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Oktoberfest 2017

Wiesn-Portal an Schwule: Bitte zurückhalten

Um die Heterosexuellen nicht zu provozieren, bittet ein Oktoberfest-Portal Schwule darum, sich besonders keusch zu verhalten. Das Bierzelt sei für Themen wie Toleranz "nicht der richtige Ort".


Alle dürfen ausgelassen feiern – nur die Schwulen sollten sich ein wenig zurückhalten (Bild: JasonParis / flickr)

  • 14. September 2017, 11:13h 92 2 Min.

Während besoffene Engländer mit willigen Dirndl-Trägerinnen auf dem sogenannten Wiesn-Kotzhügel Dinge tun, die queer.de aus Jugendschutzgründen nicht beschreiben kann (und auch nicht will), warnt oktoberfestportal.de vor zu viel Schwulitäten auf dem Volksfest. Die private Info-Seite der "Freunde des Münchner Oktoberfestes", die laut Impressum auch das schwul-lesbische Portal rosawiesn.de betreibt, empfiehlt schwulen Besuchern allen Ernstes "eine gewisse Zurückhaltung". "Nicht jeder Besucher des Oktoberfest ist so tolerant, dass er sich über schwule Männerpaare freuen kann", heißt es dort. Nicht alle hätten "Verständnis" für eine "offene schwule oder lesbische Lebensweise".

Immerhin: Homosexuelles Flirten sei auf der Wiesn nicht verboten: "Jedoch gilt es als schwules oder lesbisches Paar auf dem Oktoberfest ein bisschen zurückhaltend zu sein." Das Bierzelt sei "jedenfalls nicht der richtige Ort, um den Menschen Begriffe wie 'Toleranz' und 'Gleichberechtigung' zu erklären".

Bei einigen extra ausgewiesenen Wiesn-Events könne man sogar als Homo "offen flirten". Aber das Portal ruft Schwule dazu auf, ihre Geilheit doch einmal ein wenig zurückzuhalten, denn "die männlichen Bedienungen in den Zelten bleiben natürlich tabu".


Bild: Screenshot oktoberfestportal.de

Schwul-lesbische Events auf der Wiesn

Trotz dieser eigenartig anmutenden "Tipps" hat sich das schwul-lesbische Leben auf dem größten Volksfest der Welt bereits etabliert: In diesem feiern etwa die Oktoberfesttreffen des Münchner Löwen Clubs ihren 40. Geburtstag. Der MLC belegt traditionell am ersten Sonntag der Wiesn (dieses Jahr am 17. September) den Balkon in der Bräurosl. Seit Jahren trifft sich zudem im Zelt der Rest der Community zum "Gay Sunday". Am 18. September wird ab 15 Uhr der "RoslMontag" in der Bräurosl zelebriert, eine Woche später findet in der Fischer Vroni ab 13 Uhr die "Prosecco-Wiesn" statt. Am Tag der Deutschen Einheit gibt es schließlich einen Wiesn-Ausklang im Schottenhammel.

Die Wiesn startet am Samstag und endet am 3. Oktober. Der Preis für eine Maß liegt dieses Jahr zwischen 10,60 und 10,95 Euro. (dk)

#1 Homonklin44
  • 14.09.2017, 13:35hTauroa Point
  • Ooookay. Und warum wird den übrigen BesucherInnen nicht Ähnliches abverlangt? Für eine lesbische Bedienung im Bierzelt ist es schließlich auch ultranervig, wenn ihr die heiteren Heterotypen an den Arsch tatschen!

    Wobei auch unter Gaudi und festlichen Umständen ein umgängliches Verhalten durchaus üblich sein soll. Mit steigendem Duun-Faktor wahrscheinlich abnehmend.
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#2 habemus_plemplem
  • 14.09.2017, 14:07h
  • Wenn das ein WItz sein soll, ist er absolut nicht lustig!

    Bitte wie immer "Schwule" durch "Schwarze" ersetzen und nochmal laut vorlesen. Was sind das für Faschos?! Glauben wohl, ihnen allein gehört die Welt! Glauben wohl, uns selbstverständlich Vorschriften machen zu dürfen. Die feinen Herrenmenschen von der Wiesn.

    Wenn sie schon erkannt haben, dass es an Toleranz mangelt, dann sollen sie sich lieber mal für mehr Toleranz einsetzen, anstatt Gays zur Zurückhaltung zu mahnen!

    Wenn irgendwer von irgendwem angemacht wird und kein Interesse hat, dann wird es wohl nicht so schwer sein, auf höfliche und charmante Weise "nein danke" zu sagen. Soviel Anstand darf man wohl von jedem Menschen verlangen!

    Wer als heterosexueller Mensch heute noch total verunsichert und ungehalten reagiert, wenn er mal von einer Person des gleichen Geschlechts angesprochen wird, der soll sich leise schämen gehen, anstatt zum Wiesn-Portal zu rennen und einen besseren Hetenschutz zu verlangen.
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#3 AchsoAnonym
  • 14.09.2017, 14:33h
  • Komisch, wo doch 80% der Gäste und 80% der Wiese-Organisatoren total "für uns" sind...
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