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Studie aus fünf Ländern

Coming-out am Arbeitsplatz: Noch immer ein schwerer Schritt

In Frankreich, Großbritannien und Irland outen sich laut einer neuen Studie LGBT eher am Arbeitsplatz als in Deutschland und Österreich – obwohl sie zugleich eher Nachteile befürchten.


Hinter deutschen Bürowänden gibt es weiter viele Geheimnisse (Bild: John / flickr)

  • 9. November 2017, 16:30h 49 2 Min.

Ein Coming-out im Job sehen viele Homo- und Transsexuelle in Westeuropa als positiv an – dennoch versteckt in Deutschland und Österreich eine Mehrheit ihre sexuelle Orientierung oder ihre Transsexualität zumindest noch teilweise am Arbeitsplatz. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Boston Consulting Group unter 1.600 jungen Berufstätigen und Studenten in mehreren Ländern, deren Ergebnisse am Donnerstag in München vorgestellt wurden.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, bewerten demnach 46 Prozent der Befragten aus Deutschland und Österreich den Schritt als vorteilhaft. Einen Nachteil sehen nur 16 Prozent, weder Vor- noch Nachteile 25 Prozent. Für irrelevant halten die Frage 16 Prozent.

Zugleich outen sich in beiden Ländern nur 41 Prozent der Homo-, Bi- und Transsexuellen gegenüber allen Kollegen im Arbeitsumfeld. In Frankreich sowie Großbritannien und Irland sind es hingegen 52 beziehungsweise 60 Prozent. Völlig ungeoutet bei der Arbeit sind in Deutschland und Großbritannien jedoch nur 18 Prozent, in Frankreich 20 Prozent sowie in Großbritannien und Irland 17 Prozent.

Mit 30 bzw. 33 Prozent wird in den Ländern zugleich ein Coming-out allgemein eher als nachteilig eingeschätzt als in den beiden deutschsprachigen Ländern. Auch die Gruppe, die es als positiv einschätzen, liegt mit 25 bzw. 40 Prozent niedriger.

Rein deutsche Studie ergab schlechtere Zahlen

Untersuchungen zum Coming-out am Arbeitsplatz hatten in den letzten Jahren zu insgesamt recht unterschiedlichen Ergebnissen geführt, was an unterschiedlichen Methoden und Befragtengruppen liegt. Letztlich lassen sich aber auch Fortschritte erkennen.

Bei der Studie "Out im Office?!", die im Sommer von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgestellt wurde, hatten etwa 29 Prozent der Befragten angegeben, mit allen Kollegen offen über ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu sprechen (queer.de berichtete).

Insgesamt waren 2.884 lesbische, schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Beschäftigte aus Deutschland zu ihrer Arbeitssituation befragt worden. Bei einer ersten Studie 2017 waren nur 13 Prozent offen am Arbeitsplatz. 31 Prozent der Befragten sprechen nach wie vor mit niemanden oder nur mit wenigen Personen im Job über das Thema. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 52 Prozent.

-w-

#1 TheManneken
  • 10.11.2017, 11:21h
  • Kommt drauf an, aber da hab ich wohl Glück gehabt. Bei mir gabs kein Coming Out. Hab von Anfang an in meinem jetzigen Betrieb da weder einen Hehl draus gemacht, es aber ebensowenig laut rumposaunt - das macht denke ich schon am meisten aus. Wer sich mit mir auf FB befreundet hatte, wusste es spätestens dann. Es gibt keinerlei Unterschiede in der Gleichbehandlung zwischen mir und meinen rund 70 Kollegen. Allerdings kam ich als zweiter Homosexueller in die Firma - und der andere war im Gegensatz zu mir eine richtig peinliche Tucke.
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#2 FrageAnonym
#3 AmurPride
  • 10.11.2017, 14:07hKöln
  • Antwort auf #1 von TheManneken
  • "der andere war im Gegensatz zu mir eine richtig peinliche Tucke."

    Okay...
    War der Dir jetzt peinlich, weil er einfach peinlich war...
    Oder war er Dir peinlich, weil er eine Tucke war...
    Oder weil er gar beides gleichzeitig war?

    Aber eigentlich völlig egal!

    Denn eigentlich bist Du hier derjenige, der mir mal so richtig peinlich ist!
    Wieder mal so ein Schwuler, der ein so geringes Selbstbewußtsein besitzt, das er sich unbedingt gegenüber einem anderen Schwulen, den er als Angehörigen einer vermeintlich schwächeren schwulen Gruppe als sich selbst wähnt, selber erhöhen muss, in dem er auf ihn rumtrampelt!
    *kotz* *würg*
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