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Fake-News und Hetze gegen LGBT-Rechte
Etymologie à la AfD: "Ehegatte kommt von Begatten"
Thüringens AfD-Spitzenkandidat Stephan Brandner versucht sich als Sprachwissenschaftler – und kündigt im MDR die Abschaffung der Ehe für alle an.

Der Rechtsanwalt Stephan Brandner, Jahrgang 1966, ist Spitzenkandidat der AfD Thüringen für die Bundestagswahl. Seit 2014 ist er Mitglied des Landtags (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)
- 15. September 2017, 02:15h 2 Min.
Der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete Stephan Brandner, der auch Spitzenkandidat der AfD-Landesliste für die Bundestagswahl ist, will die Ehe für alle wieder abschaffen: "Wenn die Mehrheiten es hergeben und wir Einfluss haben, halte ich es für ziemlich sicher, dass wir das Gesetz aufheben", sagte das frühere CDU-Mitglied bei einem MDR-Streitgespräch mit Matthias Gothe vom Weimarer Verein Queerweg.
Zur Begründung stellte Brandner die Sprachwissenschaft auf den Kopf: "Kennen Sie den Ehegattenbegriff? Was steckt denn da drin? Das Begatten steckt da drin", meinte der AfD-Politiker. "Also der Ehegatte kommt aus der Ecke, dass eben Kinder die Grundlage der Ehe sein sollen." In Wirklichkeit geht der Begriff auf das mittelhochdeutsche Wort "gate" mit der Bedeutung "gleichgestellter und ebenbürtiger Genosse" zurück.
Warnung vor Regenbogenfamilien
Während Gothe sachlich entgegen hielt, hetzte Brandner weiter. Schulaufklärung über LGBT bezeichnete der AfD-Spitzenkandidat im MDR-Gespräch als "Quatsch", außerdem bezweifelte er, dass Homosexuelle gute Eltern sein können: "Da wächst ein Problem heran, wo wir uns in 20 Jahren sagen werden: Warum haben wir das zugelassen, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder erziehen? Das wird so auf Dauer nicht funktionieren."
Bereits im Mai hatte Stephan Brandner im Thüringer Landtag zu einem homophoben Rundumschlag ausgeholt. Die Rehabilitierung der Opfer des Paragrafen 175 nannte er im Plenum einen "Verfassungsbruch", der einen "Regenbogenfamilienirrweg" weiter vorbereite. Eine Entschuldigung des Parlaments bei den verurteilten Schwulen lehnte er ab (queer.de berichtete).
Ein großes Presseecho hatte zuletzt eine menschenverachtende Wahlkampfrede Brandners am Dienstag in Jena gefunden. Darin hatte er u.a. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) als "das Ergebnis von Inzucht im Saarland" beleidigt, einen "Haftbefehl für die Fuchtel im Kanzleramt" sowie den Abschuss eines Polizeihubschraubers gefordert, der über der Kundgebung kreiste. (mize)














