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  • 23. Juni 2005 28 2 Min.

Eine aktuelle Untersuchung aus den USA zeigt, dass anti-schwule Propaganda über das Internet alarmierend ansteigt.

Von Micha Müller

Die Zahl homophober Webseiten in den USA ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen, wie eine neue Studie belegt. Auch deren Inhalte und Hetzparolen gegen Schwule und Lesben würden zunehmend aggressiver. Die Soziologie-Professorin Janice M. Irvine aus Massachusetts hat die Internet-Seiten von sechs großen anti-schwulen Organisationen in den USA untersucht, die diskriminierende Botschaften über Homosexuelle ins Netz stellen. Seit über zwölf Jahren befasst sich Irvine mit ultra-konservativen Gruppierungen und analysiert deren Haltung zu Themen wie Sexualerziehung, Pornographie und Homosexualität. Zu den untersuchten Webseiten gehören die christlich-fundamentalistischen Verbände "Traditional Values Coalition" und "Americans for Truth", die sich ganz oder teilweise dem Kampf gegen die Rechte von Schwulen und Lesben verschrieben haben.

Homophobe Propaganda habe es schon immer gegeben, sagt Irvine. Verändert hätten sich aber die genutzten Medien und damit deren Verbreitungsmöglichkeiten. Früher mussten homo-feindliche Organisationen ihre Propaganda umständlich per Post oder durch Flugblätter weitergeben. Die Zahl der auf diese Weise erreichten Menschen sei relativ gering gewesen. Heute nutzten sie verstärkt das Internet, um Mitglieder zu werben, ihre Botschaft zu vermitteln und Hass-Predigern ein öffentliches Forum zu bieten, so die Wissenschaftlerin. Irvine ist der Ansicht, dass dies erst der Anfang einer Entwicklung sei, auf deren Weg es solchen Organisationen tatsächlich gelingen könnte, ihre Anhängerschaft zu vergrößern und homophobes Gedankengut zu implementieren. Bei dem derzeitigen konservativen Klima in den USA könnten solche Webseiten eine fatale Wirkung entwickeln.

Die ihrer Meinung nach ambitionierteste Hass-Kampagne gegen Homos, die je im Internet gestartet wurde, ist die "Homosexual Urban Legends"-Seite der Traditional Values Coalition. Hier würden unter dem Deckmantel der vorbehaltlosen Information unter anderem Statistiken veröffentlicht, die belegen sollen, dass schwule Männer Kinderschänder seien. Auch andere Scheinwahrheiten über Homosexualität würden mit Pseudo-Statistiken "belegt" und als Fakten dargestellt.

Irvines Forschungsarbeit wird finanziell von der Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) unterstützt. "In dem gegenwärtigen politischen und kulturellen Klima sind diese Studien wichtiger denn je", betonte GLAAD-Sprecherin Glennda Testone.

In Deutschland verbreiten unter anderem die "Katholischen Nachrichten" sowie die Aktion "Kinder in Gefahr" ihre Hasspropaganda über das Internet. Auch hier werden Behauptungen als Fakten ausgewiesen und christliche Werte und Homosexualität als unvereinbar entgegengestellt.

23. Juni 2005

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#1 UdoAnonym
  • 23.06.2005, 11:53h
  • was mal wieder beweißt, dass nicht nur die allgemeine öffentliche Aufklärung für die Bevölkerung wichtig ist, sondern, dass auch der politische Inhalt unserer CSDs wieder gestärkt werden muss.
    Schwule, Lesben oder Transgender sind keine "anderen" Menschen. Sie sind Menschen!
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#2 AndiAnonym
  • 23.06.2005, 12:08h
  • Was soll man dazu noch sagen ?
    So langsam frag ich mich wie man sich
    als Schwuler denn noch gegen sowas
    wehren kann.
    Um wirklich Aufmerksamkeit zu erregen,
    müssten wir Homos wesentlich radikaler
    als bisher vorgehen.Aber wäre das
    eine Lösung ? Wohl kaum ...
    Es wird Zeit,dass in der Politik sich endlich
    was tut und die Aufklärung besser wird.
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#3 KlausAnonym
  • 23.06.2005, 12:51h
  • Diese Ultrakonservativen sind Verbrecher: sie verbreiten Lügen (z.B. Schwule seien Kinderschänder) und erzeugen damit Gewalt gegen Schwule. Die moralischen Brandstifter sind genauso schlimm wie diejenigen, die dann letztlich die Tat ausführen. Und diese Gewalt- und Mordaufrufe dann auch noch als christlich zu bezeichnen ist Schändung dieses Glaubens!

    Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, denn persönliche Freiheit endet dort, wo die Freiheit und Unversehrtheit anderer gebrochen wird! Solche Dinge sollten online und offline verboten sein!
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