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"Leben und lieben ohne Bevormundung"

Aktionstag gegen "Marsch für das Leben"

Das vom LSVD unterstützte "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" ruft zum Protest gegen Abtreibungs- und Homo-Gegner auf.


Der sogeannte "Marsch für das Leben" kämpft mit Holzkreuzen gegen Abtreibung (Bild: flickr / Nic Frank / by 2.0)

  • 11. September 2017, 12:51h 4 2 Min.

Am Samstag (16. September) findet am Brandenburger Tor in Berlin der Aktionstag "Leben und lieben ohne Bevormundung" statt. Damit wehrt sich das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" gegen den zeitgleich stattfindenden "Marsch für das Leben", mit dem Abtreibungsgegner seit Jahren für ein Verbot des Schwangerschaftsabbruchs demonstrieren.

Der "Marsch für das Leben" wird vornehmlich von christlich-fundamentalistischen Gruppen und erzkonservativen Politikern organisiert, die sich auch gegen LGBTI-Rechte einsetzen; so beteiligt sich etwa die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch seit Jahren maßgeblich an der Veranstaltung, bei der Teilnehmer Holzkreuze durch die Stadt tragen, aber auch Teile der Union wie die Untergruppe Christdemokraten für das Leben (CDL) marschieren mit. 2014 sorgte der damalige Berliner LSU-Chef Jurgen Daenens mit seiner Teilnahme für Kritik selbst innerhalb seiner Organisation (queer.de berichtete). Daenens gab kurze Zeit später den LSU-Vorsitz ab (queer.de berichtete).

Das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" war 2012 als Reaktion auf den "Marsch für das Leben" gegründet worden und wird von einem breiten Spektrum aus Beratungsstellen,Verbänden, Gewerkschaften und politischen Organisationen unterstützt, darunter auch der Humanistische Verband, Pro Familia und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. Hauptanliegen ist der Kampf gegen die von "christlich-fundamentalistischen Gruppierungen angestrebte Kriminalisierung und moralisch-gesellschaftliche Ächtung von Schwangerschaftsabbrüchen", aber auch das Ende der Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten. Das Motto lautet: "Wir wollen leben und lieben ohne Bevormundung!"

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Bündnis beklagt "Angriffe aus der sogenannten Lebensschutzbewegung"

Die Mitglieder des Bündnisses kritisieren, dass die Abtreibungsgegner derzeit immer militanter werden würden: "Seit einigen Jahren erleben wir Angriffe aus der sogenannten Lebensschutzbewegung auf Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, auf Beratungsstellen oder gar auf hilfesuchende Frauen, denen quasi vor der Praxis aufgelauert wird", erklärte Ines Scheibe, die Gründerin des "Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung". (pm/dk)

Aktionstag für sexuelle Selbst­bestimmung 2017

Samstag, 16. September. Treffpunkt: 12 Uhr am Brandenburger Tor (Pariser Platz, Berlin). Mehr Infos auf der Facebook-Eventseite
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#1 MariposaAnonym
  • 12.09.2017, 10:30h
  • Ich finde es ätzend, daß zwei ziemlich verschiedene Themen von diesen sogenannten Christen immer in einen Topf geworfen werden. Ich bin auch gegen Abtreibung, wenngleich in keinster Weise fanatisch. Bei diesen Gestalten ist es ziemlich unglaubwürdig, weil sie keinerlei soziale Kompetenz besitzen und sich etwa um Kinderarbeit in der dritten Welt einen Dreck scheren und sie "geborenes Leben" oftmals nicht interessiert (wie etwa Flüchtlinge, die keine Christen sind). Denen geht es nur um Hetze.
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#2 Homonklin44
  • 12.09.2017, 11:33hTauroa Point
  • Man kann ja gegen Abtreibung sein, oder sie zumindest kritisch hinterfragen. Ich mag die Praxis auch nicht überall, kann sie aber unter einer Reihe bestimmter Voraussetzungen nachvollziehen.

    Diie "Lebensschützer" machen sich diese Beurteilung recht leicht. Sie würden nicht auch etwa finanziell oder sozial für die Kinder aufkommen, welche durch Alternativen zur Abtreibung entstehen, und für welche die Mutter nicht da sein kann. Weil sie vielleicht selbst noch ein Kind ist, geistig/körperlich nicht dazu befähigt, von Drogen abhängig, erkrankt, oder das Kind durch Vergewaltigung entstand ect.

    Selbstbestimmung und Abtreibung sind kollidierende Themen. Wäre Eileiter- bzw- Samenleiter-Durchtrennung als Vorsorge nicht eine praktikable Lösung, bis der Wunsch nach Nachwuchs eindeutig steht? Mit der modernen Planung ist es machbar, dass das Kind dann werden kann, wenn es in die Lebensplanung passt.

    Für alle Fälle gilt das natürlich nicht.
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#3 andreAnonym
  • 12.09.2017, 20:37h
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • Ich glaube, bei Eileiter.-und Samenstrangdurchtrennung erübrigt sich das Thema Vorsorge für immer. Da muß man nichts mehr planen, wie Du meinst, im letzten Teil Deines Beitrages. Gestern eine Bekannte hier in Pattaya gefragt, was Sie für eine Wunde am Oberarm hat. Sie hat sich ein Hormonstäbchen einpflanzen lassen. Die "Unfruchtbarkeit" hält 3 Jahre an. Gleich gegooglt, weil es mich interessiert. In Deutschland machen nur 1% der Frauen davon Gebrauch. Ich meine, mit solchen Möglichkeiten kann man doch zuverlässig und lange voraus planen.
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