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Saarland
SPDqueer-Landeschef tritt nach Strafanzeigen zurück
Aus "gesundheitlichen Gründen" legte Edgar Spengler-Staub zu Wochenbeginn überraschend sein Amt nieder – der wahre Anlass dürfte der Verdacht auf Urkundenfälschung sein.

Edgar Spengler-Staub im Juli mit Vize-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Bundesfamilienministerin Katarina Barley beim CSD Saarbrücken (Bild: SPDqueer Saar / facebook)
- 10. August 2017, 06:47h 2 Min.
Nach fünf Jahren im Amt ist Edgar Spengler-Staub zu Wochenbeginn mit sofortiger Wirkung als Landesvorsitzender der SPDqueer im Saarland zurückgetreten. Während er selbst "gesundheitliche Gründe" für seinen überraschenden Schritt geltend machte, berichtete die "Saarbrücker Zeitung" am Mittwochabend von mehreren Strafanzeigen gegen den schwulen Sozialdemokraten wegen des Verdachts der Urkundenfälschung.
Spengler-Staub wird vorgeworfen, sich einst mit einer falschen kirchlichen Lehrerlaubnis bei seinem bisherigen Arbeitgeber, der Saarland Heilstätten GmbH (SHG), beworben und ein Diplom der Universität Münster gefälscht zu haben. Der größte Klinikträger des Saarlands hatte sich vor wenigen Tagen per Aufhebungsvertrag von dem 50-Jährigen getrennt. Die SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel und Bernd Mege bestätigten gegenüber der "Saarbrücker Zeitung", dass Strafanzeige erstattet wurde.
Erzbistum Köln und Uni Münster bestätigen Fälschungen
Eine zweite Anzeige wurde vom Erzbistum Köln gestellt. Spengler-Staubs angebliche Lehrerlaubnis des "Hochfests der heiligen Apostel Petrus und Paulus" aus dem Jahr 1995 sei gefälscht und entspreche weder in Schrift noch Form den damals ausgestellten Urkunden, teilte das Generalvikariat zur Begründung mit.
Rechtliche Schritte prüft auch die Universität Münster. Spengler-Staubs bei der SHG vorgelegte Urkunde als angeblicher Diplom-Theologe mit der Gesamtnote "sehr gut" von 1995 sei nicht durch die Westfälische Wilhelms-Universität ausgestellt worden, erklärte das Prüfungsamt. Es gebe keinen Hinweis auf ein Diplom.
Edgar Spengler-Staub will sich mit Verweis auf die im Aufhebungsvertrag vereinbarte Verschwiegenheit nicht zu den Vorwürfen äußern. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer war er bislang auch automatisch Mitglied des SPD-Landesvorstands. (cw)














