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- 14. Juni 2005 3 Min.
Wütende Proteste von Homo-Aktivisten in den USA: Nach seinem Coming-out wurde Zach (16) von seinen Eltern in ein Umerziehungslager geschickt.
Von Dennis Klein
"Ich wünschte, ich hätte es ihnen nie erzählt. Ich wünschte, ich hätte gegen diesen Impuls noch zwei Jahre ankämpfen können", schrieb Zach vor zwei Wochen in seinem Weblog. Sein Coming-out bei Vater und Mutter war gründlich schiefgegangen. Die Eltern des 16-Jährigen aus dem 40.000-Einwohner Städtchen Barlett in Tennessee waren geschockt. Wie viele evangelikale Christen im Bibelgürtel der Südstaaten betrachten sie Homosexualität als Tod-Sünde - und versuchen nun, ihren Sohn davor zu bewahren: Sie schickten ihn letzte Woche gegen seinen Willen in ein Umerziehungslager der Gruppe Love In Action. Die Organisation hat dafür in einer ländlichen Gegend nördlich von Memphis ein 16.000 Quadratmeter großes Anwesen erworben, in dem Minderjährige auf den richtigen Weg gebracht werden sollen. Love In Action ist Teil der amerikanischen "Ex-Gay"-Bewegung, die versucht, Schwule und Lesben durch die Vermittlung traditioneller Rollenbilder zu monogamen, heterosexuell handelnden Christen zu erziehen (siehe queer.de Artikel).
Wie viele vor ihm wäre Zach in der Einrichtung verschwunden, ohne dass jemand von seinem Schicksal erfahren hätte. Allerdings verbreitete sich sein Weblog im ganzen Land wie ein Lauffeuer. Schwul-lesbische Organisationen riefen zu Protesten auf, auch lokale Zeitungen und TV-Sender griffen die Geschichte auf. Inzwischen stehen täglich Dutzende Aktivisten von der Queer Action Coalition mit Transparenten vor dem Sitz der Gruppe in Memphis.
In seinem Weblog hat Zach auch die Regeln gepostet, die in dem Bootcamp gelten sollen. Er hat sie vom Computer seiner Eltern vor seinem Abtransport heruntergeladen. Daraus geht hervor, dass die Kinder nach der Ankunft den Status "sichere Verwahrung" (Safekeeping) erhalten, in dem nicht reden und nicht einmal mit anderen kommunizieren dürfen. Bei guter Führung können sie einen privilegierteren Status erhalten. Die Regeln schreiben eine straff organisierte Hierarchie vor - die Aufseher haben einen breiten Handlungsspielraum, über die Jugendlichen zu bestimmen. Die Jungs und Mädchen sollen in "Diskussionsrunden" von ihren Fortschritten berichten. Traditionelle Verhaltensweisen ("Männer sollten Frauen ihren Stuhl anbieten, wenn alle anderen besetzt sind") sollen zudem zu traditionell heterosexuellen Gedanken führen. Sämtliche Regeln sollen auch nach der Rückkehr des Jugendlichen in seine Familie gelten - ferner darf sich der Bekehrte von nun an nur noch in Stadtteilen aufhalten, die als moralisch einwandfrei von der Gruppe deklariert wurden.
Selbstmord besser als Schwulsein
Parodiert wird ein derartiges Umerziehungslager im 1999 gedrehten Film "But I'm A Cheerleader" (Amazon-Affiliate-Link ). Allerdings gibt es bei den echten Camps für die jungen Schwulen und Lesben meist kein Happyend. In den letzten Jahren gab es in den Medien wiederholt Berichte von Selbstmorden kurz nach der Rückkehr aus dem Lager. Für John Smid, den Anführer von Love In Action, ist der Freitod auch keinesfalls das Schlimmste, was den Kids passieren kann: "Mir wäre es lieber, wenn ihr Selbstmord begeht anstatt Love In Action zu verlassen und zu eurer homosexuelle Lebensführung zurückzukehren", so Smid zu Neuankömmlingen des Camps. "Bei eurem körperlichen Tod könnte eure Seele immer noch wiederauferstehen. Wenn ihr aber zur Homosexualität zurückkehrt, macht ihr Platz für einen seelischen Tod, von dem es keine Rettung gibt." Smid selbst gibt an, er habe sich 1984 von seiner Homosexualität befreien können, "nachdem ich Jesus Christus als meinen Retter angenommen habe."
Die Kosten für ein zweiwöchiges Programm belaufen sich auf 2.000 US-Dollar (1.700 Euro), für sechs Wochen verlangt die Gruppe 4.500 Dollar (3.700 Euro). Man kann sich als Volljähriger sowohl selbst anmelden als auch minderjährige Kinder. Dazu muss man ein 22-seitiges Anmeldeformular ausfüllen und das Dokument inklusive eines persönlichen Lebenslaufs und eines Schecks in Höhe von 100 Dollar (Anmeldegebühr) an die Organisation senden. Eine Geld-zurück-Garantie bietet Love In Action nicht an.
16. Juni 2005
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Was ist das für ein perverses Land, wo der Tod empfohlen wird, nur weil jemand andere Menschen liebt, als es manchen Leuten passt.
Wieso kann sich nicht jeder um sein eigenes Leben kümmern?! Ist doch egal, wen andere lieben, das beeinflusst doch niemand anderen in seinem Leben! Leben und Leben lassen!