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Robert-Koch-Institut
HIV-Neudiagnosen um acht Prozent zurückgegangen
Im vergangenen Jahr erhielten über 3.400 Menschen in Deutschland ein positives HIV-Ergebnis.

Vorbeugung gegen HIV bietet vor allem das Kondom, als Ergänzung gibt es aber inzwischen auch PrEP
- 28. September 2017, 14:40h 2 Min.
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder zurückgegangen. Laut den am Donnerstag im "Epidemologischen Bulletin" veröffentlichten Zahlen gab es 2016 bei insgesamt 3.419 Menschen ein positives HIV-Testergebnis. Im Jahr zuvor waren es noch 280 Menschen mehr gewesen. Das entspricht einem Rückgang um acht Prozent.
Auch die Zahl der Männer, bei denen als Infektionsweg gleichgeschlechtlicher Sex vermerkt wurde, ist rückläufig: Insgesamt habe es 1.725 Neudiagnosen in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), gegeben. Das sind 142 Neudiagnosen weniger als im Vorjahr – auch hier liegt der Rückgang im Jahresvergleich bei acht Prozent. Die stärksten Rückgänge sind laut dem Robert-Koch-Institut bei MSM aus Hessen (minus 35 Neudiagnosen), Nordrhein-Westfalen (minus 29 Neudiagnosen) und Hamburg (minus 27 Neudiagnosen) gemeldet worden. Die Zahlen gingen besonders in Großstädten zurück, während sie in ländlichen Gemeinden stagnierten.

DAH: Weniger Neudiagnosen heißt nicht unbedingt weniger Neuinfektionen
Die Deutsche Aids-Hilfe warnte nach Veröffentlichung der Zahlen, eine sinkende Zahl der Neudiagnosen heiße nicht automatisch, dass sich weniger Menschen mit dem Virus infiziert hätten. Die Zahl spiegle lediglich wider, wie viele Menschen erstmals positiv auf HIV getestet wurden. Die Infektion könne dabei schon Jahre zurück liegen. Andere Menschen hätten sich im letzten Jahr infiziert, aber noch kein positives Testergebnis erhalten. Eine Schätzung der tatsächlichen HIV-Neuinfektionen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut im November.
Bereits am Mittwoch wurde im Fachmagazin "Lancet" eine Studie veröffentlicht, laut der in Europa immer mehr ältere Menschen über 50 Jahre mit HIV diagnostiziert werden würden. Die Autoren erklärten, dass Ältere weniger als Jüngere damit rechnen würden, sich mit HIV zu infizieren – insbesondere Heterosexuelle seien von dieser Entwicklung betroffen. Jeder Zweite, der HIV-positiv getestet werde, trage das Virus bereits seit längerem in sich. (dk)















Das sind immer noch 3.400 zu viel, aber es ist schon mal gut, dass die Zahl um 8% zurückgegangen ist.
Ziel muss weiterhin die Ausrottung dieser Seuche sein. Und die Impfung und vollständige Heilbarkeit.