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Debatte in Stuttgart

Flüchtlinge von "Kings Club" abgewiesen

Türsteher des berühmten Stuttgarter Schwulen- und Lesbenclubs haben schwule Flüchtlinge abgewiesen. Besitzerin Laura, eine Kommunalpolitikerin der Linkspartei, verteidigt die "schärfere" Türpolitik.


Szenewirtin Laura Halding-Hoppenheit gesteht ein, dass ein Türsteher auch mal falsch liegen kann (Bild: missingFILMs)

  • 15. August 2017, 14:21h 103 2 Min.

Die Chefin des schwul-lesbischen Kings Club in Stuttgart, die Linken-Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit, hat gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" verteidigt, dass jetzt genauer an der Tür kontrolliert werde. Anlass war Kritik des 24-jährigen Besuchers Dennis Neumann, der vergangenes Wochenende vor der Tür des Clubs zwei Flüchtlinge kennengelernt hatte, die von einem Türsteher offenbar wegen ihrer Nationalität abgewiesen worden seien.

Neumann erklärte, er habe mit den beiden Männer, die mutmaßlich aus Syrien kamen, gesprochen. Dabei sei er überzeugt gewesen, dass beide schwul waren – einer von ihnen war zudem ein promovierter Mathematiker. Die beiden Männern wollten eigenen Aussagen zufolge andere Schwule treffen, als ihnen der Zugang verweigert wurde. "Was mich so betroffen macht, ist, dass beide so extrem höflich und freundlich zu mir und meiner Begleitung waren und trotzdem nicht reingelassen wurden", so der 24-Jährige.

Wirtin: Türsteher im Dilemma

Halding-Hoppenheit sagte, ihre Türsteher steckten in einem Dilemma: Etliche "männliche Besucher" gäben sich an der Kasse als schwul aus, seien es aber nicht. Wiederholt hätten Frauen im Club von Belästigungen durch diese Besucher berichtet. Daher habe man sich entschieden, "schärfer" zu kontrollieren – auch weil der Club einen "Schutzraum" für Schwule und Lesben darstelle. Deutsche würden im Zweifelsfall ebenfalls abgewiesen, darunter auch Hetero-Paare, betonte die aus Rumänien stammenden Stuttgarter Wirtin. Es könne "natürlich" vorkommen, "dass wir an der Tür falsch liegen". Das tue ihr Leid. Insgesamt sei die Lage komplizierter geworden.

Auf Facebook gab es am Dienstag positive Reaktionen auf die Aussagen Halding-Hoppenheits. Eine Frau erklärte auf der Seite der Clubesitzerin: "Da hat sie Recht, man kann nicht in jedem Menschen hineinschauen, trägt aber die Verantwortung für seine Gäste." Ein anderer Gast behauptete gar, mit dem Ausschluss bestimmter Ausländer könne man Massenmord verhindern: "Da nun aber immer wieder von Gewalttaten aus dem Neueinwandererumfeld gegen Homosexuelle und unsere Freunde zu erfahren ist, ist es auch nachvollziehbar, wenn hier genauer hingeschaut und zur Not abgewiesen wird. Oder wäre es den Meckerern lieber, dass Stuttgart zum nächsten Orlando wird?"

Auch in anderen Städten gibt es immer wieder Debatten über Einlasspraktiken, die oft als rassistisch empfunden werden. In Köln wurde daher im Frühjahr ein Pilotprojekt für eine diskriminierungsfreie Türpolitik gestartet (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 qwertzuiopüAnonym
  • 15.08.2017, 16:41h
  • welcher heterosexuelle ausländer würde nicht gerne hohe eintritts- und getränkepreise zahlen, um schwule belästigen zu können?
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#2 OutAndProud
  • 15.08.2017, 17:11h
  • Was ist da eigentlich los im "Ländle" ?

    Gibt es eigentlich schon den Asterix Band "Asterix bei den Schwaben" ?
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#3 Tommy0607
  • 15.08.2017, 17:23hEtzbach
  • OK , sie ist Gastgeberin und entscheidet wem man rein lässt .
    Nur wo soll das enden ? Der eine "Ausländer , Flüchtling , Migrant " darf rein oder auch nicht ?
    Und ganz nebenbei : Deutsche sind auch nicht ganz "sauber" !
    Denn sonst kann man auch nicht auf der Strasse gehen .
    Passieren kann überall was !
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