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Auch der OB kommt
Uta Ranke-Heinemann feiert ihren 90. mit Schwulen und Lesben
Ihre Geburtstagsfeier am kommenden Montag sei "nur für Homosexuelle und Familie", erklärte die Essener Kirchenkritikerin gegenüber der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt".

Die Theologin und Autorin Uta Ranke-Heinemann wurde am 2. Oktober 1927 in Essen geboren
- 28. September 2017, 02:52h 2 Min.
Die Essener Theologin Uta Ranke-Heinemann feiert ihren 90. Geburtstag am kommenden Montag ausschließlich mit ihrer Familie und schwul-lesbischen Freunden. Ihr Geburtstagsfest sei "nur für Homosexuelle und Familie", erklärte die bekannte Kirchenkritikerin der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" laut einer Vorabmeldung vom Mittwoch.
Auch der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) werde vorbeischauen, kündigte Ranke-Heinemann an. "Der ist auch homosexuell – deshalb verstehen wir uns so gut."
Papst Benedikt XVI. outete sie als schwul
Die älteste Tochter des angesehenen Bundespräsidenten Gustav Heinemann wurde als Protestantin geboren, konvertierte aber Anfang der Fünfzigerjahren zum Katholizismus. Beim Theologiestudium lernte sie Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI., kennen, den sie 2011 in einem "Vice"-Interview als schwul bezeichnete (queer.de berichtete).
1970 wurde Uta Ranke-Heinemann die erste Professorin für katholische Theologie weltweit. 1987 entzog ihr der Essener Bischof Franz Hengsbach die Lehrerlaubnis, weil sie die biblische Jungfrauengeburt angezweifelt hatte. In ihrem Buch "Eunuchen für das Himmelreich" kritisierte sie daraufhin die Sexualpolitik des Vatikans – und wurde zur Ikone für Kirchenkritiker. Wegen ihres Einsatzes für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben wurde sie 2009 mit dem Toleranzpreis des Essener CSDs ausgezeichnet.
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In dem "Vice"-Interview bezweifelte Ranke-Heinemann übrigens, dass die Kirche in der Frage der Homo-Rechte reformfähig ist. "2.000 Jahre Sexualfeindlichkeit der katholischen Kirche haben in Köpfen vieler Katholiken derartige Hirnschäden hinterlassen, dass sie selbst die eifrigsten Vertreter ihrer eigenen erbsündlichen Unreinheit sind, die erst durch die Taufe abgewaschen werden muss", erklärte die Theologin.
1999 war die parteilose Pazifistin in ihrem Protest gegen Deutschlands Beteiligung am Kosovokrieg gegen Jugoslawien Kandidatin der PDS für das Amt der Bundespräsidentin. Sie unterlag Johannes Rau deutlich. (cw)















Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und noch viele glückliche und gesunde Jahre...