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"Tutti Frutti"-Sänger

Little Richard nennt Homosexualität "unnatürlich"

Der legendäre Rock'n'Roller bekräftigt in einem Interview, wegen seines Glaubens nicht mehr schwul zu sein – außerdem verurteile er Trans- und Homosexuelle, weil sie unchristlich lebten.


Auf seine alten Tage zieht Little Richard aus religiöser Motivation wieder über Homosexualität her

  • 9. Oktober 2017, 15:36h 13 3 Min.

Der amerikanische Sänger Little Richard hat in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem christlichen Sender "Three Angels Broadcasting Network" Homo- und Transsexualität verurteilt, weil diese gegen seinen religiösen Glauben verstoßen würden. Er selbst wolle sich an die Gebote Gottes halten, so der Sänger, obwohl er sich in der Vergangenheit selbst als "gay" bezeichnet hatte.

Seine eigene sexuelle Orientierung tat er im Interview mit den Worten ab: "Jeder, der im Showbusiness ist, wird für schwul gehalten. Bis du hetero? Bist du irgendwie homosexuell? Die behaupten das immer", meinte der 84-Jährige. "Aber Gott hat Männer zu Männern und Frauen zu Frauen gemacht, verstehen Sie? Und man muss so leben, wie es Gott vorgesehen hat."

Ferner erklärte Little Richard mit Blick auf Homosexuelle: "Es gibt so viel unnatürliche Zuneigung. So viele Leute, die alles tun und nicht an Gott denken."

Der 1932 im Südstaat Georgia als Richard Wayne Penniman geborene Sänger sagte auch, er werde nie wieder Rock'n'Roll singen. Der Grund: "Ich möchte heilig sein wie Jesus." Zu seiner eigenen Vergangenheit sagte er: "Ich bin ein Sünder, wir alle haben gesündigt."

Vom Gender-Bender zum Homo-Hasser

Little Richard war insbesondere in den Fünfzigerjahren mit Hits wie "Tutti Frutti", "Long Tall Sally" und "Heeby-Jeebies" erfolgreich. Immer wieder spielte er auch mit den Grenzen der Geschlechter – so trug er bei Auftritten oft Make-up und Frauenkostüme. Später wandte er sich eher der christlichen Gospelmusik zu, versuchte sich aber zeitweise erneut mit Rock'n'Roll.

Direktlink | "Tutti Frutti" war einer der größten Hits von Little Richard
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In Interviews änderte er seine Meinung über Homosexualität in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt. Zeitweise erzählte er offen und stolz von seinen Orgien mit Männern. Zu anderen Zeiten beharrte er darauf, dass Homosexualität schlecht und gefährlich sei. So erklärte er in einer christlich-fundamentalistischen Phase im Jahr 1980 gegenüber dem "Rolling Stone": "Wenn dein Bruder homosexuell ist, musst du deinen Sohn vor ihm beschützen. Homosexuelle sind krank." 1984 schrieb er in seiner Autobiografie, dass Homosexualität "ansteckend" sei.

Im Jahr 1987 hörte er sich in einem Gespräch mit dem schwulen Regisseur John Waters ganz anders an: "Ich liebe schwule Menschen. Ich habe praktisch 'schwul' gegründet." 1995 erklärte er gegenüber "Penthouse": "Ich war mein ganzes leben lang schwul und ich weiß, dass Gott ein Gott der Liebe ist, nicht des Hasses."

Bislang war Little Richard nur einmal verheiratet: 1959 gab er Ernestine Campbell, die er bei einem evangelikalen Camp getroffen hatte, das Ja-Wort. Vier Jahre später ließen sich die beiden scheiden. In Interviews sagte der Sänger später, an der Scheidung sei seine Prominenz und seine sexuelle Orientierung schuld gewesen. (dk)

Direktlink | Little Richard nahm 1991 mit Schauspieler John Goodman für die Filmkomödie "King Ralph" ein Musikvideo auf, in dem er seinen Song "Good Golly, Miss Molly" aus dem Jahr 1956 spielte
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#1 FinnAnonym
  • 09.10.2017, 15:43h
  • "außerdem verurteile er Trans- und Homosexuelle, weil sie unchristlich lebten."

    Keine Sorge. wir verachten ihn auch - weil er ein Religiot ist und Hass schürt.
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#2 OrthogonalfrontAnonym
  • 09.10.2017, 16:39h
  • Pfui! Aber wenigstens ändert das ja nichts an seinen großen Leistungen für den Rock & Roll. Sein Werk wird seinen erneut wiedergefundenen Hass überdauern.
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#3 HörnchenAnonym
  • 09.10.2017, 17:10h
  • Leute, der Mann ist 85 ... dann darf er auch mal was Intelligentes von sich geben (war ironisch gemeint)
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