von Kandidaten gebe es im Rahmen der Bundeswahlordnung keinerlei gesetzliche Regelung. Jedoch habe die NRW-Landesregierung in ihrem Leitfaden "Gleichstellung Sprache" bereits erklärt, dass eine Gesellschaft, die die Gleichstellung von Frauen und Männern zum Ziel habe, "auch eine gleichstellungsgerechte Rechtssprache" erfordere.

Berufsbezeichnung soll "offen für alle Identitäten" sein

Nach Auffassung von Merkens kommt die Formulierung "Erzieher" als Berufsbezeichnung bei der offiziellen Veröffentlichung den Vorgaben des Landes zur Geschlechterneutralität nicht nach. Zwar identifiziere er sich persönlich als Erzieher, eine allgemeine Berufsbezeichnung müsse seiner Ansicht nach aber "offen für alle Identitäten" sein.

Merkens' Parteifreund, der Möchengladbacher Linken-Kreisschatzmeister Erik Jansen, der im Landtag für den Beibehalt der geschlechterneutralen Formulierung vorsprechen soll, glaubt nicht, dass die Erfolgsaussichten in diesem konkreten Fall besonders hoch sind. Es sei jedoch zunächst einmal wichtig, auf diesen Missstand im Wahlrecht aufmerksam zu machen, um langfristig eine geschlechtergerechte Formulierung auf den Wahlzetteln umsetzen zu können.

Der 1980 geborene Sebastian Merkens ist parteipolitisch noch ein praktisch unbeschriebenes Blatt. Er hat langjährige Erfahrung als Leiter eines Jugendzentrums und arbeitet aktuell mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen. Seit sieben Jahren ist er Chef des Stadtjugendrings Mönchengladbach. Außerdem ist er Sprecher der parteiinternen AG Queer Mönchengladbach. (dk)

 Update  5. August: Landeswahlausschuss lehnt Antrag ab

Der Landeswahlausschuss im Düsseldorfer Landtag hat den Einspruch von Merkens zurückgewiesen. Auf dem Stimmzettel wird damit als seine Berufsbezeichnung "Erzieher" vermerkt sein.

-w-

#1 Aufrechtgehn
#2 ursusEhemaliges Profil
  • 02.08.2017, 16:35h
  • das binnen-i mag ja einen gewissen retro-schick verströmen, ist aber nur dann "offen für alle Identitäten", wenn man allen nicht-binären menschen ihre identität abspricht.

    ich empfehle ein update in der persönlichen identitäts-datenbank. dazu wäre es gut, mal ein buch über geschlechterpolitik in die hand zu nehmen, das nach 1985 erschienen ist.
  • Direktlink »
#3 MerkwürdigAnonym
  • 02.08.2017, 17:02h
  • Hasskommentare von ganz rechts und verhöhnt werden von FDP und CDU sind ihm sicher.
  • Direktlink »