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Spätes Coming-out
"Denver Clan"-Star Gordon Thomson ist schwul
Der Darsteller von Adam Carrington hat sich im Alter von 72 Jahren geoutet.

Gordon Thomson spielte als junger den Denver Clan"-Intriganten Adam Carrington
- 27. September 2017, 13:28h 2 Min.
Besser spät als nie: Der 72-jährige Schauspieler Gordon Thomson, der vor allem für seine Rolle als Adam Carrington in der US-Serie "Denver Clan" bekannt ist, hat sich in einem am Montag erschienen Interview mit der Nachrichtenseite "Daily Beast" als schwul geoutet.
Der Kanadier erklärte in dem Interview, er habe sich erst so spät geoutet, weil ein Coming-out in den Achtzigerjahren "ohne Frage beruflicher Selbstmord" gewesen wäre. Später habe er nie etwas über seine sexuelle Orientierung gesagt, "weil ich gedacht habe, dass es Leute sowieso wissen." Jetzt sei er in einem Alter, in dem er offen über das Thema reden könne.
"Ich bin nicht besonders offen, weil das in meiner Generation einfach so ist, denke ich", erklärte der Schauspieler. Wie viele schwule Männer sei auch er "homophob" gewesen. "Als ich aufgewachsen bin, war es eine Straftat, später war es eine Geisteskrankheit", so Thompson. "Erst als Pierre Trudeau Premierminister von Kanada wurde, ich war damals so 23 oder 24 Jahre alt, war es keine Straftat mehr." Kanada hatte Homosexualität 1969 legalisiert.
Thomson schämte sich für seine Homosexualität
Weiter sagte Thomson, dass er sich wegen der homophoben Atmosphäre für seine sexuelle Orientierung geschämt habe. Darunter habe sein Privatleben erheblich gelitten: "Ich hatte mal einen Partner – das war aber kein großer Erfolg. Der Grund war wohl mein fehlendes Selbstwertgefühl."
Thomson spielte von 1982 bis 1989 den egoistischen Bösewicht Adam Carrington, der mehrfach sogar gegen seine eigenen Eltern intrigiert hat. Danach war er nur noch selten in TV- oder Filmrollen zu sehen, verschwand aber nie ganz von der Bildfläche: Er hatte etwa kleine Nebenrolle in "Poseidon" und "Little Miss Sunshine".
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Thomson übte auch einige Kritik an der Serie "Denver Clan": So bezeichnete er die Umsetzung des Coming-outs der Figur Steven Carrington als "Scheißdreck". Steven gilt als einer der ersten offen schwulen Serienfiguren, hatte aber trotzdem Affären mit Frauen – ein Zugeständnis an die damalige homophobe Atmosphäre, so Thomson.
Auch am Remake des "Denver Clan", das im US-Fernsehen am 11. Oktober startet, hat Thomson kein gutes Wort übrig: "Ich hab mir das kurz angesehen und war angewidert. Was zum Teufel macht [der Fernsehsender] CW? Das ist einfach nur Scheiße!"
In Deutschland wird die neue Serie voraussichtlich unter dem Originaltitel "Dynasty" einen Tag nach der US-Ausstrahlung im Streamingportal Netflix erhältlich sein. (dk)
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Mal wieder Zeit, auf den tollen zaunfink-Artikel "Schwule Scham" hinzuweisen, der dazu wichtige psychologische und soziologische Mechanismen darstellt:
derzaunfink.wordpress.com/2016/01/17/schwulescham/