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Berlin

Erste Adoption durch schwules Ehepaar

In Berlin ist das erste Mal seit Inkrafttreten der Ehe für alle ein Kind nach neuem Recht von einem gleichgeschlechtlichen Paar adoptiert worden.


Erstmals erhalten Homo-Paare in Deutschland das gleiche Recht auf Adoption wie Heterosexuelle (Bild: miapowterr / pixabay)

  • 10. Oktober 2017, 14:37h 7 2 Min.

Zum wohl ersten Mal nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben und der damit einhergehenden Gleichstellung im Adoptionsrecht hat ein schwules Paar ein Kind nach neuem Recht gemeinsam adoptiert. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg teilte am Dienstag mit, dass das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg einen entsprechenden Antrag des Ehepaars Michael und Kai Korok mit einem Schreiben vom 5. Oktober gebilligt habe.

Damit ist die Adoption des jüngsten Pflegekindes des Paares, des zweijährigen Maximilian, mit der Zustellung des Briefes der Abteilung Familiensachen seit Montag rechtswirksam. "Es ist ein großartiges Gefühl, gemeinsam als Elternteil eingetragen zu sein", erklärte Michael Morok am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesetzesänderung sei ein riesengroßer Gewinn für Paare mit Pflegekindern.

Am 1. Oktober war das "Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts" in Kraft getreten. Für verheiratete Lesben oder Schwule gilt nunmehr Paragraf 1742 Absatz 2 Satz 2 BGB, wonach eine gemeinschaftliche Adoption eines Kindes möglich ist. Zuvor war nur eine bürokratisch aufwändige Stiefkindadoption möglich, bei der zunächst ein Partner und anschließend der andere das Kind adoptieren dürfen. Michael Morok bezeichnete diese alte diskriminierende Regelung als absurden Prozess.

Ehepaar erst seit einer Woche verheiratet

Das Ehepaar Korok ließ seine Eingetragene Lebenspartnerschaft im Standesamt Marzahn-Hellersdorf am 2. Oktober in eine Ehe umwandeln. Die Ehe-Urkunde reichten die Männer am 4. Oktober beim zuständigen Familiengericht ein, das jetzt der gemeinsamen Adoption von Maximilian zugestimmt hat.

Der kleine Maximilian lebt seit seiner Geburt als Pflegekind in der Familie Korok. Bereits seit längerem bemühten sich die 42- und 46-jährigen Männer um die gemeinschaftliche Adoption. (cw)

-w-

#1 PatroklosEhemaliges Profil
#2 Homonklin44
  • 11.10.2017, 05:31hTauroa Point
  • Das einzige Problem, das ich im Zusammenhang mit Adoption immer mal erwog, ist, wie andere mit dem Kind später umgehen mögen. Ob ihm deswegen eine höhere Belastung mit diskriminierendem Umgang oder Mobbing deshalb zugemutet werden mag. Heute hoffe ich einfach, dass andere Leute einfach akzeptieren mögen, dass ein Kind Eltern hat, egal, wie es dazu kam, und es nicht deswegen irgendwann fertig gemacht wird, weil es zwei Väter hat, oder zwei Mütter. Ich hoffe, dass seine Eltern das Kind ausreichend vor all dem Unsinn und dem Hass der Multi-Phoben dieser Welt schützen können.
    Ich hoffe, dass die Elternkonstellation irgendwann so unwichtig sein wird, wie wenn ein helles Kind dunkle Eltern hat, ein sehendes Kind blinde Eltern,oder wenn nur ein Elternteil es erzieht.
    Ich möchte an mehr Menschlichkeit glauben, als haltlosen Kritiken Credits zu geben.

    Mit der Gleichstellung im Adoptionsrecht haben sich die Meinungen der homophoben Kritiker, auch auf der politischen Ebene, sicher noch nicht aufgelöst. Man kann sichin Gegenstimmung kommen wird.

    Auch dafür wünsche ich den beiden Papas Nervenstärke und Gelassenheit zu. Ich freue mich für sie und ihr Glück.
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#3 TheDad
  • 11.10.2017, 14:05hHannover
  • Mit dieser Adoption wurde gleichzeitig so kurz nach der Rechtskraft der Öffnung der Ehe, diese Rechtskraft bestätigt..
    Und damit dann auch eine weitere Hürde gesetzt über die die Ehe-Öffnungs-Gegner gehen müßten, wenn sie ihr Ziel der Verhinderung gleicher Rechte weiter verfolgen..
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