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  • 24. Juni 2005 19 2 Min.

Washington Nachdem am Donnerstag in Amerika neue Richtlinien zur Verbreitung von Pornografie über das Internet in Kraft getreten sind, haben zahlreiche Webseiten zwischenzeitlich erotische Inhalte gestrichen. Das schwule Portal planetout.com deaktivierte vorübergehend alle Profilfotos; das Schwesterportal gay.com, das bisher Hardcore-Inhalte erlaubte, schickte Richtlinien an User, die dies untersagten. Auch Seiten wie fleshbot.com schränkten ihr Angebot ein. Viele Seiten, darunter gay.com, sind inzwischen wieder in vollem Umfang online, nachdem es zu einer Einigung zwischen dem Justizministerium und einer Vereinigung von Onlinediensten mit dem Namen Free Speech Coalition kam, der sich auch gay.com angeschlossen hatte. Bis zum 7. September werden diese Seiten nicht verfolgt. Webseitenbetreiber, die nicht dem Verband angehören, können jedoch bestraft werden - mit Geldstrafen ab 25.000 US-Dollar und mit bis zu fünf Jahren Haft. Obwohl ein regionales Berufungsgericht die Regularien bereits für verfassungswidrig erklärte, traten insgesamt 2257 neue Regelungen bis auf weiteres in Kraft. So müssen Webseitenbetreiber alle Bilder, auch gestreamte, für immer speichern, und weitere dokumentarische Aufwendungen betreiben (s. Beispiel). Webseitenbetreiber müssen den Regularien zufolge Unterlagen zum Alter von jedem Model bereithalten - selbst wenn dieses deutlich aus der Kindheits- und Jugendzeit heraus ist. Die an User verschickten Regeln von gay.com geben einen Eindruck der Regularien, die weit mehr verbieten als nur Pornografie: so ist es erlaubt, einen Nackten unerigiert darzustellen, es sei denn, es ist noch mindestens eine (angezogene) Person oder ein Tier dabei. Nackte Bilder von Kleinkindern sind verboten ebenso wie Bilder von Männern mit einer Hand in der hochgezogenen Hose. Auch das Zuhalten der Genitalien mit der Hand ist verboten, da damit Masturbation dargestellt sein könnte. Auch alle Bilder, die S/M nur andeuten, sind bis auf weiteres verboten - was, so eine Bürgerrechtsgruppe ironisch, auch den Abdruck von Bildern aus Abu Ghraib verhindern kann. Die Free Speech Coalition will den Streit vor Gericht fortsetzen. (nb)

-w-

#1 queeryAnonym
  • 24.06.2005, 16:05h
  • wie wollen die das kontrolieren? wenn ein entsprechender anbieter seine sites zwischenzeitlich auf einen anderen server, z. bsp. in der südsee legt, dann ist doch eigentlich die rechtsprechung des landes zuständig, in dem der server steht. wenn ich mich damit irre, müsste mich vielleicht mal jemand aufklären.
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#2 madridEUAnonym
  • 24.06.2005, 16:19h
  • Gottseidank hat man dagegen Waffenbesitz nicht verboten. Bin auch froh darüber, dass das Blut auf allen Kanälen weiterfliessen darf und dass man weiterhin die rohe Gewalt ,wo erschossen, erschlagen, erhängt und erwürgt wird, nicht auch noch den amerikanischen Kindern vorenthalten möchte. Früh übt sich, damit ihnen die brutalen Gangster erhalten bleiben. Dagegen halte ich die Entblössung einer Brust, eines Penis oder eines Hinterns für ausserordentlich gemeinfährlich, ja terroristenverdächtig.
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#3 SvenAnonym
  • 24.06.2005, 17:27h
  • MEU: Ich kann Dich nur unterstützen!

    Queerty: Keine Ahnung, wie das amerikanische Recht da vorgeht, wenn der Anbieter weiterhin im eigenen Land sitzt.
    ausländische Anbieter mit web-Seiten in deren Land können ja auch geblockt werden (so wie China das macht)
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