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Fernsehen
Regenbogenfamilie liest AfD-Fraktionschef die Leviten
In der RTL2-Sendung "Endlich Klartext!" kam es zu einer Begegnung der unheimlichen Art.

Der AfD-Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern Leif-Erik Holm (rechts außen) musste sich im Beisein des Comedian Abdelkarim vor zwei schwulen Vätern und ihren Kindern rechtfertigen (Bild: RTL2)
- 5. September 2017, 12:03h 2 Min.
Am Dienstag vor einer Woche startete auf RTL2 pünktlich zur Bundestagswahl die neue Serie "Endlich Klartext!". Gemeinsam mit dem Kabarettisten Abdelkarim begeben sich Politiker auf eine Reise mit unbekanntem Ziel und werden dort mit Bürgern konfrontiert, die von deren Wahlprogrammen direkt betroffen sind.
Die Homophobie der AfD war u.a. Thema der ersten Folge: Leif-Erik Holm, Fraktionschef der Rechtsaußenpartei in Mecklenburg-Vorpommern, musste auf dem Sofa von zwei schwulen Vätern und ihren beiden schwarzen Kindern Platz nehmen.
Die Begegnung der unheimlichen Art ging eindeutig zugunsten der Regenbogenfamilie aus: "Ich bin es satt, ständig mich zu rechtfertigen", las einer der Väter dem Rechtspopulisten selbstbewusst die Leviten. "Ihre Partei erhöht den Druck der Rechtfertigung."
Das komplette Video der Begegnung kann man sich hier anschauen. Im zweiten Teil von "Endlich Klartext!", der heute um 23.15 Uhr läuft, wird u.a. die Grünen-Politikerin Kerstin Andreae mit einer Großfamilie konfrontiert, die auf ihren Diesel nicht verzichten kann.
Die AfD macht auf Bundes, Länder- und Kommunalebene immer wieder Stimmung gegen LGBTI-Rechte und -Emanzipation. Das Wahlprogramm zur Bundestagswahl wertet Regenbogenfamilien ab: "Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes 'Familie' in Art. 6, Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen" – das Bundesverfassungsgericht hat dabei bereits geurteilt, dass der Schutz des Grundgesetzes auch eine Familie etwa aus Mutter, Mutter und Kind umfasse. Die Politik müsse sich "am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern" orientieren, fordert hingegen die AfD in dem vor der Ehe-Öffnung verabschiedeten Programm, auch der Begriff "Ehe" sei rein "klassisch" zu verstehen.
Ferner wendet sich die Partei gegen eine "einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexualität im Unterricht", die einen "unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder" und das Elternrecht darstelle und Kinder und Jugendliche "in Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert, überfordert und in ihren Schamgefühlen verletzt". Früsexualisierung sei zu beenden und die Förderung von "Gender-Forschung" sowie Gleichstellungsbeauftragte seien abzuschaffen (queer.de berichtete). (cw)
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Jetzt muss ich echt überlegen:
meint ihr die Position im Bild oder die politische Position?
:D