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"Vergiftete Atmosphäre"
"House of Cards"-Mitarbeiter belasten Kevin Spacey
Neue Vorwürfe gegen den zweifachen Oscarpreisträger: Am Set von "House of Cards" soll Kevin Spacey Angestellte begrapscht haben. Der amerikanische Schauspieler wurde außerdem der versuchten Vergewaltigung bezichtigt.

Kevin Spacey in seiner Paraderolle als Präsident Frank Underwood (Bild: Netflix)
- 3. November 2017, 11:28h 3 Min.
Immer mehr Männer sprechen über angebliche sexuelle Übergriffe des Schauspielers Kevin Spacey. Gegenüber CNN haben acht Mitarbeiter der Netflix-Serie "House of Cards", in der Spacey als Präsident Frank Underwood zu sehen ist, das Verhalten des Hauptdarstellers am Set als "rücksichtslos" bezeichnet. Die Mitarbeiter, die anonym bleiben wollten, sprachen davon, dass der 58-jährige Schauspieler und Mit-Produzent der Serie junge männliche Angestellte mit nicht einvernehmlichen Berührungen und plumpen Sprüchen schikaniert und so für eine "vergiftete Atmosphäre" gesorgt habe.
"Ich war wie in Schock", erklärte einer früherer Produktionsassistent nach Angaben des Nachrichtensenders. "Er war ein mächtiger Mann in der Sendung, und ich befand mit am anderen Ende der Nahrungskette." Der Mann sagte, Spacey habe ihn bei der Fahrt zum Set gegen seinen Willen in die Hose gefasst.
Ein anderer Mitarbeiter sagte, Spacey habe ihn mehrfach auf unangemessene Art angefasst: "Er kam auf mich zu und massierte meine Schultern von hinten oder umarmte mich. Manchmal berührte er auch meinen Magen auf eine komische Weise, wie es in einem alltäglichen Gespräch nicht angebracht wäre."
Die Welle der Vorwürfe gegen den Schauspieler hatte am Sonntag begonnen, als der "Star Trek: Discovery"-Darsteller Anthony Rapp berichtet hatte, vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden zu sein. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine umstrittenen Stellungnahme, in der dieser sich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte und sich als schwul outete (queer.de berichtete). In den Folgetagen meldeten sich mehrere weitere Männer in den Medien, die ebenfalls ungewollte sexuelle Avancen des Film- und TV-Stars beklagten (queer.de berichtete). Spacey habe es dabei besonders auf männliche Jugendliche oder junge Männer abgesehen.
Netflix kündigte bereits am Montag an, dass die in der Produktion befindliche sechste Staffel von "House of Cards" die letzte sei – das sei aber bereits vor dem Skandal geplant gewesen. Kurze Zeit später wurde wegen der Vorwürfe auch die aktuelle Produktion gestoppt. Es ist derzeit völlig unklar, ob die letzte Staffel überhaupt noch gezeigt wird.
Vorwurf der versuchten Vergewaltigung
Inzwischen erhebt ein ehemaliger Schauspielschüler Spaceys sogar den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung. In einem Interview mit dem Magazin "Vulture" behauptete ein 48-jähriger Mann, der anonym bleiben will, Spacey habe Mitte der Achtzigerjahre in seiner Wohnung in New York City versucht, ihn zu sexuellen Handlungen zu zwingen: "Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht will, aber er hat nicht aufgehört. Ich habe 'Nein' gesagt, aber er hat immer weiter gemacht und mich angefasst", so der damals aktive Nachwuchsschauspieler. "Ich weiß nicht, wie man das anders als 'versuchte Vergewaltigung' beschreiben kann. Ich konnte das aber abwehren." Der Beschuldiger nannte Spacey einen "Pädophilen und ein sexuelles Raubtier".
Laut "Vulture" erklärte ein Anwalt Spaceys, dass der Schauspieler die Vorwürfe "in aller Entschiedenheit" zurückweise.
Zuletzt hatte Spacey am Mittwochabend bekannt geben lassen, sich nach den Missbrauchsvorwürfen in Therapie begeben zu wollen. "Kevin Spacey nimmt sich die nötige Zeit für eine Analyse und Behandlung", erklärte eine Sprecherin des Schauspielers. (dk)















"Vernichtet alle Spacey-Filme! Stellt alle an den Pranger, die seine Filme mögen! Jede gegen Spacey vorgebrachte Anschuldigung ist automatisch die Wahrheit!"