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  • 11. Juni 2005 51 2 Min.

Bei der verbotenen Parade treffen Schwule und Lesben auf Gegendemonstranten: 3 Verletzte, über ein Dutzend Festnahmen.

Von Norbert Blech

Beim CSD in der polnischen Hauptstadt Warschau ist es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und teilweise rechtsextremen Gegendemonstranten gekommen. Die meist jugendlichen Rechtsextremen beschimpften die rund 2500 Teilnehmer der behördlich untersagten Gay-Pride-Parade und bewarfen sie mit Eiern. Bei Handgreiflichkeiten wurden nach Polizeiangaben drei Menschen durch Wurfgeschosse verletzt, darunter ein Polizist. Beamte nahmen mehr als ein Dutzend der Angreifer fest, vor allem, als gewalttätige Fußballfans einzelne Demo-Teilnehmer durch die Stadt jagten.

Die gut 300 Gegendemonstranten beschimpften die Teilnehmer bei einer Kundgebung vor dem Parlament als "Mörder, Pädophile und Abartige". Laut AFP riefen sie auch Slogans wie "Euthanasie für Schwule" und "Arbeitslager für Lesben". Mindestens zwei von ihnen wurden festgenommen. Einige Schwulen und Lesben riefen daraufhin "Faschisten". Teilnehmer der Parade trugen Plakate mit der Aufschrift: "Demonstrationsrecht - Ja zum Recht auf Liebe - Nein zum Diktat der Rechtsextremen".

Verbote und Gewalt

Die Behörden hatten die Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude erlaubt, eine Parade durch die Straßen jedoch verboten. Der konservative Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski, aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Herbst, hatte die Parade verboten, da er "gegen die Propagierung homosexueller Orientierung" sei. Im letzten Jahr verbot er sie aufgrund der angekündigten Gegendemonstrationen.

Auch in Krakau hatte es im April Eierwürfe auf Demonstranten gegeben. Rund 80 Schwule und Lesben demonstrierten damals "spontan", nachdem die geplante Parade nach Gewaltandrohungen und Papsttot zunächst abgesagt worden war (queer.de berichtete). Im Jahr zuvor hatte es in Krakau regelrechte Randale gegeben: 300 Gegendemonstranten bewarfen rund 1200 Schwule mit Eiern und Steinen (queer.de berichtete).

Politiker marschieren voran

Bei der Parade durch die Innenstadt marschierten in erster Reihe auch die stellvertretende polnische Ministerpräsidentin Izabella Jaruga-Nowacka und die Grünen-Politiker Claudia Roth und Volker Beck. Wie auch Politiker aus Dänemark, Frankreich und den Niederlanden nahmen sie an der Parade und zuvor an einer Konferenz teil.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Beck, kritisierte es als "unakzeptabel", dass der Warschauer Bürgermeister die Demonstration einer gesellschaftlichen Gruppe verbietet - "seien es Homosexuelle, Juden oder Moslems". Auch wenn das Stadtoberhaupt Schwule und Lesben nicht möge, müsse er doch ihr Grundrecht auf Demonstration respektieren, sagte Beck der Nachrichtenagentur AFP. Grünen-Parteichefin Roth warf den Behörden vor, mit dem Verbot "die demokratischen Werte Europas" zu verletzen.

Samstag, 11. Juni 2005, 19.45h

-w-

#1 Lee RoyAnonym
  • 11.06.2005, 19:58h
  • Na toll und so was mitten in Europa. Da sind die Polen in die EU aber weiterhin leben wie vor 100 Jahren. Wo ist da der Protest der anderen Regierungen? Die Polnische Regierung hätten erst mal Demokratie lernen sollen.
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#2 HolgerAnonym
  • 11.06.2005, 20:07h
  • Leider gibts in Polen kein Öl und die Schwulen und Lesben haben auch kein Vermögen, mit dem sie sich bei Bush & Co. nach einem heftigen Rüffel derer gegen Polen revanchieren könnten.

    Also - ganz klar - macht niemand irgendwas dagegen und wenns Proteste gibt, dann sicherlich nicht von einer europäischen Regierung. Man wird sich doch nicht wegen ein paar Homos die Beziehungen zu Polen kaputt machen ...

    Und das keine Proteste kommen werden, zeigt wieder mal, welchen Stellenwert wir doch haben - auch in den "großen westlichen" Ländern ...
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#3 HugoAnonym
  • 11.06.2005, 20:26h
  • Hallo,
    wenn ich was zu sagen hätte, würde ich Polen mit einer saftigen Strafe sanktionieren.
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