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Ukraine

Odessa: Sitzprotest statt CSD-Demo

Die Polizei schützte den Odessa Pride vor rechtsextremen Gegendemonstranten, wollte aber nicht den Weg für ihn frei räumen.


Mal wieder musste am Sonntag ein CSD unter Polizeischutz abgehalten werden

In der südukrainischen Hafenstadt Odessa konnte am Sonntag eine CSD-Demonstration nicht die geplante Route vollständig ablaufen. Sicherheitskräfte schützten zwar die rund 100 Teilnehmer vor Rechtsextremen, kürzten aber die Strecke ab, da die rund 50 Gegendemonstranten den Weg blockierten.

Die CSD-Teilnehmer reagierten mit einem mehrminütigen Sitzprotest, bevor sie von der Polizei mit Bussen sicher aus der Gegend gebracht wurden. Immerhin kam es ersten Medienberichten zufolge zu keiner Gewalt, obwohl sich einzelne Gegendemonstanten auch unter die CSD-Besucher gemischt hatten.


Rechtsextreme Vereinigungen hatten am Samstag für die Pride-Strecke eine eigene Kundgebung angemeldet. Am Sonntag waren dann überwiegend jugendliche Rechtsextreme, darunter Mitglieder der Partei Swoboda, und einige pro-russische Aktivisten vor Ort erschienen und hatten Beleidigungen in Richtung der Pride-Teilnehmer gerufen. Bereits am Vortag hatten die Extremisten Plakate in der Stadt aufgehangen, die sich gegen eine vermeintliche Homo-"Propaganda" und einen "unmoralischen Lebensstil" wendeten, der in der Ukraine unüblich sei.

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Sicherheit als erstes Ziel

Der Odessa Pride steht in diesem Jahr unter dem Motto "Sicherheit, Gleichheit, Vielfalt". In den letzten Tagen hatten in der Stadt bereits mehrere CSD-Termine und das "Creative Protest Festival" stattgefunden, das die Gay Alliance Ukraine, der CSD München und Munich Kyiv Queer gemeinsam konzipiert hatten.


Im Vorfeld hatte es Gewaltandrohungen durch Rechtsextremisten in Medien und sozialen Netzwerken gegegeben. Aber auch Vertreter der christlichen Kirchen der Stadt hatten auf einer Pressekonferenz den Bürgermeister der Stadt und den Gouverneur der Region aufgefordert, den CSD zu verbieten, und zu einer Demonstration für "Familienwerte" am Sonntagnachmittag aufgerufen.

Im letzten Jahr hatten rund 50 Aktivisten den ersten CSD in Odessa abhalten können, die Polizei schützte die kurze Demonstration vor einigen Rechtsextremen (Video). Vor zwei Jahren war die Pride-Demonstration noch nach Drohungen verboten worden (queer.de berichtete). Rechtsextreme überfielen an dem Tag einen Empfang zum CSD und warfen Feuerwerkskörper in den Raum (queer.de berichtete). Ein Jahr zuvor hatten Anhänger der russischen Bewegung "Occupy Pedophilia" ein "Drag Queen Fest" in der Stadt gestürmt (queer.de berichtete). (nb)

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#1 MarekAnonym
  • 13.08.2017, 12:35h
  • Wenn ukrainische Staatsorgane sich weigern, die Durchsetzung von Grundrechten zu gewährleisten, ist das ein weiterer Beleg dafür, dass die Ukraine nicht zu Europa gehört, sondern weiterhin zu Russland gehört.
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#2 WoowAnonym
#3 TheDad
  • 13.08.2017, 18:28hHannover
  • Antwort auf #1 von Marek
  • ""Wenn ukrainische Staatsorgane sich weigern, die Durchsetzung von Grundrechten zu gewährleisten, ist das ein weiterer Beleg dafür, dass die Ukraine nicht zu Europa gehört, sondern weiterhin zu Russland gehört.""..

    Im Gegensatz zu "Russland" ist Europa aber keine "politische Größe", die mit "Russland" zu vergleichen wäre..

    Man gehört hier also geographisch zu Europa, und eventuell politisch zu Russland..

    Das die Ukraine politisch nicht zu Russland gehören will, dennoch sehr stark über die Geschichte und Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte von Russland beeinflußt ist, muß man nicht weiter erörtern..

    Der Ukraine und den Ukrainern aber "anzuraten" sich weiterhin an den Rockzipfel Russlands zu hängen, oder "unter deren Schutz" zu begeben, ist im Angesicht der politischen Situation auch auf der Krim, kein Ratschlag den man einfach mal so erteilt..

    Da muß man schon genau hinsehen um zu entdecken wer denn hier für die innenpolitische Situation in der Ukraine verantwortlich ist, und weshalb sich LGBTTIQ*-Menschen in allen ehemaligen Satelliten-Staaten der ehemaligen UDSSR vor einer Front aus politischem Dilettantismus und der Unterdrückung durch die "Christliche Religion" ausgesetzt sehen..

    Mit dem banalem Ratschlag des
    "dann geh doch nach drüben"
    ist es hier ganz sicher nicht getan..
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