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"Expectations from Life"

Umfrage: Menschen mit HIV sind pessimistisch

Eine europäische Umfrage offenbart: Menschen mit HIV haben geringere Erwartungen an ihr Leben als die Allgemeinbevölkerung.


Menschen mit HIV leiden oft unter ihrer Infektion, obwohl sie mit einer Behandlung genauso gut und lange leben können wie die Allgemeinbevölkerung (Bild: flickr / John Steven Fernandez / by 2.0)

  • 24. November 2017, 10:43h 17 2 Min.

HIV-positive Menschen blicken im Vergleich zu der Allgemeinbevölkerung noch immer mit niedrigeren Erwartungen auf ihre Zukunft. Dies zeigt die vom Pharmaunternehmen Gilead Sciences in Auftrag gegebene "Expectations from Life"-Onlinebefragung, die in Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland durchgeführt wurde. Teilgenommen haben über 3.000 Menschen mit HIV.

Laut den am Freitag veröffentlichten Ergebnissen der Umfrage gehen Betroffene im Vergleich zu den nicht infizierten Befragten dreimal häufiger davon aus, nicht so lange zu leben wie ihre Freunde und Familien.

Zusätzlich, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage, hinderten Stigmatisierung und fehlende Aufklärung HIV-Infizierte daran, einen neuen Partner zu finden oder eine Familie zu gründen. So erklärten 40 Prozent, sie seien durch die Infektion beim Kennenlernen potenzieller Partner gehemmt. 59 Prozent haben Angst, ihren HIV-Status offenzulegen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) haben aus Angst vor einer Ansteckung Bedenken, mit einem Partner Sex zu haben.

Professor: HIV-Positive können genauso lange leben wie andere

"Durch eine angemessene Therapie und Maßnahmen zur Erhaltung der Langzeitgesundheit können Menschen, die mit HIV leben, nun davon ausgehen, dass sie genauso lange leben werden wie die Allgemeinbevölkerung", erklärte Dr. Giovanni Guaraldi, Assistenzprofessor für Infektionskrankheiten an der Universität Modena und Reggio Emilia in Norditalien. Die Umfrage zeige aber, dass viele HIV-Positive die medizinischen Fortschritte noch nicht erkennen würden. Ärzte müssten daher individuell auf die Patienten eingehen und ihnen die Angst nehmen.

Das Robert-Koch-Institut meldete erst am Donnerstag, dass sich im vergangenen Jahr 3.100 Menschen mit dem HI-Virus infiziert hätten, davon 2.100 beim ungeschützten Sex zwischen Männern (queer.de berichtete).

Die Deutsche Aids-Hilfe empfiehlt als Präventionsmaßnahme insbesondere Safer Sex mit Kondomen. Ergänzend könne bei Personen mit hohem Risikoverhalten die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) – eine tägliche Pille für HIV-Negative, die das Übertragungsrisiko auf praktisch Null reduziert – als Präventionsmittel eingesetzt werden. Außerdem sind HIV-Positive nicht ansteckend, wenn die Virenlast dank einer Behandlung nicht mehr nachweisbar ist. (cw)

-w-

#1 PoronkusiAnonym
  • 24.11.2017, 13:15h
  • Dafür exemplarisch sind die meisten Kommentare zu diesem Artikel:

    www.queer.de/detail.php?article_id=30147

    Wer sich nicht versteckt und in Selbstmitleid versinkt wird von der "negativen" Mehrheit als verantwortungsloser Barebacker, der an seiner infektion selbst schuld ist, fertig gemacht.
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#2 EhrlichAnonym
#3 Rosa SoliAnonym
  • 24.11.2017, 14:22h
  • Antwort auf #1 von Poronkusi
  • Du hast leider recht. :-(

    Und es ist verdammt traurig, dass Menschen mit HIV heute mehr unter der Gesellschaft leiden als unter der Infektion an sich.
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