https://queer.de/?29575
Anklage erhoben
Ulm: 16-Jähriger soll Schwulen aus Homophobie ermordet haben
Ein Jugendlicher soll einen 64-jährigen Mann zunächst um einen Schlafplatz gebeten und dann in dessen eigener Wohnung brutal getötet haben.

Ein 16-Jähriger soll einen 64-Jährigen aus Hass auf dessen sexuelle Orientierung ermordet haben. (Bild: Markus Daams / flickr / by-sa 2.0)
- 30. August 2017, 14:38h 2 Min.
In Ulm ist Anklage gegen einen 16-jährigen Jugendlichen erhoben worden, weil er aus Homophobie einen 64-jährigen Mann in dessen Wohnung erstochen haben soll. Das teilte die Staatsanwaltschaft der baden-württembergischen Großstadt am Mittwoch mit. Dem Jugendlichen wird Mord in Tateinheit mit Raub vorgeworfen. Dazu kommt der Vorwurf der schweren Brandstiftung. Bei unter 18-Jährigen sieht das deutsche Recht eine Maximalstrafe von zehn Jahren vor.
Die Tat ereignete sich am 23. Mai diesen Jahres. Der damals 15 Jahre alte Beschuldigte traf am selben Tag sein späteres Opfer zufällig in einer Kneipe in Bahnhofsnähe. Der Junge bat den 64 Jahre alten Mann laut Staatsanwaltschaft "um etwas zu trinken, zu rauchen und um einen Schlafplatz". In seiner Wohnung in einem Mietshaus in der Ulmer Schillerstraße soll der Mann den Jugendlichen "einmalig und ohne jeglichen Nachdruck" aufgefordert haben, ihm ins Schlafzimmer zu folgen, um dort miteinander Sex zu haben.
Opfer starb an Blutverlust
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft habe der Jugendliche aufgrund seiner Abneigung gegenüber Homosexuellen und weil er sein Opfer bestehlen wollte ein Messer aus der Küche geholt, sich ins Schlafzimmer begeben und dort auf sein argloses Opfer eingestochen. Als das Messer abgebrochen sei, habe er weiter sein Opfer traktiert, zwei weitere Messer geholt und erneut auf den 64-Jährigen eingestochen, bis dieser aufgrund des enormen Blutverlusts an Ort und Stelle verstarb.
Danach habe sich der mutmaßliche Täter gereinigt, die Wohnung nach Wertsachen durchsucht und neben etwas Bargeld eine Digitalkamera mitgenommen. Um seine Tatspuren zu vernichten, soll er in der Folge das Sofa und diverse Kleidungsstücke seines Opfers, die er zu einem Stapel zusammengehäuft habe, angezündet und die Wohnung verlassen haben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch sechs weitere Menschen im Gebäude. Die gegen 21 Uhr hinzugerufene Feuerwehr konnte verhindern, dass sich das Feuer bzw. die Rauchgase auf das übrige Wohngebäude ausbreiteten und andere Personen zu Schaden kamen.
Der Beschuldigte habe die Tat weitgehend gestanden und auch zugegeben, dass er Homosexuelle verachte, so die Staatsanwaltschaft. Sie wertet das als niedrigen Beweggrund.
Um seine Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt besser beurteilen zu können, hat die Staatsanwaltschaft ein psychiatrisches Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. (cw)















"Selber Schuld, was muss der alte Bock auch den armen Jungen angraben..." !