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Zweite Konferenz in München und Dachau
Regenbogen-Katholiken aus 35 Ländern kommen in Bayern zusammen
Schwule und lesbische Gläubige wollen sich bei einem Treffen in München und Dachau auf eine Strategie einigen, um innerhalb der katholischen Kirche endlich gleichbehandelt zu werden.

Die Regenbogen-Katholiken hoffen auf einen Kurswechsel innerhalb der Kirche (Bild: Mirja Kofler / GNRC)
- 3. November 2017, 14:29h 3 Min.
Das katholische LGBTI-Netzwerk "Global Network of Rainbow Catholics" (GNRC) wird vom 30. November bis zum 3. Dezember eine Konferenz zum Thema "Höre die gerechte Sache" in München und Dachau veranstalten. Insgesamt werden rund 100 Teilnehmer aus 35 Ländern erwartet. Ziel der Veranstaltung sei es, Papst Franziskus dazu zu bewegen, dass er sich offiziell gegen die Kriminalisierung von Homosexualität ausspricht.
Die Teilnehmer beklagen, dass gleichgeschlechtliche Liebe derzeit in über 70 Ländern strafbar ist – darunter auch Länder mit einem großen katholischen Bevölkerungsanteil. Teilweise setzt sich die katholische Kirche in diesen Staaten sogar offen für die Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung ein. So hat die katholische Bischofskonferenz in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, im Jahr 2014 beispielsweise die Verschärfung der Gesetze gegen Homosexuelle begrüßt. Damals bezeichnete die Kirchenführung die verschärfte Verfolgung Schwuler und Lesben als "richtigen Schritt in die richtige Richtung, um die Würde des Menschen zu schützen" (queer.de berichtete). Auch in anderen Verfolgerstaaten – etwa in Malawi, Kamerun und Uganda – kämpft die katholische Kirche an der Seite von Homo-Hassern offen für die Kriminialisierung sexueller Minderheiten.
Gleichzeitig begrüßte das GNRC, dass es insbesondere in Europa und Südamerika Anzeichen der Öffnung gebe. So gebe in vielen Bistümern Seelsorge-Angebote für Homosexuelle, außerdem würden Queer-Gottesdienste organisiert.
"Tauwetter" für Schwule und Lesben unter Papst Franziskus
GNRC-Gründer Michael Brinkschröder, ein offen schwuler katholischer Theologe, Soziologe und Religionslehrer aus München, sieht die katholische Kirche derzeit in einer Umbruchsphase: "Während unter Papst Benedikt noch Eiszeit herrschte für die Belange von Homosexuellen in der katholischen Kirche, so haben wir mit Papst Franziskus eine Art Tauwetter. Das bedeutet: es gibt Signale der Öffnung, jedoch bislang keine Taten oder Aussagen, die uns konkret weiterhelfen." Er hoffe, dass nach der Öffnung der Zivilehe in Deutschland auch "bald eine Veränderung in der Kirche" an der Reihe sei.

Michael Brinkschröder organisiert in München einen Queer-Gottesdienst und hofft, dass sich seine Kirche auch für Homosexuelle öffnet (Bild: Mirja Kofler / GNRC)
Papst Franziskus hat zwar in den letzten Jahren wiederholt versöhnliche Töne gegenüber Homosexuellen angestimmt, aber aus seiner pauschalen Ablehnung der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare und Regenbogenfamilien nie einen Hehl gemacht – und diese Ansichten teilweise mit martialischen Worten verteidigt. Im vergangenen Jahr beklagte er etwa einen "Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören". Im vom Papst veröffentlichten Dokument "Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie" hält die Kirche daran fest, dass nur Familien mit heterosexuellen Paaren anerkannt werden dürften (queer.de berichtete).
Das katholische LGBTI-Netzwerk war im Oktober 2014 gegründet worden. Mitglieder sind insgesamt 25 Gruppen und Organisationen von allen Kontinenten, die "in der Seelsorge oder in der Sorge für Gerechtigkeit für LGBTIQ-Personen" tätig sind. Die erste und bislang einzige GNRC-Konferenz fand im Herbst 2015 in Rom statt und stand unter dem Motto "Wege der Liebe". Damals nahmen 80 Personen aus 30 Ländern teil. (cw)
Links zum Thema:
» GNRC-Homepage















Aus der Sicht des Ungläubigen grenzt diese Bereitschaft an psychischen Masochismus.
Vielleicht muss man nur ordentlich von Boswelia eingedampft sein, um diese Herzensgüte bei Papst Franziskus zu erkennen.