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Mönchengladbach

Nach Absage der "Gay*Com": Scharfe Kritik an SPD

FDP und Linke machen die SPD dafür verantwortlich, dass der schwul-lesbische Städtetag aus Mönchengladbach vertrieben wurde. Für Volker Beck ist das ganze "peinlich, piefig, provinziell".


Nicht einmal die Hissung der Regenbogen­flagge wollte der Stadtrat erlauben (Bild: Nan Palmero / flickr)

  • 17. August 2017, 13:18h 8 3 Min.

Nach der Absage der "Gay*Com" in Mönchengladbach gibt es scharfe Kritik an der Großen Koalition im Stadtparlament, insbesondere an der Haltung der SPD.

Am Montag war bekannt gegeben worden, dass der schwul-lesbische Städtetag, der am 14. Oktober stattfinden soll, ins 30 Kilometer entfernte Düsseldorf verlegt werden würde. Die Veranstalter begründeten den Schritt mit der sehr zögerlichen Unterstützung durch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) und einem monatelangen Streit im von CDU und SPD kontrollierten Stadtrat, der nicht einmal eine Regenbogenbeflaggung an den Rathäusern erlauben wollte (queer.de berichtete). Das Treffen wird von den NRW-Landesverbänden Schwules Netzwerk und LAG Lesben seit 2004 jährlich in einer anderen Stadt im bevölkerungsreichsten Bundesland veranstaltet.

Die Mönchengladbacher FDP-Fraktionschefin Nicole Finger bedauerte die Absage und kritisierte insbesondere den sozialdemokratischen Bürgermeister Ulrich Eisen, der sich nicht genug für die "Gay*Com" eingesetzt habe: "Unbedingte Treue der CDU gegenüber war Bürgermeister Elsen offenbar wichtiger als ein starkes Zeichen für Toleranz", so Finger in einer Pressemitteilung. "Die Groko hat durch ihre peinlichen Debatten um den Tagungsort und die Entscheidung gegen Regenbogenflaggen nun die Veranstalter der 'Gay*Com' vertrieben. Ich kann gut nachvollziehen, dass man sich hier nicht gewollt fühlte."

Die FDP versuche nun, die "Gay*Com" im nächsten oder übernächsten Jahr nach Mönchengladbach zu locken. Der Streit zeige, "dass mit der 'Ehe für alle' noch lange nicht alle Ressentiments gegen homosexuelle Menschen beseitigt sind", so Finger.

Laubenburg: SPD-Fraktionschef soll sich entschuldigen

Auch die Linkspartei attackierte die Sozialdemokraten. Frank Laubenburg, der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft queer der NRW-Linken, griff SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs scharf an. "Der SPD-Mann Heinrichs täte gut daran, sich für sein eigenes missglücktes Agieren beim Schwulen Netzwerk NRW und der LAG Lesben in NRW zu entschuldigen und alles daran zu setzen, die 'Gay*com' 2018 in Mönchengladbach zu ermöglichen", so Laubenburg. "Beide Organisationen als Bittsteller zu behandeln und am Katzentisch platzieren zu wollen, wird allerdings weiterhin nicht funktionieren."

Der angegriffene SPD-Fraktionschef ist sich allerdings keiner Schuld bewusst: Heinrichs betonte, er habe alles versucht, "das Treffen möglich zu machen". Es gebe "keinen Grund" für die Absage. Gleichzeitig zeigte er mit dem Finger auf den Koalitionspartner und OB Reiners: "Es ist unverständlich, warum er sich so gesperrt hat."

Spöttisch reagierte der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck auf den Streit im Mönchengladbach. Der Kölner Politiker erklärte bereits am Dienstag auf Twitter: "Peinlich, Piefig, Provinziell: #Mönchengladbach vertreibt die 'Gay*Com' & blamiert sich."



Vergangenes Jahr war die "Gay*Com" ohne Probleme in Essen abgehalten worden (queer.de berichtete). In den Jahren zuvor waren Münster, Köln, Bielefeld, Dortmund und Wuppertal Austragungsorte. In Mönchengladbach hat die Veranstaltung bislang nie stattgefunden. (cw)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 17.08.2017, 17:21h
  • Was will man von so einem Provinzkaff wie Mönchengladbach schon anderes erwarten, als dass die sich bis auf die Knochen blamieren...

    Naja, verdienen halt andere daran...
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#2 WoowAnonym
  • 17.08.2017, 17:30h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • "Die Mönchengladbacher FDP-Fraktionschefin Nicole Finger bedauerte die Absage und kritisierte insbesondere den sozialdemokratischen Bürgermeister Ulrich Eisen, der sich nicht genug für die "Gay*Com" eingesetzt habe"

    Und weil die FDP so ganz anders ist, hat sie im Koalitionsvertrag mit Herrn Laschet Erhöhungen für Gelder für LGBT-Projekte durchgesetzt, mehr Aufklärung an Schulen, ein Antidiskriminierungsgesetz und eine Initiative im Bundesrat für ein neues Transsexuellengesetz. Verlogenes reiches Pack!
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#3 SebiAnonym