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"Vice"-Interview
Alice Weidel: Eltern fanden Coming-out "ganz, ganz lustig"
Die lesbische AfD-Spitzenkandidatin behauptet, in ihrer Partei gebe es keine Homophobie. Ihr eigenes Coming-out gegenüber ihren Eltern sei unproblematisch gewesen.

Alice Weidel wird als Nummer eins der baden-württembergischen AfD-Landesliste wohl bald im Bundestag sitzen (Bild: Screenshot Vice)
- 18. September 2017, 13:44h 2 Min.
In einem vor wenigen Tagen im Online-Magazin "Vice" veröffentlichten kurzen Video-Interview gibt die lesbische AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ein wenig Einblick in ihr Privatleben. Die Politikerin, die mit ihrer in der Schweiz lebenden Partnerin zwei Kinder großzieht, antwortete auf die Frage, wie sie Kindern den Nationalsozialismus erkläre: "Unser Ältester, der ist ja fast fünf. Der hat das Konzept schon verstanden, dass Hitler ein ganz, ganz schlimmer Mensch gewesen ist. Wir haben ein 'Tyrannen-Quartett" zu Hause und da ist Hitler die meistbietende Karte."
"Vice" wollte auch wissen, wie Weidels Coming-out gegenüber ihrer Familie ablief: "Das war jetzt nicht so früh. Ich hab es dann irgendwann mal während des Studiums meinen Eltern gesagt und die fanden das eher so ganz, ganz lustig", sagte die 38-Jährige. Auf Nachfrage führte sie weiter aus: "Ja, also die Antwort war: 'Ach, wir haben uns das eigentlich schon gedacht und das ist schon in Ordnung.'" Ferner gab Weidel zu, schon einmal Marihuana geraucht zu haben – das sei aber schon "einige Jahre" her.
Auch über ihre Politik gab die AfD-Spitzenkandidatin Auskunft. Auf die Frage, wie sie sich für Homosexuelle einsetze, erklärte sie schlicht, dass sie "andere Schwerpunkte" habe. Immerhin sei sie wegen des "eurokritischen Profils" in die AfD eingetreten und interessiere sich für Wirtschaftspolitik – über LGBTI-Rechte sagte sie nichts.
"Die homophoben Äußerungen kommen nicht von meinen Parteikollegen"
Weidel verteidigte in dem Interview auch ihre Parteifreunde gegen Vorwürfe der Homophobie: "Die homophoben Äußerungen kommen nicht von meinen Parteikollegen. Ich glaub, wir hatten mal einen, der ist direkt aus der Fraktion geflogen hier in Berlin. Postwendend. Und das ist eigentlich innerhalb unserer Partei nie in irgendeiner Form ein Thema gewesen", so Weidel unter Anspielung auf Kay Nerstheimer, dessen Immunität im Juni aufgehoben wurde (queer.de berichtete).
Freilich gab es von Weidel weder Kritik am homophoben Wahlprogramm ihrer Partei, noch störte sie sich je an den fast täglichen homophoben Tiraden aus ihrer Partei. Erst vergangene Woche hatte etwa einer ihrer Parteifreunde im neu gewählten Landtag von Nordrhein-Westfalen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben als Vorboten der "Kinder-Ehe" gebrandmarkt (queer.de berichtete). In dem "Vice"-Interview, in dem etliche homophobe Äußerungen der Partei eingeblendet wurden, stritt Weidel außerdem ab, dass die AfD "maximale Empörung" auslösen wolle. (cw)
Links zum Thema:
» Gesamtes Interview auf vice.de
Mehr zum Thema:
» LSVD veröffentlicht Dossier "Die AfD – eine unberechenbare Alternative" (13.09.2017)














kann man nicht von dieser weiblichen Antwort auf Ernst Röhm verschont bleiben?
(Hoffentlich bleibt dieser Borderline-Person sein Schicksal erspart)