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Sachsen
SPDqueer kritisiert Homophobie in evangelischer Kirche
Die offene Homophobie in Teilen der sächsischen Landeskirche wird nun auch von den queeren Sozialdemokraten kritisiert.

Anders als in anderen Landeskirchen scheint in Sachsen das Kreuz und die Regenbogenfahne nur schwer vereinbar zu sein (Bild: BookMama / flickr)
- 15. August 2017, 15:05h 2 Min.
Die sächsische Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der SPD (SPDqueer) hat am Montag scharfe Kritik an der Diskriminierung eines schwulen Jugendwarts in der evangelischen Kirche des Freistaats geäußert: "Weil sich ein Jugendwart aus Aue durch seine Verpartnerung als schwul outete, wurde ihm Predigt- sowie Begegnungsverbot mit Jugendlichen erteilt. Diese Zustände erinnern an die finstersten Zeiten der Schwulenverfolgung, als homosexuellen Männern Berufsverbote drohten wenn sie sich outeten oder geoutet wurden", erklärte SPDqueer-Chef Oliver Strotzer.
Der Anlass für die Kritik: Mehrere Kirchengemeinden aus dem Erzgebirge hatten dem 54-jährigen Jugendwart Jens Ullrich, der seit 18 Jahren für die Kirche arbeitet, nach Bekanntwerden seiner Homosexualität verboten, an Veranstaltungen mit Jugendlichen teilzunehmen (queer.de berichtete). Innerhalb der Kirche führte das zu einer Debatte über die Akzeptanz der schwulen "Lebensweise", die teilweise von homophoben Tönen begleitet wurde. Der Auer Pfarrer Jörgen Schubert verglich Homosexualität etwa mit einer Allergie: "Wenn einer eine Mehlstaub-Allergie hat, dann kann er auch nicht Bäcker werden" (queer.de berichtete).
Strotzer: In Sachsen drehen sich die Uhren anders
Strotzer bedauerte, dass trotz der "Meilensteine, die politisch für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Deutschland in diesem Jahr erreicht wurden", sich die Uhren in Sachsen anders drehten. "In vielen anderen evangelischen Landeskirchen wurden bereits die Traugottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, in Sachsen dagegen tobt noch immer ein erbitterter Kulturkampf zwischen aufgeklärten und weltoffenen Christen und einer von Landesbischof Rentzing angeführten Gruppe von Evangelikalen, die die Bibel wortwörtlich auslegen. Natürlich nur jene Passagen, die ihr Weltbild stützen."
Seine Partei unterstütze die "aufgeklärten Kräfte" innerhalb der Kirche, "die alle Menschen willkommen" heißen würden, so Strotzer. Von ganz oben in der Landeskirche erwartet er keine Hilfe: "An den Landesbischof appelliere ich dabei schon lange nicht mehr."
Der SPD-Politiker spielte damit auf homophobe Äußerungen von Landesbischof Carsten Rentzing an, der etwa in einem Zeitungsinterview behauptet hatte, dass "gelebte Homosexualität" pauschal nicht "dem Willen Gottes" entspreche (queer.de berichtete). Im aktuellen Fall soll er aber den gemobbten Jungendwart angerufen und ihm trotz seiner Homosexualität Unterstützung angeboten haben, berichtete "Tag24". Öffentlich zu dem Fall geäußert hat sich der Landesbischof indes nicht. (dk)














