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Nach CIA-Kritik
Harvard lädt Chelsea Manning als Gastdozentin aus
Auf Druck der CIA hat die prestigeträchtige Harvard-Universität eine Einladung an die transsexuelle Whistleblowerin wieder zurückgenommen.

Heldin oder Verräterin? Chelsea Manning ist in den USA hoch umstritten
- 15. September 2017, 13:25h 2 Min.
Auf Twitter zeigte sich die amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning am Freitagmorgen "stolz, die erste Transfrau zu sein, die von Harvard als Gastdozentin ausgeladen wurde". Sie warf der privaten Eliteuniversität vor, sich dem Druck des Auslandsgeheimdienstes CIA gebeugt zu haben. In einem weiteren Tweet schrieb die 29-Jährige: "So sieht also ein Militär-/Polizei-/Geheimdienststaat aus. Die CIA bestimmt, was in Harvard gelehrt wird und was nicht."

Dabei hatte die in Cambridge bei Boston ansässige Universität erst am Mittwoch feierlich erklärt, Manning werde im nächsten Semester als Gastdozentin ("Visiting Fellow") an der fast 400 Jahre alten Hochschule lehren. Sie war Teil einer Gruppe von zehn neuen Gastdozenten, unter der sich auch der ehemalige Trump-Pressesprecher Sean Spicer und der frühere Trump-Kampagnenleiter Corey Lewandowski befanden.
Anders als bei Spicer oder Lewandowski hagelte es sofort Kritik daran, dass die Transsexuelle an der Uni reden sollte: So sagte am Donnerstag CIA-Chef Mike Pompeo einen Auftritt in Harvard ab und nannte als Grund, dass Manning eine "Verräterin Amerikas" sei. Der frühere Vize-CIA-Chef gab außerdem seinen Titel als Gastdozent an Harvard zurück.
Wenige Stunden später zog die Universität die Einladung an Manning zurück, weil diese ein "Fehler" gewesen sei. Die Begründung: Der Titel "Gastdozent" werde von einigen fälschlicherweise als Ehre empfunden, den man Manning nicht zugestehen könne. Die Universität betonte jedoch, das Manning auf dem Campus eine Rede halten könne.
Manning erst seit Mai wieder in Freiheit
Manning war 2010 verhaftet worden, weil sie Hunderttausende von geheimen Dokumenten der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt hatte. Diese zeigten unter anderem Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak-Krieg. Nach ihrer Verurteilung zu 35 Jahren Haft outete sie sich 2013 als Transsexuelle. Drei Tage vor dem Ende seiner Amtszeit gab Präsident Barack Obama bekannt, dass er die Strafe der Whistleblowerin zum großen Teil erlassen werde. Sie wurde dann am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, aus der Militärhaft entlassen (queer.de berichtete).
Auch in der LGBTI-Szene ist Manning umstritten. Von vielen wird sie als Heldin angesehen, die in der Zeit von "Don't ask, don't tell" nicht mehr Verbrechen des US-Militärs decken wollte. 2014 wurde sie etwa zur Schirmherrin des CSDs in San Francisco ernannt, obwohl sie noch in Haft saß (queer.de berichtete).
Kritik an Manning kommt dagegen von konservativen LGBTI-Organisationen: So verurteilten die Log Cabin Republicans die Begnadigung Mannings und warfen ihr vor, das Leben amerikanischer Soldaten gefährdet zu haben (queer.de berichtete). (dk)













Und die Geheimdienste aller Staaten sind das größte Sammelbecken für faschisten und nazis!!!!