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Jean-Monnet-Lehrstuhl

Uni Saarland: Neuer Lehrstuhl für Anti­diskriminierung

Die Europäische Union stellte 50.000 Euro für Forschung gegen Diskriminierung und Vorurteile zur Verfügung.


Professor Thomas Giegerich ist Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls an der Universität des Saarlands (Bild: Andreas Engel)

  • 3. August 2017, 13:58h 7 2 Min.

Europäische Integration, Antidiskriminierung, Menschenrechte und Vielfalt: Mit diesen Themen werden sich Professor Thomas Giegerich und das Team des Jean-Monnet-Lehrstuhls künftig verstärkt befassen. Die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur der Europäischen Union hat dem Saarbrücker Europarechtler und Co-Direktor des Europa-Instituts der Saar-Universität im Rahmen des Erasmus+-Programms einen zweiten Jean-Monnet-Lehrstuhl zuerkannt.

Der Lehrstuhl ist mit 50.000 Euro für drei Jahre dotiert. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Migranten, Flüchtlingen, religiösen Minderheiten oder von Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert werden.

Das Bewusstsein für Diskriminierung schärfen

"In Sachen Bewusstsein für Diskriminierung und Vorurteile liegen wir hierzulande im internationalen Vergleich zurück, wir sind auf diesem Gebiet eher Nachzügler", erklärte Professor Giegerich. "Unser Ziel am Jean-Monnet-Lehrstuhl ist es daher vor allem, das Bewusstsein zu schärfen, Vorurteile in Frage zu stellen und zu ergründen, wo und wie gegengesteuert werden kann."

Die Forschungsthemen reichen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus über Altersdiskriminierung bis hin zu Fragen der Ehe für alle. "Wir haben ein weites Feld vor uns mit einer Vielzahl aktuell dringlicher Fragestellungen", so der Europa- und Völkerrechtsexperte. Diese Fragen will Thomas Giegerich mit Blick auf das nationale, internationale und supranationale Recht erforschen. "Wir werden ergründen, inwieweit gesetzliche Regeln ausreichen, wo gegebenenfalls nachjustiert werden kann, wo gesetzliche Lücken sind, wie wir Vollzugsdefizite lösen oder auch, welche gesetzlichen Regeln besser abgeschafft würden, da sie mehr schaden als nutzen."

Mit der neuen Ausrichtung führt Professor Giegerich seinen seit 2013 bestehenden Jean-Monnet-Lehrstuhl fort. Das Programm der EU-Kommission ist nach dem geistigen Vater der europäischen Einigung und ersten Ehrenbürger Europas benannt. Es wurde 1989 gegründet und unterstützt heute weltweit qualitativ hervorragende und innovative Hochschulprojekte, die das Wissen und das Verständnis um die Europäische Union fördern. (cw/pm)

-w-

#1 PiratCherubimAnonym
  • 03.08.2017, 16:27h
  • Ich wüsste da eine Ministerpräsidentin im Saarland, die dringend eine Schulung in Sachen Antidiskriminierung nötig hat.
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#2 FrageAnonym
  • 03.08.2017, 16:52h
  • Heisst das jetzt, für diesen Lehrstuhl gibt es 3 Jahre lang 1.388,89 Euro im Monat?

    Und wenn ja: Was kann man mit dieser Summe bewirken?
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#3 Dont_talk_about
  • 03.08.2017, 16:53hFrankfurt
  • Mit 50.000 EUR finanziert man eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle (ganztags, aber keine Professorenstelle) für gerade einmal 9 Monate. Ist das eine bundesweite Berichterstattung wert ?
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