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Australien

Katholischer Bischof freundet sich mit Ehe für alle an

Die Kirche müsse die Zeichen der Zeit wahrnehmen, schreibt der australische Bischof Vincent Long Van Nguyen in einem Hirtenbrief.


Vincent Long Van Nguyen wurde 2016 von Papst Franziskus zum Bischof von Parramatta ernannt (Bild: Diocese of Parramatta)
  • 18. September 2017, 04:29h 18 2 Min.

Zu den größten Gegnern der Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare gehört auch in Australien die katholische Kirche – doch die Abwehrfront bröckelt. In einem Hirtenbrief scherte jetzt der Bischof von Parramatta, Vincent Long Van Nguyen, aus der Nein-Front zur laufenden Volksabstimmung aus und zeigt deutliche Sympathien für die staatliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen.

Long betonte einerseits, er stehe zur kirchlichen Lehre, dass die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau sei. Andererseits erinnerte er an das Versprechen, das er bei seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr gegeben habe: Er stehe für eine Kirche, die "weniger eine Erfahrung von Ausgeschlossensein vermittelt als vielmehr eine Begegnung mit radikaler Liebe, Inklusion und Solidarität".

Die Kirche müsse die Zeichen der Zeit wahrnehmen, meinte der Bischof und erinnerte daran, dass auch die Einführung der zivilrechtlichen Scheidung in Australien die katholische Lehre nicht erschüttert habe.

Long: Ehe für alle ist "zutiefst persönliche" Frage

Für viele Christen sei die Frage der Ehe für alle nicht nur theoretisch, sondern "zutiefst persönlich", so der 55-Jährige in seinem Hirtenbrief. Auch Gläubige hatten homosexuelle Familienangehörige und Freunde. Beim Referendum sollten sie deshalb nicht mit einem simplen Ja oder Nein abstimmen, sondern sich vorher genau fragen, was christlich sei und was der Heilige Geist zu den Erfordernissen der Zeit sage.

Vincent Long Van Nguyen ist Australiens erster Bischof mit vietnamesichen Ursprüngen. Im Alter von 19 Jahren kam er als Bootsflüchtling nach Down Under. Von Papst Benedikt XVI. wurde Long 2011 zum Weihbischof in Melbourne und Titularbischof von Thala ernannt. Papst Franziskus berief ihn am 5. Mai 2016 zum Bischof von Parramatta. Im Februar hatte er vor der australischen Missbrauchskommission berichtet, dass er als junger Erwachsener von einem Priester missbraucht wurde.

Volksabstimmung läuft seit Dienstag

Seit letzten Dienstag können die Australier in einem von der konservativen Regierung durchgesetzten Referendum per Brief über die Ehe für alle abstimmen. Die Frage auf dem Wahlschein lautet: "Sollte das Gesetz geändert werden, um gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu erlauben?" Das Ergebnis soll am 15. November bekanntgegeben werden.

Rechtlich bindend ist das Votum nicht. Premierminister Malcolm Turnbull versprach jedoch, dass nach einem "Ja" der Bevölkerung das Parlament über die Ehe-Öffnung entscheiden werde. Dort gilt eine Mehrheit als sicher, da sich praktisch die gesamte Opposition und große Teile der Regierung dafür ausgesprochen haben. Auch Turnbull selbst ist für die Ehe für alle (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 stephan
  • 18.09.2017, 09:15h
  • Mit ein wenig Nachdenken und insbesondere mit der Erkenntnis des Widerspruchs zwischen dem christlichen Anspruch der Liebe und der teilweise menschenverachtenden, kirchlichen Lehre, kommt selbst ein röm.-kath. Bischof zu vernünftigen Folgerungen!

    Die Wahrheit ist eben doch stärker als jede Indoktrination in den Priesterseminaren, insbesondere wenn man - wie Vincent Long Van Nguyen - als junger Erwachsener eine schlimme Seite der kirchlichen Strukturen schon selber erlebt hat!

    Hoffentlich bringt die Haltung des Bischofs viele kath. Gegner der Eheöffnung zum Nachdenken!
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#2 Homonklin44
  • 18.09.2017, 09:24hTauroa Point
  • Dasist jawirklich mal ein kühner Vorstoß. Hoffentlich bezahlt er den nicht mit einer Degradierung oder erhält Empfehlungen zu seiner Absetzung. Die Knilchenbrüder sirtzen da doch bestimmt schon am Drücker und reiben sich die Hände. Ernsthafte Sympathien für Lesben und Schwule könnten ihm auch den Würdenträgerkopf kosten. Ich traue es den Knilchen zu, dass sie selbst einen Bischof absägen, der nicht so läuft, wiees die beschränkte Teegesellschaft der Religiotenzausel wünscht.

    ""Auch Gläubige hatten homosexuelle Familienangehörige und Freunde.""

    Ja, viele hatten bestimmt mal welche. Einige der Gemäßigteren mögen sie immer noch haben, oder immer noch Freunde und Verwandte nennen. Es gibt aber auch so einige, die diese Bande mit Bekanntwerden einer sexuellen Orientierung oder Identität jenseits der Heteronormative beenden.
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#3 Funnel SpiderAnonym
  • 18.09.2017, 09:46h
  • Das scheint ein hilfreicher Vorstoß angesichts der Abstimmung zu sein, dennoch ist Nguyens Kernaussage selbstverständlich Blödsinn:

    Die Ehe ist mitnichten eine "zutiefst persönliche Frage", sondern ein weltliches Rechtsinstitut, zu dem religionsgestörte Katholen wie er die Klappe zu halten haben.
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