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Neue Befragung
Nur ein Prozent Homosexuelle in Deutschland?
In einer repräsentativen Studie zum Sexualverhalten fragten Psychologen der TU Braunschweig auch die sexuelle Orientierung ab – mit überraschenden Ergebnissen.

In der BBC-Serie "Little Britain" ist Daffyd Thomas "the only gay in the village", trifft jedoch dauernd auf andere Schwule (Bild: BBC)
- 19. August 2017, 10:27h 2 Min.
Nur ein Prozent der Menschen in Deutschland beschreibt sich als ausschließlich homosexuell. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung von Psychologen der Technischen Universität Braunschweig, die am Freitag vom "Deutschen Ärzteblatt" veröffentlicht wurde.
Aus dieser Aussage darf man nicht schließen, dass 99 Prozent der Bundesbürger nur auf das andere Geschlecht stehen. Als ausschließlich heterosexuell stuften sich 84 Prozent der Befragten ein, wobei Frauen mit 82 Prozent etwas "experimentierfreudiger" zu sein scheinen als Männer mit 86 Prozent. Drei Prozent der Teilnahmer gaben an, "überwiegend heterosexuell" zu sein. Als bisexuell beschrieben sich ein Prozent.
Die Angst vor einem Outing könnte bei den Ergebnissen eine Rolle spielen. So gaben vier Prozent bei der Frage nach der sexuellen Orientierung "andere" an, ein Prozent machte ein Kreuz bei "unklar/unsicher", und immerhin sechs Prozent der insgesamt 2.524 befragten Personen zwischen 14 und 99 Jahren ignorierten die Frage komplett.
Jeder 25. Mann war schon mal Bottom
Von gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten in ihrem Leben berichteten fünf Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen. Vier Prozent der Männer gaben dabei an, schon einmal passiven Analverkehr gehabt zu haben – allerdings könnten die realen Zahlen auch zu diesem Themenbereich höher liegen. Neun Prozent machten etwa zur Posex-Frage keine Angabe.
Junge Männer scheinen etwas offener zu sein: In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen gaben 11,3 Prozent Erfahrungen als Bottom an, bei den 19- bis 24-Jährigen waren es 8,1 Prozent.
Neben sexuellen Praktiken ging es in der Studie um Sex außerhalb von Beziehungen sowie um Schutzmaßnahmen vor sexuell übertragbaren Infektionen. Hier wurde jedoch nicht weiter nach der sexuellen Orientierung differenziert. (cw)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zur Studie beim Deutschen Ärzteblatt















Ich hätte da etwa deutlich mehr Bisexuelle erwartet. Da aber Bisexualität sowohl unter Heteros, als auch unter Homos nicht überall toleriert oder anerkannt wird, wundert mich das jetzt auch nicht zu sehr, wenn die bei "überwiegend heterosexuell" mitgemischt haben.