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- 23. Juni 2005 2 Min.
Eine aktuelle Untersuchung aus den USA zeigt, dass anti-schwule Propaganda über das Internet alarmierend ansteigt.
Von Micha Müller
Die Zahl homophober Webseiten in den USA ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen, wie eine neue Studie belegt. Auch deren Inhalte und Hetzparolen gegen Schwule und Lesben würden zunehmend aggressiver. Die Soziologie-Professorin Janice M. Irvine aus Massachusetts hat die Internet-Seiten von sechs großen anti-schwulen Organisationen in den USA untersucht, die diskriminierende Botschaften über Homosexuelle ins Netz stellen. Seit über zwölf Jahren befasst sich Irvine mit ultra-konservativen Gruppierungen und analysiert deren Haltung zu Themen wie Sexualerziehung, Pornographie und Homosexualität. Zu den untersuchten Webseiten gehören die christlich-fundamentalistischen Verbände "Traditional Values Coalition" und "Americans for Truth", die sich ganz oder teilweise dem Kampf gegen die Rechte von Schwulen und Lesben verschrieben haben.
Homophobe Propaganda habe es schon immer gegeben, sagt Irvine. Verändert hätten sich aber die genutzten Medien und damit deren Verbreitungsmöglichkeiten. Früher mussten homo-feindliche Organisationen ihre Propaganda umständlich per Post oder durch Flugblätter weitergeben. Die Zahl der auf diese Weise erreichten Menschen sei relativ gering gewesen. Heute nutzten sie verstärkt das Internet, um Mitglieder zu werben, ihre Botschaft zu vermitteln und Hass-Predigern ein öffentliches Forum zu bieten, so die Wissenschaftlerin. Irvine ist der Ansicht, dass dies erst der Anfang einer Entwicklung sei, auf deren Weg es solchen Organisationen tatsächlich gelingen könnte, ihre Anhängerschaft zu vergrößern und homophobes Gedankengut zu implementieren. Bei dem derzeitigen konservativen Klima in den USA könnten solche Webseiten eine fatale Wirkung entwickeln.
Die ihrer Meinung nach ambitionierteste Hass-Kampagne gegen Homos, die je im Internet gestartet wurde, ist die "Homosexual Urban Legends"-Seite der Traditional Values Coalition. Hier würden unter dem Deckmantel der vorbehaltlosen Information unter anderem Statistiken veröffentlicht, die belegen sollen, dass schwule Männer Kinderschänder seien. Auch andere Scheinwahrheiten über Homosexualität würden mit Pseudo-Statistiken "belegt" und als Fakten dargestellt.
Irvines Forschungsarbeit wird finanziell von der Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) unterstützt. "In dem gegenwärtigen politischen und kulturellen Klima sind diese Studien wichtiger denn je", betonte GLAAD-Sprecherin Glennda Testone.
In Deutschland verbreiten unter anderem die "Katholischen Nachrichten" sowie die Aktion "Kinder in Gefahr" ihre Hasspropaganda über das Internet. Auch hier werden Behauptungen als Fakten ausgewiesen und christliche Werte und Homosexualität als unvereinbar entgegengestellt.
23. Juni 2005
Links zum Thema:
» Homepage der Katholischen Nachrichten
» Homepage von Kinder in Gefahr
» Homosexual Urban Legends













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