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CDU und AfD stimmten gegen Ersatztermin
Wenn die Regenbogenfahne am 11. Oktober weht
An der Erkrankung eines Mitarbeiters scheiterte im August die CSD-Beflaggung der Bremer Bürgerschaft. Nun gibt es auf Wunsch von SPD, Grünen, Linken und FDP einen "Entschuldigungs-Beflaggungstag".

Regenfahnen an öffentlichen Fahnenmasten sorgen in Deutschland immer wieder für politischen Streit (Bild: torbakhopper / flickr)
- 22. September 2017, 10:48h 2 Min.
Der Streit um Regenbogenfahnen an öffentlichen Gebäuden treibt in Deutschland immer wieder komische Blüten. In Bremen ist nun eine neue Variante hinzukommen.
Eigentlich sollte die bunte Flagge der LGBTI-Community bereits am 26. August zum CSD vor der Bremer Bürgerschaft wehen, so hatten es die Abgeordneten mit großer Mehrheit beschlossen. Doch als die queere Parade am Marktplatz vorbeizog, waren die Fahnenmasten leer. Keine böse Absicht, hieß es aus dem Parlament. Der zuständige Mitarbeiter soll kurzfristig erkrankt sein.
Am Donnerstag debattierte das Hohe Haus nun den Antrag "Zweiter Versuch – Regenbogenflagge am Coming Out Day vor dem Haus der Bürgerschaft hissen", der gemeinsam von SPD, Grünen, Linken und der FDP eingebracht worden war. Eine Premiere – denn am 11. Oktober bleiben die bunten Fahnen in ganz Deutschland normalerweise im Keller.
Für die CDU ist der Coming Out Day der falsche Anlass
Die CDU wandte sich in der Debatte gegen den "Entschuldigungs-Beflaggungstag", wie es Fraktionschef Thomas Röwekamp formulierte. "Hand auf Herz, bevor Sie in Ihren Fraktionen darüber beraten haben, wer wusste, dass der 11. Oktober der Coming Out Day ist?", fragte er seine Kollegen. Und erinnerte die Antragsteller daran, dass sie im kommenden Jahr den Tag ja selbst ignorieren und zum CSD-Termin zurückkehren wollen.
"Ich kannte diesen Tag auch nicht", räumte die Grünen-Abgeordnete Henrike Müller ein. Der Ersatztermin sei jedoch nötig, weil der Fahnen-"Lapsus" in der queeren Community zu "großem Unverständnis" und zu "großer Trauer" geführt habe. Ähnlich argumentierte der SPD-Politiker Björn Tschöpe: "Wie das immer so ist, wenn man Feiern nachholt, dann sind sie nicht ganz so schön wie die ursprüngliche Feier."
Gegen die Stimmen von CDU und AfD machten die Abgeordneten schließlich den Weg frei für die Regenbogenbeflaggung am 11. Oktober. Im kommenden Jahr, so der zweite Punkt des Antrags, soll die Fahne dann aber wirklich zum CSD am Haus der Bürgerschaft wehen. Damit hatte auch die große Mehrheit der CDU-Fraktion keine Probleme. (mize)
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