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Erweiterung des Wörterbuchs

"Queer" in den Duden aufgenommen

In die neue Auflage des Duden haben es nicht nur "Fake News", "Lügenpresse" und das "Selfie" geschafft, sondern auch das Wörtchen "queer".


Ich schreib's an jede Wand… Jetzt mit Genehmigung der Duden-Redaktion (Bild: Celine Nadeau / flickr)

  • 7. August 2017, 15:27h 24 2 Min.

"Queer" ist ab sofort ein Duden-Wort: In der völlig neu bearbeiteten und erweiterten 27. Auflage des deutschen Standard-Rechtschreibwörterbuchs, das ab Mittwoch mit 1.264 Seiten im Handel erhältlich ist, wird der Begriff erstmals aufgeführt. Laut duden.de beschreibt das Wort eine Person, die "in der Geschlechtsidentität von einer gesellschaftlich verbreiteten heterosexuellen Norm" abweicht.

Das neue Wort sei ein "indeklinables Adjektiv", könne also nicht gebeugt werden. Daher sind Begriffe wie "queerer Wähler" nach wie vor nicht anerkannt.

Als Wortherkunft gibt die Duden-Redaktion das Englische an, wo "queer" ursprünglich sonderbar, merkwürdig oder andersartig bedeutete. Die weitere Herkunft sei ungeklärt: "[V]ielleicht aus dem späten Mittelniederdeutschen und verwandt mit quer", heißt es schlicht. Die Bedeutung "homosexuell" stamme aus dem Amerikanischen der Zwanzigerjahre. Die Szene hatte sich später den einstmals überwiegend abwertend genutzten Begriff zu eigen gemacht.

5.000 neue Wörter

"Queer" ist eines von 5.000 neuen Wörtern, die seit der vor vier Jahren veröffentlichten letzten Auflage im Duden neu aufgenommen werden. Zu den anderen Wörtern zählen etwa Fake News, postfaktisch, Lügenpresse, Livestream, Brexit oder Selfie. Die meisten Wörter stammten wie "queer" aus dem Englischen oder Amerikanischen. Erstmals ist in der neuen Auflage auch das große Esszett (ẞ im Gegensatz zu ß) Teil des deutschen Wörterbuchs.

Zudem wurde der Stichwortteil erheblich erweitert und enthält jetzt rund 145.000 Einträge mit sämtlichen Schreibvarianten, die nach der gültigen amtlichen Rechtschreibregelung zulässig und begründbar sind. Einige bislang erlaubte Schreibungen von Fremdworten wurden auch wieder kassiert, weil sie sich nicht durchsetzen konnten: Als Fehler gelten fortan beispielsweise Ketschup (richtig: Ketchup) oder Majonäse (richtig: Mayonnaise).

Schon in den letzten Jahren wurden queere Worte in das Standardwörterbuch aufgenommen: So ist "Regenbogenfamilie" etwa seit 2009 ein Duden-Wort (queer.de berichtete). (dk)

Duden – Die deutsche Rechtschreibung

Das umfassende Standardwerk auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Regeln, 27. Auflage, 1264 Seiten, Hardcover, 13,4 x 19 cm, Preis: 26 Euro (Deutschland); 26,80 Euro (Österreich), ISBN: 978-3-411-04017-9

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#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 07.08.2017, 21:17h
  • Die deutsche Rechtschreibung hat schon mehrere Änderungen durchlaufen, die letzte ist aber immer noch ziemlich umstritten, vor allem deshalb, weil die Konjugation "daß" dem "dass" weichen mußte, weil die Schweizer diese Variante schon immer so schrieben, aber immerhin gibt es das "ß" auch nun in Großschreibung und das ist ja auch schon was.
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#2 Panther65
#3 PatroklosEhemaliges Profil