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Berlin
Mahnmal für homosexuelle NS-Opfer mit Hakenkreuz beschmiert
Die Gedenktafel am Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz wurde am Donnerstag geschändet.

Seit 1989 erinnert am Berliner Nollendorfplatz eine Gedenkafel an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus (Bild: Ingolf / flickr)
- 13. Oktober 2017, 08:13h 2 Min.
Am Donnerstagmorgen wurde das Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus am Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz geschändet. Wie die Polizei am Abend mitteile, wählte gegen 10 Uhr ein unbekannter Anrufer die 110. Er teilte mit, dass die Gedenktafel in Form eines rosa Winkels mit einem Schriftzug und einem angedeuteten Hakenkreuz beschmiert wurde.
Laut Polizeibericht wurde die Entfernung der Schmiererei bereits veranlasst. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI; anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht.
Die erste öffentliche Gedenktafel in Deutschland
Die Tafel mit der Aufschrift "Totgeschlagen – totgeschwiegen – den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus" wurde am 24. Juni 1989 am U-Bahnhof Nollendorfplatz enthüllt – sie war damals das erste Gedenken an diese Opfergruppe im öffentlichen Raum. Der rosa Winkel entspricht dem Abzeichen, mit dem verurteilte Schwule in den Konzentrationslagern gekennzeichnet wurden.
Initiiert wurde das Mahnmal von der Allgemeinen Homosexuellen Arbeitsgemeinschaft (aha) und der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK). 1993 wurde der rosa Winkel durch eine Texttafel aus Bronze ergänzt, die an die Schließung der umliegenden Szenelokale nach der Machübernahme der Nationalsozialisten erinnert.
Wie auch bei Mahnmalen zu anderen Themen kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen an der Tafel am Nollendorfplatz, am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen im Tiergarten und an den Infotafeln über die erste Homosexuellenbewegung unweit des Kanzleramts. (cw)















Wir brauchen endlich einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie, mehr Aufklärung an Schulen und besseren Diskriminierungsschutz (inkl. Art. 3 GG und Abschaffung der Ausnahmen für Religionen im AGG).
Daran wird sich jede künftige Regierung und alle an ihr beteiligten Parteien messen lassen müssen, wenn sie nochmal unsere Stimmen bekommen wollen.