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Akzeptanz wird größer
US-Umfrage: Muslime weniger homophob als weiße Evangelikale
Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Akzeptanz von Homosexualität in den USA rasant angestiegen. Besonders religiöse Muslime haben weniger Probleme mit Schwulen und Lesben.

Die Akzeptanz von Homosexualität liegt in den USA unter Muslimen genauso hoch wie unter Protestanten (Bild: Quinn Dombrowski / flickr)
- 3. August 2017, 08:35h 3 Min.
Die amerikanische Bevölkerung hat in den letzten zehn Jahren ihre Abneigung gegen Schwule und Lesben rasant abgebaut. Besonders unter Muslimen ist diese Entwicklung laut einer neuen Umfrage des "Pew Research Center" zu beobachten. Insgesamt erklärten in der vergangene Woche veröffentlichten Befragung 52 Prozent der Muslime, dass Homosexualität von der Gesellschaft akzeptiert werden müsse. 2007 waren es nur 27 Prozent – die Zahl hat sich damit binnen eines Jahrzehnts so gut wie verdoppelt.
Zwar ist die Akzeptanz noch immer niedriger als in der Gesamtbevölkerung. Hier sprechen sich laut einer Umfrage aus dem letzten Jahr 63 Prozent der Befragten dafür aus, Homosexualität zu akzeptieren. Der Anstieg innerhalb von zehn Jahren lag unter allen Amerikanern aber nur bei zwölf Prozent.
Unter Muslimen ist die Akzeptanz besonders bei Frauen, Jüngeren und Gebildeten hoch: So sprachen sich 63 Prozent der Frauen für Akzeptanz aus (plus 31 Prozent gegenüber 2007), aber nur 42 Prozent der Männer (plus 20 Prozent). Unter sogenannten Millennials, also den in den Achtizger- und Neunzigerjahren geborenen Personen, stieg die Akzeptanz auf 60 Prozent (plus 27 Prozent), unter muslimischen Personen mit einem Uni-Abschluss sogar auf 63 Prozent (plus 32 Prozent).
Die Studie zeigt auch, dass weniger religiöse Muslime noch immer homofreundlicher sind als engagierte Moscheegänger, der Abstand zwischen den beiden Gruppen hat sich allerdings verringert. 47 Prozent der Muslime, für die Religion sehr wichtig ist, sind demnach für Homo-Akzeptanz (plus 28 Prozent). Bei denjenigen, bei denen Religion eine weniger große Rolle spielt, sind es 62 Prozent (plus 15 Prozent).
Weiße Evangelikale haben größte Probleme mit Schwulen und Lesben
Muslime nähern sich damit den Werten der Mehrheitskonfessionen an. Unter den christlichen Konfessionen sind immer noch Katholiken homofreundlicher als Protestanten (62 Prozent gegenüber 52 Prozent). Bei den protestantischen Kirchen gibt es aber große Unterschiede: Bei weißen Mitgliedern von gemäßigten evangelischen Kirchen sprechen sich mehr als zwei Drittel für die Akzeptanz von Homosexualität aus. Bei den weißen Evangelikalen sind es aber nur 34 Prozent, was einem vergleichsweise moderaten Anstieg von elf Prozent binnen zehn Jahren gleichkommt. Am homofreundlichsten sind die Konfessionslosen, von denen vier Fünftel die Akzeptanz von Homosexualität befürworten.
Bei der Muslim-Umfrage gaben mehr als 1.000 Personen zwischen Januar und Mai per Festnetztelefon oder Handy ihre Meinung ab. Hier zeigte sich auch eine Mehrheit optimistisch, dass sie trotz des feindlich gesinnten US-Präsidenten in der Gesellschaft akzeptiert werden. Donald-Trump-Fans gibt es unter Muslimen nur wenige: Acht Prozent gaben an, im letzten November für den Geschäftsmann gestimmt zu haben, 78 Prozent entschieden sich für Hillary Clinton. Die Hälfte der Befragten erklärte, schon einmal wegen ihrer Religion diskriminiert worden zu sein.
Insgesamt leben 3,35 Millionen Muslime in Amerika. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von einem Prozent. (dk)














