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Sex an öffentlichen Orten

Kurzfilm: Cruising im Sauerland

Ein neuer Kurzfilm behandelt das Tabu der schnellen Triebabfuhr in der Öffentlichkeit und das Thema Schwulsein auf dem Land.


Cruising in der deutschen Provinz: Nachwuchstalente erzählen die Geschichte von Stani und Johannes (Bild: queerblick e.V.)

Der junge Bursche Stani wächst in der Einsamkeit mitten im Sauerland auf. Fernab der Stadt und einer schwulen Jugendgruppe entdeckt er sein Schwulsein. Bei nächtlichen Begegnungen an versteckten Orten trifft Stani gleichgesinnte Männer. Als er Johannes kennenlernt, ändert sich sein Leben. Das ist – kurz erzählt – die Geschichte von "Cruising", einem neuen Kurzfilm des nordrhein-westfälischen Medienprojektes "queerblick".

Der Film ist im Sauerland in einem einwöchigen Workshop entstanden – das Projekt wurde von der Aidshilfe NRW gefördert. Die jungen Teilnehmer diskutierten dabei Themen wie HIV, Aids und andere Geschlechtskrankheiten – und stellten fest, dass Cruising, also die Suche nach Sex mit Männern an öffentlichen bzw. halböffentlichen Orten, für viele insbesondere in den Metropolen inzwischen ein Relikt aus alten Zeiten ist, in denen die staatliche Diskriminierung noch allgegenwärtig war und man seine Sexualität versteckt ausleben musste.


Die "Cruising"-Crew während des Workshops im Sauerland (Bild: queerblick e.V.)

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Aber auch noch heute ist Cruising populär: "Cruising gehört für viele queere Männer, und auch Männer, die sich nicht als queer sehen, zum Ausleben der eigenen Sexualität dazu – auch wenn selten öffentlich darüber gesprochen wird", erklärte der Bochumer Campteilnehmer Sven Hensel, der mit "Cruising" sein Regie-Debüt gegeben hat.

Ihm sei in dem Film wichtig gewesen, wahre Geschichten zu erzählen – und diese "nicht unnötig zu beschönigen". "Man trifft einfach sehr unwahrscheinlich seinen Traumpartner in der nostalgischen Bibliothek unten an der Kreuzung, weil nicht jeder in einer Großstadt lebt und nicht alle zu offenem, queeren Leben Zugang haben, ohne Diskriminierung fürchten zu müssen", so Hensel. An dieser Stelle setze der Film an. (pm/dk)

-w-

#1 CruiserAnonym
  • 13.11.2017, 15:32h
  • Es gab Zeiten, da war ich fast täglich cruisen. Als ich noch studiert habe, sogar mehrmals täglich auf den Uni-Klos, wo damals vor Grindr, Gayromeo, Scruff, & Co noch richtig was los war. Oder auch abends in Parks, auf Autobahn-Rastplätzen, etc.

    Später habe ich dann eher (schwule) Porno-Kinos genutzt, weil man da schneller seinen Spaß fand und nicht "stundenlang" in der Kälte stehen musste. Außerdem war das auch sicherer als Parks und Rastplätze.

    Aber leider ist das alles ja etwas, was heute in Zeiten von Dating-Apps kaum noch genutzt wird. Ich war letztens nochmal in einem Pornokino, wo früher zu jeder Zeit mindestens 20-30 Männer jeden Alters und jeder Figur zu finden waren und da waren nur noch 3-4 Leute, die aber alle nicht mein Fall waren. Und viele Pornokinos gibt es nicht mal mehr.

    Diese ganzen Cruising-Locations und Pornokinos wurden und werden wohl von Dating-Apps, Internet-Portalen, etc. kaputt gemacht. Schon auch ein wenig schade, da man früher auch mal Sexpartner hatte, an die man sonst niemals rangekommen wäre.

    Naja, das ist wohl Fortschritt...
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#2 audi5000
  • 13.11.2017, 19:26hlindau
  • ja ich war in den 80zigern und 90zigern auch sehr oft cruisen eben well es fast nix anderes gab. ich bin ja auch aus der prüden provinz und da musstest für solche plätze froh sein! was mich aber schon immer gestört hat war das viele echt nur in den dunkelsten ecken was machen wollten. da war mir echt der fkk im sommer lieber! im winter bin ich dann auch die autobahnparkplätze abgefahren. jetzt mag ich´s aber ganz ehrlich auch bequemer heisst im bett. heute ist an den alten plätzen auch eh nicht´s mehr los, da würde man eh meist umsonst losfahren!
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#3 gaysenior
  • 13.11.2017, 23:18hWilnsdorf
  • Zugegeben, vor zwanzig Jahren waren Autobahnparkplätze für mich der einzige Ort, wo ich den Trieb befriedigen konnte. Und der Aachener Weiher mitten in Köln war auch nicht zu verachten. Und es hat durchaus schöne Momente gegeben. Eine Freundschaft hält bis auf den heutigen Tag, wenn auch inzwischen ohne Sex. Mittlerweise sorgt einfach das Lebensalter dafür, dass es sich nicht mehr lohnt. Und das Bedürfnis lässt ja auch nach.
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