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Streit um Eheschließungen
Zu homofreundlich: Anglikaner bestrafen schottische Kirche
Wie zuvor die US-Anglikaner hat die anglikanische Weltkirche nun auch ihren schottischen Ableger sanktioniert, weil dort Homosexuelle nicht länger bei Eheschließungen diskriminiert werden.
- 5. Oktober 2017, 13:38h 2 Min.
Die anglikanische Kirche hat bei einem Treffen im englischen Canterbury laut britischen Medienberichten am Dienstag Strafmaßnahmen gegen die schottische Kirche verhängt. Die Mehrheit der anglikanischen Kirchenprovinzen protestierte damit gegen die von der "Scottish Episcopal Church" im Juni diesen Jahres beschlossene Legalisierung von Ehezeremonien für gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche (queer.de berichtete).
Die schottische Glaubensgemeinschaft war damit die erste Traditionskirche in Großbritannien, die gleichgeschlechtliche Paare in der Ehe-Frage nicht mehr grundsätzlich ausschließt. Die erste Eheschließung in einer anglikanischen Kirche wurde vergangenen Monat in Edinburgh gefeiert. Allerdings haben Pfarrer nach wie vor das Recht, sich zu weigern, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen.
Stimmrechtsentzug für drei Jahre
Als Strafe hat die schottische Kirche in den nächsten drei Jahren kein Stimmrecht mehr bei gemeinschaftlichen Entscheidungen. Damit wurde die selbe Strafe verhängt wie vergangenes Jahr gegen die amerikanische Episkopalkirche, weil sie ebenfalls gleichgeschlechtliche Eheschließungen durchgeführt hatte (queer.de berichtete).
Die anglikanische Kirche, der weltweit mehr als 80 Millionen Gläubige in 39 Kirchenprovinzen angehören, streitet bereits seit Jahren über die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben. Insbesondere in Afrika und Asien, aber auch bei konservativen Anglikanern in westlichen Ländern, führte die Anerkennung von sexuellen Minderheiten zu Drohungen, aus der Anglikanischen Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden.
Die "Scottish Episcopal Church" hat nach dem Entzug des Stimmrechts bereits angekündigt, sich nicht von homofeindlichen Anglikanern einschüchtern lassen zu wollen. Kirchenchef Mark Strange erklärte zwar, dass die Gleichstellung von Homosexuellen "für Verletzungen und Wut in Teilen der anglikanischen Gemeinde" gesorgt habe. Seine Kirche habe aber entschieden, dass "Liebe Liebe bedeutet", egal welche sexuelle Orientierung eine Person habe. Man werde versuchen, das Verhältnis mit anderen Kirchenprovinzen zu kitten, aber die rechtmäßig in der Landessynode getroffene Entscheidung zur Ehe-Öffnung nicht rückgängig machen. (dk)















