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Katholische Kirche
ZdK-Präsident für Segnung von Lesben und Schwulen
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg fordert ein "Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare".

Thomas Sternberg ist seit 20. November 2015 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Bild: J.-H. Janßen / wikipedia)
- 30. September 2017, 12:44h 2 Min.
In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" hat sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, für kirchliche Segnungen von homosexuellen Paaren ausgesprochen. Anlass des Gesprächs waren das Inkrafttreten der Ehe für alle am 1. Oktober sowie die verweigerte Segnung des Emmericher Bürgermeister Peter Hinze und dessen Lebenspartners.
Segnungen wären ein "Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare", erklärte Sternberg. "Dahinter steht der Wunsch, dass Gott den Gesegneten beistehen möge." Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete aus NRW verwies auf bereits durchgeführte Gottesdienste am Valentinstag, in denen alle liebenden Menschen gesegnet werden könnten.
Verständnis für Segnungsverbot in Münster
Trotz seines Vorstoßes zeigte Sternberg Verständnis für das erst vor wenigen Tagen vom Münsteraner Bischof Felix Genn ausgesprochene Verbot, dem Emmericher Bürgermeister Peter Hinze (SPD) und dessen Lebenspartner in einem Wortgottesdienst einen "Segen für Liebende" zu spenden (queer.de berichtete). "Die Segensfeier drohte zu einem Ärgernis, einem Spektakel zu werden, da einer der beiden Männer vor Ort Bürgermeister ist, und die Feier im Gottesdienst als öffentliches Ereignis inszeniert werden sollte", meinte der 65-Jährige gegenüber der "Passauer Neuen Presse". "Zudem war er offenbar zuvor verheiratet, hat Frau und Kind verlassen. Ich kann die Entscheidung des Bischofs nachvollziehen. Zumal der Bürgermeister öffentlich erklärte, der Segen sei ihm gar nicht so wichtig, sondern seinem Partner."
Als ebenbürdig will der ZdK-Präsident gleich- und gemischtgeschlechtliche Ehen nicht anerkennen. Segnungen homosexuelle Paare dürften "nicht mit einer Eheschließung zwischen Mann und Frau verwechselt" werden, so Sternberg. "Da gibt es nach unserer Auffassung einen gravierenden Unterschied. Nach katholischem Verständnis ist die Eheschließung ein Sakrament und findet vor dem Priester in der Kirche statt, nicht auf dem Standesamt."
Keine neue Entwicklung beim ZdK
Bereits im Mai 2015 hatte sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auf seiner Vollversammlung in Würzburg für die Segnung lesbischer und schwuler Paaren ausgesprochen. Dazu müsse es eine "Weiterentwicklung von liturgischen Formen" geben, hieß es in dem damals einstimmig gefassten Beschluss (queer.de berichtete).
Das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen der Laienvertretung und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Es wird von der Deutschen Bischofskonferenz als Koordinationsgremium anerkannt, stellt jedoch kein offizielles Organ der Kirche dar. (cw)















Man könnte die homosexuellen Paare in einem abgesonderten Raum segnen, streng geheim und ohne jede Öffentlichkeit, um keine Empörung zu provozieren. Nur zum Schutz der Privatsphäre des Paares natürlich.
Damit auch wirklich keine Missverständnisse über die Haltung der Kirche aufkommen, würden die Segnungen für beide Gesegneten getrennt voneinander stattfinden, um das Signal zu vermeiden, ihre Beziehung als solche sei akzeptabel. Vorher könnte man noch all die schönen thematisch passenden Passagen aus Levitikus, Römerbrief und Katechismus rezitieren, die klarstellen, wohin der Weg der widernatürlichen Lust führt.
Wäre das nicht ein schönes Signal der Wertschätzung?
Wer heute immer noch Mitglied in dieser Kirche ist, hat eigentlich nichts Besseres verdient.