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Einzelkommentar zu:
Gericht stoppt Trumps Trans-Verbot im Militär


#27 AndreK
  • 31.10.2017, 20:24h
  • Antwort auf #10 von johannb
  • johannb, Du bist nicht der Erste, der sich in den letzten Wochen auf dieser Art äußert.

    Ich bin ja selbst nur stiller Mitleser, aber in letzter Zeit hat sich das hier auf eine ganz neue Ebene hochgeschaukelt, bei der ich sehr nervös werde.

    In einer Gesprächsrunde, bei dem man das Gegenüber persönlich sehen kann, endet nach eine fruchtlosen Auseinandersetzung in der Regel so, die Personen auseinandergehen und das Gespräch damit beendet ist. Im Netz hingegen gibt es diese Schwelle nicht, da eine Person nicht "physisch" die Gesprächsrunde verlässt. Das führt dazu, dass es keine Grenzen gibt und man keine Grenzen setzen kann. Egal was geschrieben wird, das Gegenüber kann einfach weiter machen. Niemand hindert eine Person am Aussprechen von Dingen, die in Person gar nicht möglich werden. Sind diese Personen dann noch anonym, sinkt die Hemmschwelle weiter.

    Dazu kommt, dass hier in vielen Posts so etwas wie Anstand, Netiquette und alle anderen Dinge über Bord geworfen werden - manchmal gleichen die Kommentarspalten hier mehr einer Free-for-All-Kampfarena, bei der alle Waffen eingesetzt werden dürfen - inklusive biologischer, chemischer und atomarer Waffen - mit dem Unterschied, dass diese zwar heftigen Schaden anrichten, aber nicht in der Lage sind, den Gegner mit SIcherheit zu "besiegen" - der kann, falls er die Angriffe abkann - einfach weiter schreiben. Und weiter. Und weiter.

    Dabei wird bei dieser "neuen" Diskussionskultur *alles* vermengt. Dazu kommt, dass die Argumentationstaktiken der "neuen Rechten" hier Einzug halten - zwar teilweise mit heftigem Widerspruch, aber letztlich auch anklang findet und leider zur Normalität geworden zu sein scheint.

    Einige der Aussagen hier sind an der Grenze dessen, was justiziabel sein könnte.

    Nun gibt es ein Problem.

    Es scheint, dass viele sich hier nur dadurch davor schützen können, dass an ihnen Straftaten begangen werden, indem sie anonym bleiben. Es sind nicht häufig diejenigen, die andere ständig herausfordern und für ihre Anonymität beschimpfen, die selbst von sich überhaupt nichts preisgeben.

    Es wäre nicht tragisch, wenn die Kommentare hier das wären, wozu diese Plattform eigentlich gedacht war: Kommentare zu Artikeln.

    Nein, stattdessen gibt es Leute, die sich nicht leiden können und einfach nur jede Gelegenheit nutzen, um gegen die andere Person auszuteilen. Es geht schon LANGE nicht mehr um Inhalte, geschweige denn um das Thema der Artikel. Auf Basis von "Meinungsfreiheit" wird einfach Hass verbreitet. Ob gruppenbezogener Hass oder Hass auf Einzelpersonen, alles dabei.

    Teilweise werden schon Leute, die anscheinend zum Inventar gehören, einfach aus dem Nichts heraus aufgefordert, den Ring zu betreten. Wieso? Man hat offenabar einfach Lust, sich an ihnen abzuarbeiten.
    Noch schlimmer: Selbst ohne dass sie schreiben, werden ihnen bereits Dinge in dem Mund gelegt. Es wird über Dritte geschrieben, die nicht einmal da sind.

    Nun gibt es ein Problem. Nicht alle User ziehen es vor, anonym zu schreiben. Es gibt ein paar, die es aus Transparenzgründen vorziehen, mit einem sichtbaren Profil zu schreiben, von dem teilweise sogar auf eine reale Person geschlossen werden kann.

    Während obengenannte Dinge an anonymen Accounts noch abprallen, kommt es spätestens hier zu einem Problem.

    Was ich in letzter Zeit gesehen habe, zieht mir wirklich die Schuhe aus. Manche meinen hier, ihrem Hass Ausdruck verleihen zu können, indem sie zu Selbstjustiz greifen.

    Hier wurde manchen Usern teilweise im Internet nachgestellt, Nachforschungen angestellt, Zweifel an allem geäußert und die Verweigerung, auf Anschuldigungen einzugehen als "Schuldeingeständnis" interpretiert. Was ist hier los, wann gab es hier eine Anklage und wann sind User zu Polizei verkommen? Geht's noch? Teilweise wurde Leuten über Threads hinweg nachgestellt und sie quasi genötigt, endlich Stellung zu beziehen.

    Was ich hier teilweise gesehen habe, fällt ggf. in den Bereich, was im Strafrecht unter "üble Nachrede" fällt.

    Ich weiß, dass es in der Vergangenheit bereits dazu kam, dass es auch schon Vorfälle gab, wo am Ende gar die Polizei involviert war, nur weil es Leute gab, die ehrlich genug waren, als natürliche Personen aufzutreten.

    All diese Dinge könnten bestenfalls persönlich geklärt werden, aber haben nichts auf einer öffentlichen Plattform zu suchen. Das diese Dinge offensichtlich hoffähig geworden zu sein scheinen, beunruhight mich zutiefst. Ich würde wir wünschen, dass themenfremde Dinge und solche Angriffe auf Personen hier keine Plattform bekämen. Hier kommen Menschen zu schaden, das darf nicht passieren.

    Wieso immer mehr Menschen nur noch anonym schreiben sollte daher nicht verwundern. Dass ausgerechnet die Leute, die am meisten gegen andere austeilen am lautesten schreien, grenzt an Blasphemie. Das wären doch die ersten, die nicht mehr schreiben würden, wenn sie nicht mehr anonym auftreten könnten. Aber natürlich rechnen sie nicht damit, dass das passiert. Das ist Meinungsmanipulation, die bereits über Trollerei hinausgeht. Im Übrigen wären solche Maßnahmen zahnlos, da sich ohnehin Leute dann nach Belieben E-Mail-Adressen anlegen könnten. Und wer jetzt an Ausweispflicht denke, hat etwas in diesem Land nicht verstanden.

    Nein, über die "Diskussionskultur" hier sollte man sprechen. Oder alternativ könnte man die Kommentarspalten auch abschalten. Ich sehe, ganz offen gesagt, den Mehrwert nicht.
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