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Freitag folgt Berlin

Auch in Dresden kein Erfolg für die "Demo für alle"

Beim vorletzten Stopp der Hassbus-Tour interessierten sich erneut nur wenige Menschen für die ausgrenzenden Botschaften – Hunderte bei Gegenkundgebung.


"Unser Bus ist die Botschaft", meinte Bus-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde in Dresden. "Alles, was da drauf steht, sagt eigentlich schon das wesentliche aus." Mehr Bilder vom Donnerstag, speziell auch der Gegenproteste, liefern die verlinkten Zeitungsartikel. (Bild: Nils Rübelmann / Young European Greens / Twitter)

  • 14. September 2017, 18:13h 104 4 Min.

Der vom homo- und transfeindlichen Bündnis "Demo für alle" und dem europaweiten reaktionären Petitionsportal CitizenGo organisierte "Bus der Meinungsfreiheit" ist auch beim vorletzten Stopp seiner Deutschland-Reise auf wenig Gegenliebe gestoßen. Der Bus, der sich bereits in seiner Aufschrift gegen die Ehe für alle, Regenbogenfamilien und die Selbstbestimmung von Transsexuellen und Transgendern richtet, versammelte am Donnerstag vor der Frauenkirche in Dresden nicht mal 50 Anhänger und Interessierte.

Unter die Besucher mischten sich auch immer wieder einige LGBTI, teilweise waren sie in der Mehrzahl. Medienberichten (Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) zufolge intervenierte die Polizei, wenn sie sich zu lautstark bemerkbar machten. Insgesamt blieb es allerdings erneut friedlich. Eine offizielle Gegenkundgebung an einem – wie von der Polizei erzwungen – mehrere Ecken entfernten Ort versammelte 150 bis 200 Menschen.


So sehen die "Demo für alle" und Hedwig von Beverfoerde (unten rechts) die Welt

"Demo für alle"-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde betonte in einer Rede, es gelte "ein Zeichen zu setzen gegen die Gender-Ideologie, die meint, sie könne die natürlichen Geschlechter abschaffen, die behauptet, es gäbe mehr Geschlechter als männlich und weiblich, Mann und Frau, Junge und Mädchen." Denn das sei "absoluter Quatsch", gegen den man "Flagge zeigen" wolle. Man protestiere auch für die "Ehe als Lebensbund von einem Mann und einer Frau und für die Familie, die nunmal einfach aus Vater und Mutter hervorgeht". queer.de war bei den Bus-Stopps in Köln und Düsseldorf vor Ort und hatte in letzterer Stadt einzelne Reden der Homo-Hasser näher dokumentiert.

Dresden hatte sich bereits vor rund drei Jahrem einem Besuch der Gruppe "Besorgte Eltern" entgegen gestellt, die sich gegen LGBT-Rechte und speziell Sexualaufklärung an der Schule richtete und inzwischen nicht mehr öffentlich auftritt. Bei der Kundgebung der Gruppierung mit Bezügen zu Russlanddeutschen und einer evangelikalen Familiensekte (Organische Christus-Generation / klagemauer.tv) war auch Jürgen Elsässer aufgetreten, Chefredakteur des rechten Magazins "Compact" (queer.de berichtete).

Demo für sehr wenige

Der Bus der hingegen weiterhin recht umtriebigen "Demo für alle" hatte in den letzten Tagen in München, Stuttgart, Karlsruhe und Wiesbaden, Köln sowie Düsseldorf und Hannover Halt gemacht. Mehr als zwei bis drei Dutzend Teilnehmer und Interessierte konnte der Bus in keiner Stadt erreichen, in der NRW-Landeshauptstadt schauten dafür der AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell und weitere Landtagsabgeordnete der Partei sowie die Bundessprecherin der "Christen in der AfD" vorbei.


Einer von mehreren AfD-Besuchern des Busses in Düsseldorf; Keith ist Parlamentarischer Geschäftsführer der NRW-Fraktion

In allen Städten traf der Bus auf einen in der Regel erheblich größeren Gegenprotest. In Kiel kamen am Mittwoch gar über 200 Menschen zusammen, obwohl die "Demo für alle" einen Stopp wenige Stunden zuvor wegen einer Unwettervorhersage abgesagt hatte. Das Blog "Besorgte Homos" bietet dazu einen Bericht samt Galerie, bei Facebook gibt es zudem einen Videomitschnitt der gesamten Kundgebung.


Der Gegenprotest in Kiel zum abgesagten Protest der "Demo für alle". Nicht im Bild: Mehrere städtische Regenbogenflaggen. (Bild: Besorgte Homos)

Großer Gegenprotest in Berlin geplant

Letzter Stopp der Hassbus-Tour bleibt damit am Freitag Berlin – Hedwig von Beverfoerde will dort angeblich über 220.000 Unterschriften gegen die Ehe für alle ans Kanzleramt übergeben. Bei der Kundgebung soll auch die neurechte Bestseller-Autorin Birgit Kelle ("Gender-Gaga") sprechen, die ihren christlichen Fundamentalismus erfolgreich hinter Populismus versteckt.



Zu einem Gegenprotest haben zahlreiche Berliner Gruppen und Organisationen aufgerufen, darunter Aktionsbündnis gegen Homophobie, Berliner Aids-Hilfe e.V., Berliner CSD e.V., blu Mediengruppe, CSD Deutschland e.V., Enough is Enough, LSVD Berlin-Brandenburg und Schwulenberatun Berlin. Dazu gesellen sich diverse Gruppen von SPD, Grünen, Linke und FDP. Beginn ist um 14 Uhr auf der Otto-von-Bismark-Allee zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus (die Veranstaltung bei queer.de, Facebook).



Fundamentalistisch geht es am Samstag in der Haupstadt weiter: Die teils gleichen Akteure wie bei homo- und transfeindlichen Bewegungen kommen zum Anti-Abtreibungs-Protest "Marsch für das Leben" zusammen. Das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung", zu dem u.a. der LSVD gehört, ruft ab 12 Uhr zu einem "Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung" am Brandenburger Tor auf (queer.de berichtete). Bereits um 10.30 versammelt sich am U-Bahnhof Wittenbergplatz eine "QueerFeministische Demo" unter dem Motto "'Marsch für das Leben'? – What the fuck!". (nb)

-w-

#1 TimonAnonym
  • 14.09.2017, 20:20h
  • Die Tour der Homohasser hat sich zum kompletten Flop entwickelt...

    Hoffentlich gibt es zum Abschluss in Berlin nochmal eine riesige Gegendemo... Damit die endgültig sehen, dass sie nicht erwünscht sind...
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#2 herve64Ehemaliges Profil
#3 Simone 65Anonym
  • 14.09.2017, 21:24h
  • Ich habe in Stuttgart mit Hedwig gesprochen und Sie gefragt , ob ich kein Recht habe zu leben ? Ich möchte doch nur leben . Ich tue niemanden weh . Ich schlage niemanden , ich töte niemanden .
    Ich möchte nur im Frieden leben . Es kam von Ihr keine Antwort .
    Liebe Grüße Simone
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