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"Ein weiter Weg bis zur vollständigen Anerkennung"

Homophobe Übergriffe: Opposition fordert Konsequenzen

FDP und Grüne zeigen sich über den Anstieg von homo- und transphoben Übergriffen schockiert – und fordern die Regierung zum Handeln auf, darunter auch den "Bundesempörungsbeauftragten" Heiko Maas.


Die Hamburger FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding fordert "konkrete Maßnahmen" gegen den Hass (Bild: FDP)

  • 10. August 2017, 11:47h 35 2 Min.

Zahlen aus dem Innenministerium, wonach binnen eines Jahres mehr als ein Viertel mehr Übergriffe aus homo- oder transphober Motivation gemeldet wurden, schrecken Teile der Opposition auf, darunter auch die außerparlamentarische: "Die Zahlen des Innenministeriums sind alarmierend", konstatierte FDP-Vizechefin Katja Suding am Mittwoch.

Die Statistik zeige, "dass es neben der gesetzlichen Gleichstellung noch ein weiter Weg bis zur vollständigen gesellschaftlichen Anerkennung von LGBTI" sei. Die Politik müsse nach Ansicht der 41-Jährigen reagieren: "Um Homo- und Transphobie zu bekämpfen, fordern wir Freie Demokraten konkrete Maßnahmen für Bildung, Förderung von Selbsthilfe und Diversity Management", erklärte die Spitzenkandidatin der Hamburger FDP für die Bundestagswahl.

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Volker Beck greift Justizminister an

Auch der Grünenabgeordnete Volker Beck, dessen schriftliche Anfrage die Zahlen ans Licht gebracht hatte, forderte Konsequenzen. Der 56-Jährige bemängelte am Donnerstag, dass Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Zahlen zwar kritisiere, aber selbst nichts dagegen unternehme. Maas hatte den Anstieg als "beschämend" bezeichnet und erklärt, der Kampf gegen Homophobie sei eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe".

"Heiko Maas ist nicht Bundesempörungsbeauftragter, sondern Justizminister! Er sollte bei homophober Hasskriminalität einfach mal seine Hausaufgaben als Justizminister erledigen!", polterte Beck. "Er war im Kampf gegen Homosexuellenfeindlichkeit in den letzten vier Jahren ein Totalausfall: Wenn er darauf verweist, dass der Kampf gegen Homosexuellen- und Transfeindlichkeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, hat er mit dem Allgemeinplatz zwar recht, lenkt aber nur davon ab, dass das Justizministerium und sein Minister ihren Job nicht machten."

Beck kritisierte unter anderem, dass Hasskriminalität auf Vorschlag des Justizministeriums zwar gesetzlich definiert worden sei, u.a. Homo- und Transphobie dabei aber keine Berücksichtigung fanden. Außerdem bemängelte Beck, dass die Bundesregierung den Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie zwar kurz vor der Wahl vorgelegt habe, aber daraus nichts Konkretes folgen werde. "Hier hätte der Minister am Kabinettstisch handeln müssen und können. Aber Fehlanzeige", so Beck. (dk/pm)

-w-

#1 AlexAnonym
  • 10.08.2017, 14:22h
  • Ich stimme zu, dass es kein Wegsehen und kein Weiter so mehr geben darf. Sonst wird das Problem immer größer und irgendwann unbeherrschbar.

    Es muss ganz schnell mehr Aufklärung an Schulen, einen nationalen Aktionspläne gegen Homo- und Transphobie, ein AGG ohne Lücken, eine Reform des Transsexuellengesetzes, ein Verbot von Konversions-Gehirnwäsche, etc. geben.

    Das ändert nicht sofort die Gesellschaft, ist aber die Voraussetzung dafür, die das erst ermöglicht.
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#2 myysteryAnonym
  • 10.08.2017, 14:36h
  • Ich weiß nicht, ob es so klug ist, mit dem "Empörungsbegriff", den auch die Neuen Rechten so gerne verwenden, so umzugehen wie es Volker Beck tut.

    Das tut der Sache im Allgemeine nicht gut.
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#3 ursusEhemaliges Profil
  • 10.08.2017, 14:50h
  • maas: "Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass wir nicht nur rechtlich gleichstellen, sondern dass sich das auch im tatsächlichen Leben niederschlägt. [...] Das kann die Politik nicht einfach verordnen."

    untertitel: "mein job ist mit der eheöffnung erledigt, ich bin raus."
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